Grimentz – Col des Becs de Bosson – Becs de Bosson – Cabane Becs de Bosson – Pointes de Tsavolire


Publiziert von johnny68 Pro , 12. Oktober 2010 um 18:22.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:11 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Grimentz - Becs de Bosson - Pointe de Tsavolire
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Postauto nach Grimentz
Unterkunftmöglichkeiten:in Grimentz

Die Tour war spannend, aber auch ernüchternd.
 
Zuerst zum Ernüchternden: Das Skigebiet oberhalb Grimentz (zwischen Bendolla – 2129 m und dem Fuss - 2874 m - der Becs de Bosson) gleicht gegenwärtig einer Grossbaustelle und ist sommers flächendeckend verunstaltet. An allen Ecken und Enden werden für die künstliche Beschneiung in 2 m tiefen Gräben Leitungen verlegt, und die Pisten werden verbreitert, plattgewalzt und mit artfremder Vegetation angesät. Wie als Dessert gibt es am Ostgrat der Becs de Bosson auf 3000 m eine Lawinensprengkanone, 50 m höher einen auffälligen weissen Tank mit dem Sprengmittel. Schade, dass die Zivilisation den schönen Becs dermassen auf die Pelle rückt.
 
Zum Spannenden: die Besteigung der Becs de Bosson ist spannend, herausfordernd und spektakulär. Insbesondere das Durchschreiten des Felsfensters mit der oft fotografierten Aussicht auf das Weisshorn, die kleinen Kletterpartien, die Couloirs und das Erklimmen des westlichen Gipfelzahns trösten über den Baulärm. Aufgepasst werden musste an wenigen Stellen in der Nordflanke, wo etwas Schnee lag.
 
Einem zu Füssen liegen glücklicherweise unversehrte Landschaften (wie lange noch?): das Val de Réchy und der Pas de Lona.
 
Ich begann meine Tour im fotogenen Dorf Grimentz (1572 m). Unter der Seilbahn benützte ich den „Sentier rapide“ zur Wintersportdrehscheibe Bendolla (2129 m). Hier musste ich mich durch Baustellen, 2 m tiefe Gräben, über Rohre und unterbrochene Sentiers „durchkämpfen“. Im Prinzip folgt man den Skipisten bis auf 2874 m, quert dann auf einem Bergweg südwärts unter der Lawinensprengkanone durch bis zum „Col des Becs de Bosson“ 2962 m. Man zweigt auf den ausgeschilderten Pfad in Richtung Becs ab und erklimmt zuerst einen Schutthang. Man gelangt alsdann in felsiges Gelände. Eine erste Felsstufe (rund 4 m) ist mit einem Fixseil zu überwinden; danach geht es meistens links und rechts des Grats schlängelnd aufwärts. Auf der Nordseite gibt es an einer ausgesetzten Stelle ein weiteres Fixseil (2 m). Man durchquert in der Folge ein dunkles Couloir (vor dem Couloir ist es ausgesetzt!). Man wechselt wieder auf die Südseite und traversiert leicht ausgesetzt zum Felsfenster. Nach dem Felsfenster steigt man 10 m ab. Dann folgt der einfache Aufstieg bis vor den westlichen Gipfelzahn (5 m), der leicht zu erklettern ist.
 
Ich kehrte auf demselben Weg auf den „Col des Becs de Bosson“ zurück und ging westwärts weiter zur „Cabane des Becs de Bosson (2983 m). Gleich nebenan sieht man einen kleinen Gipfel, der bei meinem Besuch in der Südflanke aper, in der Nordflanke verschneit war: die „Pointes de Tsavolire“ 3026 m. In einer Viertelstunde ist man von der Hütte dort.
 
Ich kehrte via Hütte, Col des Becs de Bosson und Bendolla nach Grimentz zurück. 

Tourengänger: johnny68

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