Herbstliche Gratwanderung bei Langenbruck


Publiziert von JMichael , 9. Oktober 2010 um 11:19.

Region: Welt » Schweiz » Basel Land
Tour Datum: 8 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BL   CH-SO 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m

Den zahlreichen Berichten auf dieser Homepage nach zu urteilen, haben viele hikr sich kurzfristig freigenommen, um das schöne Herbstwetter zu nutzen. Mir ging es auch nicht anders. Die ganze Woche beobachtete ich vom Büro aus blauen Himmel, herbstliche Farben und milde Temperaturen, sodass ich kurzfristig entschloss, am Freitag früher Schluss zu machen, um auch eine Tour zu unternehmen.

Die Wahl fiel aufgrund der Beschreibung von Ursula auf die Region Langenbruck. Dort bin ich in 30 Minuten von der Arbeit und es sollte reichen, um über den Nebel zu kommen.

Langenbruck - Erzenberg - Spaleneggli (T2)
In Langenbruck empfing mich dichter Nebel, während bei der Arbeit in Itingen noch perfekt die Sonne geschienen hatte. Sollte meine Kalkulation falsch sein? Der Weg auf Erzenberg und runter zum Spaleneggli ist nicht markiert, aber mit einer Karte gut zu finden. Der Aufstieg ist mannshoch überwachsen, alle Bäume und Büsche waren nass vom Nebel und innerhalb kurzer Zeit war ich ebenfalls nass .... immer noch keine Sonne.

Spaleneggli - P. 1021 - Gwidemflue (T4-, Grad I)
Nun beginnt der spannendere Teil der Tour. Der Grat wird schärfer, steiler und felsiger ... und bei etwa 950 m stand ich endlich in der Sonne. Was für ein Genuss, nun die Wärme zu spüren, das Rascheln des Laubs ... Die Überschreitung von P. 1021 hat einige spannende Stellen (u.a. eine schmale Schneide, über die man 2-3 m spazieren muss). Diese sind zwar verglichen mit der Länge der Tour kurz, erfordern aber einiges an Trittsicherheit. Insbesondere auch die nordseitigen Umgehungen von einzelnen Türmen waren heute sehr nass und rutschig.

Die Gwidemflue bietet beim Austieg eine etwa 10 m hohe Kraxelstelle und beim Abstieg ein steiles (heute nasses) Felsband mit einer Kette. Dazwischen liegt wunderbares Wandern über den Kamm mit einer Vielzahl von schönen Aussichtspunkten.

Belchen (T1-2)
Über den Belchen gibt es nicht viel zu erzählen, der Weg ist perfekt ausgebaut mit teilweise betonierten Treppenstufen, die Aussicht über das Mittelland ist aufgrund des freistehenden Gipfels sehr schön ... aber Einsamkeit muss man nicht erwarten.

Ruchen (T3-T4 rauf, T2 runter)
Der Aufstieg direkt vom Belchen her war heute sehr feucht und steil, aber machbar. Der Abstieg über den Westgrat ist dafür ein schöner einfacher Juragrat mit lichtem Baumbestand, einigen Feuerstellen ...

... über den Abstieg nach Langenbruck muss man nicht viel erzählen. Er gehört auch dazu, ist aber eher eintönig. Schöner wäre sicher die Fortsetzung der Tour via Ankenballen und Schönthal, aber das hätte heute zeitlich nicht mehr gereicht.

Alles in allem eine wunderschöne und einsame Grattour mit einigen spannenden Stellen für Herbst, Winter und Frührjahr (im Sommer wird man keine Aussicht haben, da die Grate stark bewachsen sind.

Anmerkung: Auf die Gwidemflue gibt es auf der Westseite einen gut ausgebauten Aufstieg mit Geländern. Ich weiss nicht genau, wo dieser startet, dies wäre aber eine gute Alternative für alle, denen die Kraxelstelle oder die Kette zu schwer ist. Man kommt so auf den Grat und zu den Aussichtspunkten.

Tourengänger: JMichael


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