Weissmies 4017 m


Publiziert von schwarzert , 4. Oktober 2010 um 09:37.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum: 4 Juli 2010
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:Hohsaashütte - Triftgletscher - Weissmies - retour
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz in Saas Grund bei der Bergbahn (5.- SFr pro Tag), Seilbahn via Kreuzboden nach Hohsaas
Unterkunftmöglichkeiten:Hohsaashütte (3101 m)

Im Rahmen eines DAV-Wochenendkures zur Spaltenbergung erstiegen wir das Weißmies. Wir starteten in mehreren Seilschaften morgens um 5.30 Uhr von der Hohsaashütte und folgten der Skipiste (Ziehweg) leicht abfallend bis zum Gletscherbruch. Dort angeseilt und am linken Rand des Triftgletschers das erste Stück an Höhe gewonnen, bis die Spur dann durch die Senke hinüber zur Flanke führt. Immer wieder kleine schwarze Löcher knapp neben dem Weg. Der Firn ist weich, im Rhonetal unten hat es weit über 30 Grad, wir steigen in Serpentinen unschwierig die Flanke hinauf. Bei früheren Besuchen sah mir diese Passage von der Hütte aus immer ausgesprochen heikel aus, nun kann von Steilheit keine Rede sein. Die Schlüsselstelle kommt erst dann in Sicht, als wir rechts in den Gletscherbruch hineinqueren. Ein riesiger gespaltener Eisklotz liegt im Weg, die Schneebrücke über die Spalte ist voller Löcher und trägt schon längst nicht mehr - kein Wunder, wenn es selbst nachts nicht friert auf dieser Höhe! Mit einem großen Schritt bzw. Sprung kommen wir hinüber und tragen diese Stelle als noch zu bewältigende Aufgabe für den Rückweg mit. In weiteren Serpentinen gewinnen wir an Höhe und erreichen den Grat - den Nebel lassen wir nun unter uns. In guter Spur weiter aufwärts - rechts taucht nun der Lago Maggiore auf! - erreichen wir unschwierig um 9 Uhr den Gipfel, wo schon 50% aller europäischen Alpinisten versammelt sind ... es macht uns nichts, für einen von uns ist es der erste 4000er, die Rundumsicht grandios, wie ein Blick aus dem Flugzeug. Nach einer Viertelstunde Pause treten wir den Rückweg an, der Gipfelhang erscheint im Abstieg nun wesentlich steiler als zuvor. Der Firn wird immer weicher, manchmal sinken wir bis zu den Hüften ein. Dann verlassen wir den Grat und wieder geht es in den Eisbruch zu unserer Schüsselstelle. Erst jetzt sehen wir, welche schwarzen Schlünde ringsum gähnen, und würden diese Passage gern so schnell wie möglich hinter uns bringen. Doch als der Erste der nächsten Seilschaft hinter uns (seine Gruppe gehört zu unserem Kurs) springt, erwischt er nur einen Vorsprung auf der anderen Spaltenseite, der prompt nachgibt - er rutscht in die Spalte. Die zwei anderen hinter ihm reagieren prompt und können ihn schnell halten. Da sich das Seil gleich tief in den weichen Spaltenrand einschneidet, hilft selbst ein Mannschaftszug mit nachfolgenden Bergsteigern nichts. Wir überlegen, was zu tun sei. Dann zeigt eine nähere Inspektion des Ortes, dass die Spalte nicht tief ist und einen Ausgang zur Seite hat. So wird der Abgerutschte auf den Grund abgelassen, folgt der Spalte einige Meter und gelangt anschließend wieder auf den Weg. Einer von unserer Seilschaft geht ihm, gesichert durch einen T-Anker im Firn, entgegen. Alles ist gut ausgegangen - und wir haben unser gerade Erlerntes gleich praktisch erprobt. (Inzwischen ist die Routenführung längst verändert, Ende August hörte ich von einer Aluleiter, die angebracht worden sei - allerdings an anderer Stelle. Ein Gletscher lebt eben und ist ständig in Bewegung)
Nun schnell das restliche Stück hinter uns gebracht, Achtung noch auf dem Triftgletscher, und schon stehen wir am Ziehweg zur Skipiste. Kurz vor 12 Uhr sind wir wieder an der Hohsaashütte. Eine eindrückliche Tour!
(Fotos von mir und jürgenG)

Tourengänger: schwarzert


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