Tschima da Flix (3301 m) im Sommer


Publiziert von rkroebl Pro , 13. August 2012 um 02:17.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:12 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1490 m
Abstieg: 1490 m
Strecke:Tigias - See 1 - See 2 - Sattel P. 2471 - Fuorcla da Flix - Tschima da Flix retour ( 14,8 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto von Sur (Julierpasstrasse) auf die Alp Flix, Parkplätze gegen Bezahlung vorhanden (Automat). Hinweis betreffend Strassenzustand im Tourenbericht beachten!
Kartennummer:1256 Bivio / Ausschnitt map.geo.admin.ch / GPS etrex 30

Von dieser Tour kam ich absolut begeistert zurück, obwohl ich im letzten Moment, nur 300 Meter vom rettenden Auto entfernt noch jämmerlich durch ein Gewitter verregnet wurde. Was die Tschima da Flix an Ausblicken bietet, sucht seinesgleichen. Der Berg steht in einer geologisch interessanten Ecke, ist hoch genug um das meiste in seiner näheren Umgebung zu überragen - und er ist nicht schwer zu besteigen.

Bevor ich kurz zur Route etwas schreibe, will ich etwas zur Anfahrt loswerden: Die Strasse von Sur am Julierpass hinauf zur Alp Flix, dem Ausgangspunkt der Tour, verdient nur im untersten Teil den Namen 'Strasse'.  Schon vor zwei Jahren hat Ivo66 den Anfahrweg zur Alp Flix mit T6 bewertet. Heute sieht das eher noch schlimmer aus - denn da wurde in den zwei verflossenen Jahren rein gar nichts gemacht, an dieser Schlaglöcherpiste. Dafür hat man den Parkgebührenautomaten im Schuss gehalten. Ganz im Ernst: Wer einen relativ tief liegenden Wagen hat, sollte da nicht rauffahren, das gäbe Schäden. Beim parkieren gilt: Erst Ticket (CHF 12.00 für  12 Std.) besorgen, dann parkieren.

Zu erfreulicheren Dingen: Die Route zerfällt quasi in drei Teile - die ganz unterschiedliche 'Charaktere' haben.

Vom Ausgangspunkt Tigias bis zum zweiten kleinen See bei P. 2540 bewegen wir uns auf Gras. Einen Weg gibt es grösstenteils, er ist sogar inoffiziell mit grünen Leuchtfarbenpunkten markiert. Aber verlieren kann man den Weg trotzdem - er ist nicht zusammenhängend und macht in meinen Augen ein paar überflüssige Wendungen. Wie auch immer, man kann da nach eigenem Gusto steigen. Wichtig ist einzig, dass man am Schluss bei P. 2540 und dem kreisrunden Seelein eintrifft. Bis hier alles T2.

Vom zweiten See an, wechselt die Unterlage auf Fels und Schutt. Diese Etappe geht via Sattel bei P. 2741 bis zur Fuorcla da Flix und ist wiederum markiert. Allerdings sind die Markierungen spärlich - dafür sind an den wichtigsten Punkten auch Steinmänndli zu finden. Hier wenn möglich auf dem Weg bleiben, wo es einen hat. Die Route verläuft auf einem Grat, den man aber streckenweise nach links oder rechts verlässt. Bei den Passagen über die groben Blockschuttfelder gut auf die Steinmänndli achten. An wenigen Stellen muss man vielleicht mal die Hände zur Hilfe nehmen, eigentliche Kletterstellen hat es keine. Einige Teilstücke auf dieser Etappe sind sehr steil und anstrengend. Diesen Teil der Tour bewerte ich mit T4-.

Zuletzt folgt der Gipfelaufstieg von der Fuorcla da Flix aus. Der ist ein ziemlicher Spaziergang über Geröll und Schutt, wenig steil, nirgends ausgesetzt. Man findet einen Trampelpfad, braucht ihn aber nicht unbedingt, das Ziel hat man schon von Anfang an im Blickfeld. Mehr als T3 ist das nicht.

Den Abstieg macht man auf der gleichen Route. Ich empfehle die kurzen Zehennägel.

Die Tschima da Flix wird offensichtlich selten begangen - was ich überhaupt nicht verstehe, denn der Berg bietet atemberaubende Aussicht. Das vom (leider Ende 2011 tödlich in einer Lawine verunglückten) Hüttenwart der in der Nähe gelegenen Jenatschhütte gesponserte Gipfelbuch datiert vom September 2011 und hat bis jetzt lediglich vielleicht 20 Einträge. Nicht wie beim Piz Surparé liegt das daran, dass das Gipfelbuch versteckt wäre. Im Gegenteil - die Gamelle im Gipfelsteinmanndli sieht man schon von weitem.

Wer die Tour mit der Karte vor Augen nachvollzieht, wird sich fragen, ob man da nicht ganz einfach noch den Piz Agnel einbauen könnte. Schliesslich geht man direkt unter dessen Gipfel vorbei und mit vielleicht 200 zusätzlichen Höhenmetern hätte man noch einen Dreitausender im Palmarès. Dem ist so. Allerdings habe ich meine diesbezüglichen Pläne vor Ort verworfen - der Piz Agnel bietet niemals die Aussicht, die man von der Tschima da Flix geboten bekommt. So wird man vom Agnel her nichts vom Vadret Calderas sehen und die wunderschöne Nordflanke des Piz Picuogl bleibt einem auch vorenthalten. Ich sagte mir "Was soll's?" und habe den Piz Agnel stehen lassen.

Ich hoffe, die Fotos geben wieder, was mich für geraume Zeit am Gipfel festgehalten hat. Trotz beissendem, eiskaltem Wind, konnte ich mich nicht von den Eindrücken dort oben losreissen. Sagenhaft schön war's!

Tourengänger: rkroebl

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Geodaten
 12362.gpx Tschima da Flix

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