Grosser Mythen (1898 m) nach langem Anlauf - von Rothenturm nach Schwyz


Publiziert von dulac Pro , 28. August 2012 um 22:08.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:21 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Mythengruppe   CH-SZ   Alptaler Berge 
Zeitbedarf: 7:45
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:Rothenturm - Biberstock - Ruchegg - Ronenegg - Steinschlag - Nüsellstock - Teuffeli - Höch Tändli - Chli Tändli - Näbikenfirst - Grossbrechenstock - Haggenegg - Zwüschet Mythen - Holzegg - Grosser Mythen - Holzegg - Hasli - Mythenbad - Rickenbach - Schwyz
Zufahrt zum Ausgangspunkt:HSt. Rothenturm-Dorf Buslinie Biberbrugg - Schwyz
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Buslinie Rickenbach - Schwyz
Kartennummer:SLK 1:50.000 Lachen

„Langer Anlauf“ im doppelten Sinn: Einmal weil es so lange gedauert hat bis ich ihn überhaupt angegangen bin. Und zweitens weil die Tour ihren Anfang nicht wie zumeist in Brunni gefunden hat. Das hätte ich zwar auch gerne als Ausgangspunkt genommen. Doch beim Studium der Fahrpläne mußte ich feststellen, daß aus Richtung St. Gallen die Übergangszeiten völlig inakzeptabel sind. Eher ungewöhnlich.
 
Als Ausweg wollte ich mir einen alternativen Ausgangspunkt entlang der Bahnstrecke BiberbruggArth-Goldau suchen. Tatsächlich geschah das erst während der Bahnfahrt. Ich war nicht mehr dazu gekommen, am Vorabend nach Tourberichten zu suchen. Hat durchaus auch seinen Reiz, so völlig unvorbereitet (allerdings selbstverständlich mit Karte etc. ausgerüstet) in eine bisher unbekannte Gegend zu kommen und sich einfach überraschen lassen.
 
Beim Kartenstudium wurde mir schnell klar, es gibt da einen Grat, der sich bis zu den Mythen erstreckt, und dem entlang auf der SLK ein Weg eingezeichnet ist, Rothenturm wäre wohl ein geeigneter Startpunkt mit dem Aufstieg zum ersten Gipfel, dem Nüsellstock.
 
Rothenturm liegt wohl an der Bahnstrecke, doch der Voralpen-Express hält dort nicht. Drum mußte ich bereits in Biberbrugg in den Bus umsteigen, und zunächst nach der Haltestelle suchen. Diese liegt zwar nahe dem Bahnhof, es gibt auch ein Hinweis-Schild, doch ist der Halt etwas verdeckt und liegt nicht im Blick, was zunächst etwas irritiert, insbesondere wenn es knapp wird mit der Übergangszeit.
 
Doch Problem gerade noch rechtzeitig gelöst, und auch bei der richtigen Haltestelle rechtzeitig auf den Halte-Knopf gedrückt. Es konnte losgehen.
 
Auf den Wegweisern war der Nüsellstock ausgewiesen, drum habe ich erst gar nicht versucht, nach Karte meinen Weg zu suchen. Es war eine recht komplizierte Wegführung. Auf dem Gipfel angekommen war ich drum erstaunt von dort den Ausgangspunkt Rothenturm nur wenige Höhenmeter tiefer und nicht wirklich weit entfernt zu erkennen. Statt der von mir benötigten fast 2 Stunden entlang der markierten Wege sollte diese Strecke auf direkterem Weg eigentlich locker in maximal einer Dreiviertelstunde machbar sein.
 
Doch egal, jetzt war ich auf dem ersten Gipfel, ab jetzt ging es entlang des Grats, da sollte es kein weiteres Vertun geben.
 
Überraschend auch, daß es auf dem Nüsellstock mit nicht einmal 1.500 Metern ein Gipfelkreuz, und ja sogar ein Gipfelbuch gab. Ein nagelneues noch dazu, noch keinen Monat alt. In der Kassette überdies eine Brille. Als Lesehilfe für Alterssichtige? oder hatte sie nur ein Besucher vergessen, wer weiss.
 
