Bergretter beim Wintergrundkurs von der Realität eingeholt - sprich mit einem Einsatz konfrontiert!


Publiziert von mountainrescue Pro , 15. Januar 2012 um 21:11. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Ennstaler Alpen » Eisenerzer Alpen
Tour Datum:15 Januar 2012
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"Frau Holle beschert den Bergrettern in der Eisenerzer Ramsau ein Winterwunderland" -  das habe ich mir gedacht, als ich zum Wintergrundkurs der Steirischen Bergrettung in die Eisenerzer Ramsau gefahren bin. Dichtes Schneetreiben beherrschte die Fahrt über den Präbichl und noch intensiver und stärker wurde der Schneefall beim Weg in die Eisenerzer Ramsau. Die Schneewände entlang der Straße reichten weit über mein Autodach... und das sagt über die Schneesituation wohl einiges aus.



 

Egal wann, egal wo….
Wir finden immer einen Weg!
In den Bergen kann schneller etwas passieren als man denkt.
Wann immer Sie Hilfe brauchen, dann holen wir Sie raus –
auch aus sehr schwierigem Gelände. Rund um die Uhr.
Dafür stehen mehr als 1600 bestens ausgebildete
Bergretter/innen in der Steiermark zur Verfügung.
Freiwillig und ehrenamtlich.

Dieser Spruch, der sich auf der Homepage (http://www.bergrettung-stmk.at) des Steirischen Bergrettungsdienstes findet, ist sicher auch ausschlaggebend, dass sich immer mehr jungen Männer und auch Frauen zur Bergrettung hingezogen fühlen. Der „Ansturm“ auf die Bergrettung ist, nach wie vor, ungebrochen. Allerdings müssen, um den hohen Ausbildungsstandard gewährleisten zu können, die Teilnehmerzahlen niedrig gehalten werden. Nur so kann gewährleistet werden, daß in den Kursgruppen jeder ein Maximum an Wissen von seinem Kurs mit nach Hause nehmen kann.

Schon seit Jahren ist die Bergrettung gern gesehener Gast im Jugendgäste (JUFA) in der Eisenerzer Ramsau und greift gerne immer wieder auf dieses Quartier zurück, vor allem aber auch wegen der dort herrschenden Schneesicherheit und der perfekten Infrastruktur des Hauses - und das ist für einen Kurs einfach eine unabdingbare Notwendigkeit. . Durch die eigenen Speise- und Vortragsräume stört man auch die anderen Hausgäste nicht
.



 

52 JungbergretterInnen wurden bei diesem Kurs, der von Landesausbildungsleiter Andreas Staudacher geleitet wurde, von 11 Ausbildern in die Grundschule des Schibergsteigens und bergrettungstechnischer Maßnahmen, eingeführt. Die ärztliche Leitung oblag Landesleiter Dr. Fritz Seidl; für die Organisation war Fredl Pußwald verantwortlich.

Die Schwerpunkte des Kurses liegen in einer integrierten zielorientierten Basisausbildung, sodass die jungen BergretterInnen in ihren Ortsstellen bei Einsätzen im Winter (Kameradenrettung/Planmäßiger Lawineneinsatz/Sucheinsatz/Pisteneinsatz bei Tag und bei Nacht) als Bergretter eingesetzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auch in der Ausbildung "Risikomanagement-Winter" (Bewegung im Schitourenbereich / Gefahrenbeurteilung und Entscheidungsfindung als Gruppenführer) - hier ist ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung "Beurteilung der Lawinengefahr durch die systematische Schneedeckendiagnose".

 



 

Erschwerend kamen beim heurigen Kurs die schlechten Witterungsbedingungen, sowie die großen Schneemassen hinzu.


 

Wenn man erlebt hat mit welcher Begeisterung, welchem Einsatzwillen die jungen KameradInnen hier zu Werke gehen, braucht man sich um die Bergrettung keine Sorgen machen – denn sie machen es wirklich: Freiwillig – ehrenamtlich – und unbezahlt!

Wie schnell allerdings die Realität die Bergretter einholen kann, bewies einmal mehr der heutige Tag. Kurz nachdem die einzelnen Gruppen aus dem Gelände zurück ins Quartier gelang waren, erreichte ein Hilferuf von 3 Tourengehern, die sich im Bereich des Kragelschinken verirrt hatten, die Kursteilnehmer. Aus der Übung wurde Realität. Die drei Männer, hatten bei der Abfahrt vom Kragelschinken im dichten Schneetreiben die Orientierung verloren. Die Schitourengeher im Alter von 31, 34 und 35 Jahren konnten schließlich bei einer Hinweistafel unverletzt entdeckt werden - die Tafel war nach mehreren ähnlichen Suchaktionen aufgestellt worden - zum Glück für die Tourengeher.


Tourengänger: mountainrescue


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Kommentare (4)


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©bergundradlpeter hat gesagt:
Gesendet am 16. Januar 2012 um 20:06
Lieber Erich,
...und vielen, vielen Dank, stellvertretend an alle Bergretter dieser Welt für Euren unermüdlichen Einsatz und Bereitschaft uns aus der Sch... zu holen!

Danke und viele Grüße
Peter

mountainrescue Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Januar 2012 um 20:14
Hallo Peter!
Recht herzlichen Dank für deinen netten Kommentar. Ich werde ihn gerne an meine KameradInnen weiterleiten.

Es ist einfach super ein schönes Feedback zu erhalten :-)

Danke nochmals!

Liebe Grüße
Erich

Winkle hat gesagt: Kragelschinken-Einsatz
Gesendet am 20. Januar 2012 um 09:12
Hallo Mountainrescue!
Ich verfolge ständig deine Touren (SO+WI).
Hut ab vor den unermüdlichen Einsätzen der Bergretter. Ich war gleichzeitig am Plösch.
Am Kragel herrschte ja LG 3-4, starker Wind,da hat man dort nicht verloren.-
LG-Hans

mountainrescue Pro hat gesagt: RE:Kragelschinken-Einsatz
Gesendet am 20. Januar 2012 um 13:52
Hallo Hans!
Freut mich, dass du ein ständiger Besucher meiner Seiten bist. Ich versuche in meinen Berichten ein bissi mehr als nur einen nüchternen Tourenbericht zu schreiben, sondern ab und an auch "Herzblut" einfließen zu lassen. Besonders natürlich bei den Berichten, die die Bergrettung betreffen, denn unsere Einsätze geschehen ja meistens ohne mediale Beteiligung [no na net - wer begleitet uns freiwillig bei Sturm und Schneetreiben ;-)] Kragel und Plösch sind, trotz ihrer scheinbar "geringen" Höhe nicht zu unterschätzen...
Ich wünsche dir weiter viel Spaß beim Lesen meiner Tourenberichte!
Herzlichst
Erich


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