Vom Süden auf die Birkkarspitze (2749m) - Eine zwiespältige Sache...


Publiziert von Imeyen , 3. September 2011 um 15:47.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum: 3 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-T 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m

1990 war die Birkkarspitze einer meiner ersten höheren Berge - habe wider besseren Wissens beschlossen, nach langer Zeit nocheinmal auf diesen höchsten Karwendelgipfel zu steigen. Kurz vor 7 an der Grenze (ggü ESSO-Tankstelle) losgefahren (auch der Parkplatz am Mühlberg ist inzwischen kostenpflichtig). Zügige Fahrt vorbei am etwas überfrachtet "hergerichteten" Isarursprung zum Kasten. Bis hier eine Stunde - wie immer ein erster Höhepunkt eines Karwendeltages ("Kanada"...). dann MTB im Unterholz versteckt, von interessierten Jungkühen bedrängt, und um 8 an der verfallenen Hütte am Rand des Birkwaldes losgegangen. Schnell und völlig einfach über dem Birkkarbach zu den "Ständ". Von hier herausragender Blick nach Süden zu Kaskar, Praxmarerkar und Jägerkar. Ausserdem war es noch angenehm kühl. Bei der Quelle über den Ständ noch einmal gezögert - wirklich auf die Birkkar, oder doch lieber rechts zum Hochjöchl und dann auf die Kaltwasser?.. Hm. Für mein ursprüngliches Ziel entschieden - auf dem Weg nach links, nun im Sonnenlicht zwischen Schafherden ins westliche Birkkar aufgestiegen. Der Weg ist durchgängig gut markiert, einige mal weggerutscht, aber sonst alles leichtes Wandergelände. Jedoch: Mühsam, Karwendel, eben. Viertel vor 10 im  Birkkar. Hier alle Paar Meter ein dicker, leuchtend roter Punkt, und, gut zu sehen, ein reges Treiben 500 m höher... Nun denn. Also weiter - etwas mühsam zur Steiganlage, die von ca. 2.300 m hinauf in Richtung Schlauchkarsattel leitet. Technisch und risikomäßig nicht nötig, aber angenehm. Und die ersten Weitwandertouristen, und laute Jauchzer und Rufe aus der Scharte, ergänzt um imitierte Jodler (Sauerstoffmangel auf 2.749m??). Rasch um den Felsblock über der Scharte, der dicht wie ein Ameisenhaufen besetzt war. An der kleinen Biwakhütte vorbei unschwierig - wegen Gegenverkehr und Schwerlasttransportern aber nicht ganz risikolos - in einigen Minuten auf den Gipfel, 2 3/4 Std. ab Kasten. Hier nun extreme Poser-Dichte: "Hey, da hinten ist der Venediger... nein, Du hast keine Ahnung, das sind die Zillertaler... hallo Mädels, wollt Ihr mal ein Bild von uns machen, so mit den Bergen im Hintergrund" (mag an den attraktiven blonden Damen in knapper MTB-Montur gelegen haben). Der Blick von der Birkkar ist einmalig - das ist unbestritten, und so habe ich auch einige Minuten sehr wehmütig hinüber zur Kaltwasser geschaut... und bin dann den Aufstiegsweg entlang wieder abgestiegen. Für die Ödkarspitzen fehlte mir inzwischen die Lust... Man kann unter der Steiganalage nicht super-bequem, aber doch ganz gut abfahren (links halten). Beim Ausgang des Birkkars empfing mich dann eine knackige Karwendelhitze - noch einmal schnell abfahren (wieder links vom Weg gut möglich), immer wieder zu den Sagzähnen geblickt, wo kleine Punkte nach Norden strebten (MANN!!!). Ich habe dann am Birkkarbach ausgiebig gerastet, sehr schön, und bin dann gemütlich - und zuletzt, wie im Karwendel unvermeidlich, durch tropische Latschenfelder, wieder hinaus/hinab ins Hinterautal marschiert, mit der Frage beschäftigt, wie ich die Tour fand - Unklar. Die Landschaft ist Karwendel-typisch umwerfend, und 1800 Hm sind auch ein Wort. Insbesondere der Aufstieg durch das obere Birkkar und der Gipfel selber hatten aber zumindest heute wenig mit dem zu tun, was das Karwendel sonst so reizvoll macht.... Gemütliches Hinausrollen an der Isar entlang.

Tourengänger: Imeyen

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