1769 - J.St. - B.F. - Legföhrentour im Alpstein


Publiziert von Ivo66 Pro , 24. November 2012 um 20:15.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:24 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Pfannenstil (Brülisau) - Plattenbödeli - Alp Sigel - P. 1769 m - Südgrat - Alp Mans - Jägersteig - Bogartenfirst - Felsenfenster - Alp Bogarten - Alp Sämtis - Sämtisersee - Plattenbödeli - Pfannenstil
Kartennummer:1:25'000 Säntis

Aus den Zahlen und Buchstaben im Titel können sich Alpsteinkenner wohl sofort einen Reim machen: P. 1769 m ist die höchste Erhebung auf der Alp Sigel und der Jägersteig verbindet den Bergkamm der Alp Sigel mit dem Bogartenfrist, einem wahren Legföhrenparadies, welches nur wenig Besuch erhält. Diese Kombination ergibt eine attraktive Rundtour in üppiger Vegetation, wie wir sie so noch nie begangen sind, da wir noch den Südgrat, welcher von P. 1769 m zur Alp Mans hinunterführt, einbauten. Wildromantische Passagen mit herrlichen Ausblicken kombiniert, entzückten unser Alpinwanderherz vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr.

Viele Tourenmöglichkeiten bietet der Alpstein zu dieser Jahreszeit und dieser Schneelage (zu wenig Schnee für Ski- oder Schneeschuhtouren, teilweise aber heikle Verhältnisse für Alpinwanderungen) nicht mehr, weshalb wir einmal mehr Alp Sigel und Bogartenfirst anpeilten und so auf den südseitigen Hängen noch einen letzten Hauch von etwas Wärme geniessen konnten. Der Föhn, welcher zwar für trockene Verhältnisse sorgte, tritt Ende November nicht mehr als warmer Wind auf, sondern zeigte sich auch heute von seiner frischeren Seite. Die windgeschützten Bereiche waren rar, weshalb wir nur wenig Pausen machten.

Auf der Alp Sigel schien der Frühling ein kurzes Intermezzo zu geben, spriessten doch Enziane in recht grosser Zahl aus dem trockenen Boden. Die Alp Sigel ist fast zu jeder Jahreszeit bekannt für ihre üppige Blumenpracht und - obwohl der lange Winter noch vor uns liegt - kam schon etwas Vorfreude auf den Winter auf. Die Legföhren am Südgrat unterhalb von P. 1769 m sorgten mit ihrem satten Immergrün wie gewohnt für etwas südländisches Ambiente. Erstaunlich gut begehbar war schliesslich der oft ausgesetzte und sehr schmale Jägersteig, welcher die Südflanke des Bogartenfirsts durchzieht: Keine wuchernde Vegetation störte, und die Steigspuren präsentierten sich trocken und griffig.

Nach dem kurzen Gipfelbesuch auf dem höchsten Punkt des Bogartenfirsts statteten wir auch dem prächtigen Felsenfenster auf dem Kamm etwas weiter östlich einen Besuch ab: Ein sehr lohnenswerter, kurzer Abstecher im weiteren Gipfelbereich; die von Legföhren bewachsene Felsbrücke ist ein kleines Naturwunder.

Routenbeschreibung:

Pfannenstil (Brülisau) - Plattenbödeli - Alp Sigel P. 1581 m (T1 - T2)

Auf dem Fahrsträsschen steigt man durch das steile Brüeltobel zum Berggasthaus Plattenbödeli auf und zweigt unmittelbar vor dem Gasthaus nach rechts ab und wandert auf weiterhin markiertem Weg in vielen Kehren durch den Wald hinauf zu den Alphütten der Alp Sigel.

Alp Sigel - P. 1769 m (T3)

Von den Alphütten steigt man weglos in wenig steilem Alpgelände die Hänge hoch und peilt den von weitem sichtbaren P. 1769 m an, wobei erst der letzte Teil etwas steiler und ansatzweise leicht ausgesetzt ist.