Ab jetzt ein gemütliches Auf und Ab in einer als eher lieblich zu charakterisierenden Voralpenlandschaft.
 
Bereits am Nüsellstock schöne Fernsicht auf die Zentralalpen, die Mythen waren hier aber noch verdeckt und zeigten sich erst ein zwei Gipfel weiter.
 
So ging es voran, u.a. auch an einigen Kuhherden vorbei. Die erste war wohl eine Gruppe von Frühaufstehern, denn sie lagen bereits, etwas apathisch wirkend, im Gras, offenbar schon beim Wiederkäuen.
 
Die nächsten dafür das genaue Gegenteil, noch aktiv grasend.
 
Und auf einem der letzten Gipfel, mit einer schönen Bank, die zur Rast einlud, eine dritte Gruppe, die aktivste und auch aggressivste. Denn sie kamen flotten Schritts auf mich zu und vermittelten nicht den Eindruck, von mir nur gestreichelt werden zu wollen. Drum Rast auf Bank und Aussichtgeniessen ade, statt dessen schnelle Flucht. Ob ich den Fehler gemacht hatte, den Rucksack zu öffnen und die Rindviecher dies mißverstanden haben, ich weiss es nicht. Bisher hatte ich vergleichbare Erfahrungen nur mit Ziegen und Schafen gemacht.
 
Die Mythen kamen zwar näher, allerdings nur langsam. Bis Haggenegg hatte ich bereits 4 Stunden gebraucht, doch der Einstieg zum Großen Mythen, das zeigte ein Blick auf die Karte, der war noch ein gutes, oder besser, ein mehr als gutes Stück entfernt.
 
Zuerst mußte ich noch an der Beiz Zwischet Mythen vorbei und dann wieder ein wenig Auf und Ab zur Holzegg. Die war gegen 2 Uhr dann auch erreicht.
 
Von hier konnte der Aufstieg dann endlich beginnen. Steil und teilweise ausgesetzt ging es ab hier nach oben. Alle eventuell problematischen Stellen aber bestens seilgesichert. Einige wenige Wanderer kamen mir entgegen. An diesem Wochentag offenbar kein Hochbetrieb wie sonst an einem Wochenende zu erwarten.
 
Völlig durchgeschwitzt erreichte ich nach etwas mehr als einer Stunde den Gipfel. Daß es u.a. Weissbier einer bekannten deutschen Marke am Gipfel geben würde, hatte ich schon von den mir Entgegenkommenden erfahren. Der Auswahlprozess auf der Getränkekarte gestaltete sich entsprechend einfach. Durstig wie ich war sorgte ich für entsprechenden Umsatz.
 
Es war heute ein wenig dunstig. Dennoch fand ich die Aussicht vom Gipfel etwa auf das direkt darunter liegende Schwyz einzigartig. Wie toll muß sie erst bei klarem Wetter sein!
 
Erfreut konnte ich auch feststellen, daß ich in dieser mir eigentlich fremden Gegend doch erstaunlich viele Berge zuordnen konnte.
 
Gegen 16.30 mußte ich mich dann (leider) an den Abstieg machen, denn es waren immerhin rund 1400 m, die zu vernichten waren.
 
Der Weg hinab nach Rickenbach/Schwyz gut markiert, keine Probleme. Nach rund 1 ¾ Stunden war die Ortsgrenze von Schwyz und ein Bushalt erreicht, von wo ich dann rasch zum Bahnhof gelangte und auch den von mir anvisierten Zug erreichte.
 
Der Mythen hat mir außerordentlich gut gefallen. So gut, daß ich gewiss wiederkommen werde, auch um dann dem heute ausgelassenen „Kleinen“ einen Besuch abzustatten.
 
Von der erweiterten kompletten Alptal-Runde, wie sie tobi unternommen hat und von der ich erst nach meiner Rückkehr auf hikr gelesen habe, werde ich aber sicher die Finger lassen ;-).  Allenfalls einen Zustieg von Osten her in Erwägung ziehen. Vielleicht. Wer weiss, schau´n wir mal!

Tourengänger: dulac

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