Auf die Rotwand (1885 m), ein klassischer Münchner Hausberg (mit Platzkartenausgabe für den Gipfel)


Publiziert von Gemse , 11. November 2011 um 17:45. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Bayrische Voralpen
Tour Datum: 9 November 2011
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 932 m
Abstieg: 932 m
Strecke:Spitzingsee - Rotwandhaus - Rotwand - Taubenstein - Spitzingsee (13,989 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto: BAB A8 München - Auffahrt Weyarn - Miesbach - Schliersee - Spitzingsee
ÖV: cff logo Schliersee und von da mit dem RVO zum Spitzingsee
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito.
Unterkunftmöglichkeiten:Rotwandhütte, Taubensteinhütte, Gasthöfe in Spitzingsee
Kartennummer:AV-Karte Bayerische Alpen BY 15

Welcher Münchner kennt die Rotwand nicht! Den vielgeliebten Allerweltsberg über Großtiefental und Kleintiefental, der anstrengend in 3 Std. von Geitau und um vieles bequemer vom Spitzingsee in 2 1/2 Std. erreicht wird - eine nicht sehr auffallende, gar nicht charakteristische Reihung kleiner übergrünter Kuppen, rot anzusehen, wie es heißt, was aber ich - ein (offensichtlich) Farbenblinder - niemals genossen habe.
Es gibt Dutzende von Möglichkeiten, auf die Rotwand zu gelangen, was zunächst immer heißt: zum Rotwandhaus, 1760 m, unter dem Rotwandgipfel, 1885 m. Als klassisch darf in der Tat der "Rotwandweg" von der Wurzhütte über Winterstube, Gleiselstein und Wildfeldalm gelten:
Also starte ich heute von der Kirche in Spitzing in Richtung Rotwandhütte. Ich hoffe heute einwenig allein zu sein: Es ist unter der Woche, die meisten Hütten sind geschlossen. Sogar das Rotwandhaus ist wegen Wartungsarbeiten am 09.11. geschlossen und die Seilbahn hat Revision: ideal, ich dürfte fast allein sein.
Über den breiten Wirtschaftsweg gehe ich mäßig ansteigend hoch. Kurz hinter der Bergwachthütte biegt der Weg rechts ab. Jetzt wird’s steiler und mir wird’s  langsam warm. Kurz unter der Wildfeldalm überhole ich die ersten Wanderer, die auch hoch wollen. Als kurz oberhalb der Wildfeldalm die Sicht frei wird zum Rotwandhaus, sind auf dem Weg zur Hütte mindestens 15 Wanderer vor mir. Jetzt überholen mich sogar welche. Das soll heute eine einsame Tour werden, ich glaube nicht mehr daran. Nach 2 Std. erreiche ich das Rotwandhaus (1737 m). Die Hütte ist geschlossen, auf der Terrasse sind alle Biertische frei.
 
Ich mache eine kurze Rast und genieße die Aussicht in die Hohen Tauern von Hohe Tenn bis Großvenediger.
 
Nach einer Viertelstunde starte ich zum Rotwandgipfel. Auf dem Aufstiegsweg tummeln sich jede Menge Wanderer. In 20 Min. bin ich unter dem Gipfel an der kurzen 2 Meter hohen Felsstufe. Am Gipfel halten sich mindestens 20 Personen auf. Ich warte ein wenig bis der Gipfel ein wenig gelichtet hat und dann überwinde ich die kurze Felsstufe und stehe auf dem Rotwandgipfel (1885 m). Es sind immer noch genug Wanderer oben, sodass ich kein geschlossenes Rundumpanorama schaffe. Im Alpenvorland liegt eine dichte Nebeldecke aus der im NO die Abwärmewolke des AKW Ohu II herausragt.
Da mir der Trubel zu viel ist, steige ich gleich wieder ab und gehe unter dem Rotwandkopf auf einem schmalen Steig direkt, ohne Höhenverlust hinüber zum Kirchsteinsattel (1760 m). An dem kleinen etwa 10 m hohen Felsklotz des Kirchsteins liegt eine etwa 7 m lange Leiter an. Dies interessiert mich und ich gehe die paar Schritte hinüber. Die Leiter ist oben gesichert und es hängt ein Sicherungsseil herunter. Ich steige die Leiter hoch. Die letzten 3 m sind flacher, ich ziehe mich am Seil hoch und so stehe ich auf dem Kirchstein (1782 m), (eine Hikr-Erstbesteigung!). Offensichtlich beabsichtigt man dort ein Kreuz oder ähnliches anzubringen, da eine Eisenplatte am höchsten Punkt verankert ist. Mit Hilfe des Sicherungsseils und der Leiter steige ich wieder ab.
Ohne die künstlichen Hilfsmittel dürfte der Anstieg mindestens UIAA-Skala III – IV haben.
 
Der Weiterweg führt nun westlich oberhalb des normalen Wanderwegs über den Lempersberg (1817 m) weglos zum Taubenstein. Ich lasse am Brotzeitfelsen den Rucksack zurück und steige in 5 Mn. über Schrofen hoch zum Gipfel des Taubensteins (1693 m). Ein kurzes Sicherungsseil hilft unsicheren Bergwanderern hoch. Da auch hier viel los ist, steige ich gleich wieder ab und mache am Brotzeitfelsen eine kurze Pause.
Der Weiterweg führt jetzt über Schrofenstufen hinunter zum Taubensteinsattel zur Seilbahn-Bergstation. Hier ist ein letzter Blick hinüber zum Wendelstein möglich. In der Südflanke des Seebergs wütet noch immer das Flächenfeuer mit mächtiger Rauchentwicklung.
 
Ab hier führt der Weg hinunter teilweise entlang der Trasse der Skiabfahrt. Nach 1 1/4 Std. erreiche ich den Spitzingsee. Ich genieße noch einwenig die Sonne am See, bevor ich dann wieder um 16 Uhr die Heimfahrt antrete.
 
Fazit:   Ein traumhaft schöner Tag.
Ich weiß nicht was man machen muss, dass man ein wenig einsamer ist. Ich glaube aber, das ist auf den Wegen rund um die Rotwand nicht möglich.
Die gesamt Wanderung schwankt zwischen T 1 bis T 2 nur die letzten 2 m unterm Rotwandgipfel und der Gipfelanstieg zum Taubenstein sind T 3.
 
Bergwanderer:   Karl solo

PS:  ein Dankeschön an jonas* bei der Hilfe für die Ortsmarkierungen.

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Tourengänger: Gemse


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