Gross Diamantstock - Ostgrat


Publiziert von kleopatra , 21. August 2012 um 23:23.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:18 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: V- (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 1300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PKW oder Postauto nach Handegg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit dem PKW oder Postauto zum Räterichbodensee
Unterkunftmöglichkeiten:Grubenhütte ... genial!

Zurecht ist der Ostgrat auf den Grossen Diamantstock eine sehr beliebte Kletterei. Der Grat faszinierte mich schon beim ersten Besuch dieses Berges und nun durfte ich diesen endlich erklimmen.

Um dem Ansturm etwas zu entrinnen stiegen wir am ersten Tag zur Gruebenhütte auf, eine unbewirtschaftete Hütte oberhalb des gleichnamigen Stausees. 16 Personen fasst dies kleine Hüttlein, aber wenn sich wie in unserem Fall nur 8 Personen einfinden ist es sehr geräumig und man hat grosszügig in den zwei Schlafräumen Platz.

Nach gemeinschaftlichem köcheln verkriechen wir uns bald in die Federn um am nächsten Tag um 04 Uhr Richtung Unteeni Bächli-Lücke zu steigen. Obwohl wir uns gestern die Zeit nahmen bis fast zur Lücke aufzusteigen geraten wir etwas zu hoch (der eigentlich Weg ist direkt hinter den 'Maulwurfshügeln' auf dem Gletscher hindurch) und müssen so wieder ein Stück hinab. Der Gletscherrest ist im Zustieg bereits so dünn geworden, dass man an einer Stelle nur mehr auf einem ca. 10 Meter breitem Gletscherrest zwischen plattigen Felsen aufsteigt. Wie man hier ohne Gletscher in 5 Jahren raufkommt, wird spannend. Der Übergang vom Schnee auf den Fels gestaltet sich problemlos, dann allerdings fehlt das wichtigsten Fixseilzwischenstück, denn hier rutscht so einiges nach unten. Irgendwie ist das dann auch geschafft und wir stehen in der Unteren Bächlilücke, wo wir dann den ersten Grataufschwung links umgehen (etwas absteigen, kann aber auch überklettert werden) um direkt zum Einstieg des ersten grossen Pfeilers des Ostgrats zu gelangen. Hier treffen wir als zweite Seilschaft um 06 Uhr ein und können dank der zügig kletternden Kollegen vor uns wenige Minuten später starten.

Die Details der Kletterei wurden von Alpin_Rise bereits treffend beschrieben, weswegen ich hier auf seinen Bericht verweise. Da auch wir uns den Verhauer kurz unter dem Gipfel bei der Querung in die Südwand leisteten, dazu kurz ein Tip: man bewege sich möglichst wenig weit von der Gratkante weg und nehme die erste Möglichkeit diese wieder zu erklimmen. Je weiter man in die Südwand quert umso brüchiger wird die Angelegenheit. Ziel für den Aussteig aus dem Grat ist ein markanter Pfeiler mir imposanter senkrechter Platte direkt unter dem Gipfel, der rechts umgangen wird.

Für den Abstieg halten wir uns ein Stück auf dem Grat, der auch hier oben sehr schön zu klettern ist. Die schnellere Variante ist gleich vom Gipfel ein Stück in die NW-Wand abzusteigen und dort den Steinmännern zu folgen. Diese führen dann in eine mittels kräftigem Armzug erkletterbare Scharte von der aus leicht nach links Steinmänner den Weg durch die SO-Wand weisen. Laut Plaisir gibt es bereits vom Grat weg eine Abseilstelle, die haben wir allerdings nicht gefunden und es geht zu Fuss auch recht gut. Für die letzte Abseilstelle ist ein 50 Meter Seil zu empfehlen (allerdings ganz bis auf den Gletscher reicht es damit leider auch nicht).

Für den weiteren Abstieg entscheiden wir uns für die Variante über die Bächlitalhütte, wobei angeblich an der Unteren-Bächlilücke eine Abseilpiste eingerichtet ist. Wahrscheinlich sind beide Varianten gleich schnell, wobei die Bächlitalhütte natürlich mit Speis und Trank punktet.

Fazit: wunderschöne Gratkletterei, die zu Recht sehr beliebt ist. Unsere Variante mit Zustieg über die Gruebenhütte brachte die ersehnte Ruhe zumindest im Hüttenzustieg. Für den Zustieg zum Grat sind wegen der nicht ganz trivialen Orientierung besser 2h anzusetzen (keine Steinmänner oder Markierungen über den Gletscher) und man muss bei Dämmerung mit ersten Seilschaften von der Bächlitalhütte rechnen. Wir benötigten für den Grat 3,5h ohne Stau aber mit Verhauer am Schluss. Die Seilschaften hinter uns waren etwas gemächlicher unterwegs, d.h. für die Planung sollte man eher mit einer Stunde mehr rechnen. Da wir im Abstieg nicht sofort die direkte Variante entlang der Steinmänner wählten zog sich dieser (3,5h zur Hütte).

Tourengänger: kleopatra

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Kommentare (3)


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alpinos hat gesagt:
Gesendet am 24. August 2012 um 08:20
Gratulation zu diesem beeindruckenden Klettertgrat! Der steht bei mir auch auf dem Wunschzettel...

Gruß - A

kleopatra hat gesagt: RE:
Gesendet am 24. August 2012 um 08:43
Das gleiche hab' ich mir bei alpinos m letzten Wallis-Ausflug auch gedacht :o ... Ich bearbeite Euren Wunschzettel, ihr meinen, das ist doch perfektes Teamwork ;) Bis demnächst, kleo

alpinos hat gesagt: RE:
Gesendet am 24. August 2012 um 08:53
Hihi, genau. Beim letzen Wallis-Ausflug war jedoch nur die männliche Alpino-Hälfte mit von der Partie, während ich in nördlicheren Gefilden weilte. Vielleicht findet sich ja mal wieder eine Gelegenheit, gemeinsam Wunschzettel abzuarbeiten :-)

LG, Anna


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