P. 1769 m - Südgrat - Alp Mans (T4)

Man folgt dem Grat absteigend und erreicht bald den Legföhrenbereich, wo eine Kletterstelle (I) wartet, welche auch mit Hilfe von Legföhren und Wurzeln überwunden wird. Bei einem Steinmännchen steigt man auf einer Art Wegspur etwas in die Südflanke ab, folgt weiter der Spur und wechselt noch vor einem Aufschwung im Legföhrendschungel auf die Nordseite, wo man den Gratbereich verlässt und auf gut gestuften Alpweiden zur Alp Mans absteigt.

Alp Mans - Jägersteig - Bogartenfirst (T5)

Man folgt von der Alp Mans zunächst dem Wanderweg in östlicher Richtung und erreicht P. 1561 m (Wegweiser). Dort geht man weglos in südwestlicher Richtung leicht absteigend und trifft bald auf einen markanten Stein mit der roten Aufschrift "J. St.", den Einstieg in den Jägersteig. Der Steig ist mit roten Markierungen versehen, erfordert aber dennoch Aufmerksamkeit für die richtige Routenfindung. Man hält sich zu Beginn im Zweifelsfall stets etwas absteigend. Der Pfad und die Markierungen werden in der Folge deutlicher und das Gelände ausgesetzter und steiler. Nach einer abschüssigen Waldlichtung erreicht man felsiges Gelände, wo die Markierungen die Route gut anzeigen. Fortan geht es meist leicht ansteigend weiter mit immer wieder ausgesetzten Passagen, wo aber stets guter Fels für den nötigen Halt sorgt.

Die Hütten der Alp Bogarten tauchen auf und der Schlussaufstieg zum Bogartenfirst beginnt: Am besten orientiert man sich an den unteren Felsen der Bogartenfirstsüdflanke, steigt um ein Eck etwas auf und findet dort bald den Einstieg der mit rot und blau markiert ist inkl. Aufschrift B. F. für Bogartenfirst. Der Pfad ist nun meist deutlich erkennbar, erfordert aber immer noch etwas Aufmerksamkeit. Einzelne Steinmännchen helfen ebenfalls weiter. Nach der Durchquerung einer kleinen Geröllhalde und einem kurzen, steilen Aufstieg, biegt die Route nach rechts ab und quert recht lange in nordöstlicher Richtung, bis sie zum Schlussaufstieg einsetzt - viele blaue und rote Markierungen. 

Der Gipfelaufstieg zum höchsten Punkt ist wiederum sehr steil und ausgesetzt. Es gibt zwei Varianten: Mit einem roten Punkt markiert leitet eine Felsrippe etwas links zum Gipfel, wo man nach dem ersten Absatz regelrecht unter den Legföhren hindurch kriechen muss; unwesentlich einfacher ist die andere Variante weiter rechts, wo man über abgestorbene Bäume in die steile, aber gut gestufte Flanke gelangt und unter Zuhilfenahme von Legföhrenästen in etwas Kletterei zum Gipfel gelangt.

(Abstecher zum Felsenfenster T3):

Die Abzweigung zum Felsenfenster ist im Aufstieg zum Bogartenfirst von unten besser erkennbar: Etwa 10 m über einem Stein (ca. 1760 m. ü. M. ?), welcher mehrere deutliche Markierungen in roter und blauer Farbe aufweist, zweigt man auf schwacher Spur nach rechts in die Legföhrenzone ab und folgt einem Pfad (blaue Markierungen) zwischendurch leicht absteigend zum Felsenfenster.

Abstieg von der Alp Bogarten zur Alp Sämtis (T2)

Von den Alphütten Bogarten steigt man etwas auf und erreicht bald einen guten Pfad, welcher in den Bergwanderweg leitet, welcher von der Bogartenlücke steil zur Alp Sämtis hinunterführt. Weiter folgt man dem Fahrsträsschen und erreicht den Sämtisersee bzw. das Plattenbödeli und somit den steilen Schlussabstieg auf dem Fahrsträsschen nach Brülisau.


Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»