Hohtürli 2778m


Publiziert von akka , 2. Januar 2011 um 19:21.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum: 2 Januar 2011
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Tschingel 1160m - Griesalp 1408m - Dünde Mittelberg 1725 - Grüenematti 2050m - Oberi Bundalp 1850m - Hohtürli 2778m - Underi Bundalp - Griesalp - Tschingel

Der Hohtürlihang
Welch ein Hang - welch ein Versprechen!


Gestartet bin ich, wie schon vor zwei Tagen bei meiner Tour zum Bundstock  in Tschingel (1160m).
Erneut den Aufstieg auf der weissen Strasse zur Griesalp (1408m). Nun weiter zur Dünde Mittelalp (1720m). Dies war falsch. Besser wäre es gewesen, auf dem Strässchen weiter zur Underi Bundalp zu steigen. Als ich meinen Fehler bemerkte war ich schon etwas zu hoch, um sinnvoll zu korrigieren. So stieg ich also weiter die Normalroute Richtung Bundstock und verliess diese auf ca. 2020m, um direkt zur Obere Bundalp(1850m) abzufahren. Nun war wieder alles im Lot und vor mir lag der gewaltig breite Höhtürlihang.
Es war sehr kalt. Wer diese Tour Anfang Januar unternimmt, muss wissen, das die ersten Sonnenstrahlen des Tages am Grat zu erwarten sind. Trotz des kleinen Fauxpas war ich heute sehr zügig unterwegs. Dies wohl auch, um den Körper warmzuhalten. Zudem fühlte ich mich nach ein paar freien Tagen sehr entspannt. Der Hang hatte in den letzten Tagen wohl schon einige Leute gesehen, denn eine gute Aufstiegsspur und einige Abfahrtsspuren waren anzutreffen. Zuoberst ist der Hang am steilsten (100m ca. 36°). Der höchste Punkt liegt auf 2790m. Für einen Abstieg zum Hohtürli Pass und Blüemlisalphütte müsste man südseitig steil absteigen  und unter den Gratfelsen Richtung Blüemlisalphütte queren.

Zur Abfahrt:
Bei besten Schneeverhältnissen ein Träumli für den leidenschaftlichen Skifahrer. Dieser bin ich eigentlich gar nicht. Vorfreude war aber angesichts der 900Hm Abfahrt über diesen ewig breiten und langen Hang zur Bundalp schon da. Also hinein ins Vergnügen. Wegen der Breite des Hanges sind unverspurte Linien noch problemlos zu finden. Klar, dass man es mit Pulverschnee zu tun hat. Dieser ist oben teilweise schon recht tief. Im Mitteldrittel hatte es ganz leichten Deckel. Es war aber noch gut zu fahren. Das unterste Drittel ist das Dessert. Seidenfein - fast schon sinnlich.

Bis zur Waldgrenze mit dem erreichen der Alpstrasse auf ca. 1650m kann man noch weitere Pulverschwünge geniessen, allerdings mit leichter Gefahr von Steinkontakt. Da die Nebelgrenze bei 1900m lag, sind in diesem Bereich die Lichtverhältnisse nicht optimal für das Erahnen von zugeschneiten Felsen gewesen.

Der Rest ist dann eher eine Fleissaufgabe. Zur Griesalp weiter auf der verfahrenen Alpstrasse. Die Abfahrt nach Tschingel hat in den letzten Tagen gelitten und ist doch arg ramponiert mit viel Eis und kleinen Steinchen. Trotzdem noch fahrbar.  

SLF: mässig

Tourengänger: akka


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Kommentare (7)


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bidi35 hat gesagt: Beim Anblick der Blümlisalphütte...
Gesendet am 2. Januar 2011 um 20:26
---schlägt mein Herz als SAC Blümlisalp-Mitglied - vermischt mit ein wenig Wehmut - natürlich höher....nichts mehr für meinen Jahrgang (leider)!!! Super Bericht. LG. Hz

Felix Pro hat gesagt: toll!
Gesendet am 2. Januar 2011 um 21:12
prächtige, anspruchsvolle Tour - gratuliere dir.

lg Felix

ghost_rt57 hat gesagt: wow
Gesendet am 2. Januar 2011 um 22:25
super tour, hammer fotos.... vom feinsten! gruss

akka hat gesagt:
Gesendet am 2. Januar 2011 um 22:47
Merci für die netten Rückmeldungen.

Ja, das ist eine hübsche Skitour und dank der guten Verhältnisse weit weniger anspruchsvoll gewesen, als ich erwartet hatte.

LG
Jörg


Zaza hat gesagt:
Gesendet am 3. Januar 2011 um 08:31
Salut Jörg,

gut gewählt, Nordhänge sind im Moment im Berner Oberland der wahre Jakob!

Sehr schön und abwechslungsreich ist die winterliche Überschreitung, d.h. Aufstieg von Kandersteg oder Oeschinensee, denn im Winter ist es zwischen dem See und dem Grat sehr friedlich und ruhig. Bei besten Verhältnissen kann man sogar vom eigentlichen Hohtürli den Pulverhang hinunter tauchen! Und an schönen Tourentagen ist Autostop Tschingel - Reichenbach meist problemlos...

Gruess, Manuel

akka hat gesagt:
Gesendet am 3. Januar 2011 um 12:34
Salut Manuel

Ja, die Hänge Richtung Kandersteg sahen einigermassen vertrauenswürdig aus. Allerdings denke ich, dass es die Oberfläche eine Kruste hatte mit fragwürdiger Tragfähigkeit. In diesem Fall eher kein Skivergnügen.

Grossen Respekt hätte ich allerdings vor den ausgesetzten Passage zwischen Oeschinensee-Unterbärgli. Da hatte ich bereits im Sommer Höhenangst...

Gruss
Jörg

Zaza hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. Januar 2011 um 19:06
Salut Jörg,

nun ja, ich habe das immer im März oder April gemacht, da ist die Chance besser, dass der Schnee nach einer klaren Nacht in den Südhängen durchgefroren ist. Die Passage über dem See kann im Hochwinter grausig sein, nämlich dann, wenn harte Lawinenkegel auf dem Weg liegen. In dem Fall geht man besser über den See und murkst sich dann den Hang hoch zum Unt. Bergli.

Gruess, Manuel


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