Gantkofel (1866 m) vom Penegal (1737 m)


Publiziert von gero Pro , 9. September 2010 um 16:46.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:31 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 835 m
Abstieg: 835 m
Strecke:Penegal - Furglauer Scharte - Bait da Prince - Gantkofel und zurück (16,2 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Bozen auf den Mendelpaß; von dort die schmale, aber öffentliche Bergstraße zum in Renovierung befindlichen) Hotel Penegal; dort riesige, kostenlose Parkplätze.
Kartennummer:Freytag & Berndt WKS 1 (Bozen - Meran und Umgebung)

Erstaunlicherweise gibt es über diesen viel besuchten Hausberg der südtiroler Hauptstädte Bozen und Meran erst ganz wenige Einträge - speziell die von uns gewählte Höhenwanderung von Penegal zum Gantkofel ist noch nicht beschrieben worden. Dies soll nachfolgend geschehen - erreicht man doch mit dem kleinen, aber feinen Gantkofel eine Aussichtsloge par excellence.

Um es gleich vorwegzunehmen: eigentlich stimmt der Begriff der Höhenwanderung im Sinne in etwa gleichbleibender Höhenlage nicht wirklich - durch das ständige Auf- und Ab kommen am Schluß erstaunliche 835 m Höhendifferenz zusammen. Und weil dies mal wirklich eine "leichte Wanderung" im ursprünglichsten Sinne dieses Wortes ist (die Hände brauchen, sofern gewünscht, die Hosentaschen nicht zu verlassen), gestatte ich mir, eine T1 zu vergeben (jaja, ich weiß schon: weil es eine Wanderung über Berge ist, könnte man auch T2 benennen).

Sei es, wie es mag: ab den Großparkplätzen am Penegal (1737 m) folgen wir der Beschilderung des durchgehend bestens markierten Wanderweges Nr. 512 (später: Nr. 500 als Sammelbezeichnung für alle 500er Wege, die hier kreuz und quer in alle Richtungen verlaufen) Richtung Monte Macaion (so die italienische Bezeichnung - provokativerweise wird die südtiroler Bezeichnung Gantkofel nicht benutzt). Schon kurz nach Verlassen des Penegal wird aus dem geschotterten Waldweg ein Bergweglein, das westseitig abwärts führt - und zwar weiter, als man zunächst meint (daher auch der vorher erwähnte, relativ große Höhenunterschied). Der tiefste Punkt der Wanderung rund 45 Minuten später wird in der Furglauer Scharte (1496 m) erreicht - auch sie ist ausschließlich mit italienischem Namen als "La Forcelana" benannt.

Hier quert von West nach Ost der Steig Nr. 540 - er vermittelt den ostseitigen Direktabstieg nach Eppan und wird auf den Wegweisern als "gefährlicher Steig, nur für Erfahrene" ausgewiesen. Für uns geht es aber weiter nordwärts Richtung Gantkofel, nach weiteren 30 Minuten erreichen wir die Bait da Prinz (1544 m), die in meinen Kartenwerken nicht enthalten ist - ich übersetze sie mal als "Prinzenwiese" oder noch treffender als "Märchenwiese", denn diese Bezeichnung trifft auf die von lauschigem Wald umgebene Wiese hervorragend zu.

Wir überqueren sie und folgen weiter der Beschilderung zum Monte Macaion; nach weiteren 20 Minuten kommen wir in geringer Entfernung an der Kematscharte vorbei, hier könnte man ebenfalls nach Osten, diesmal zur Ortschaft St. Pauls (ebenfalls Teil von Eppan), absteigen.

Ein letzter Etappenpunkt, bereits 20 Minuten vor dem Gantkofel, ist der Bus del Macaion (1790 m) - hier würde es ein drittes Mal ostseitig nach Eppan hinuntergehen, und zwar über die mächtige Scharte südlich des Gantkofel, die vom Etschtal aus so eindrucksvoll aussieht. Mal abgesehen vom deutschen Autobus (der hier völlig daneben liegt) weiß auch meine des italienischen mächtige Ehefrau nicht, wie man diesen Begriff übersetzen könnte.

Zum Schluß geht es nochmal ein Stück hinauf - und dann stehen wir droben auf dem Gipfelrücken des Gantkofel (1866 m) - Südtirol liegt uns zu Füßen! Allerdings "nur" der Teil östlich des Gantkofel mit dem Etschtal, den Dolomiten, den Sarntaler Bergen und der Texelgruppe - nach Westen zu verhindert dichter Baumbestand die Aussicht. Trotzdem ist es der Gantkofel wert, bestiegen zu werden - denn der Tiefblick nach Bozen sucht schon seinesgleichen. Noch dazu, weil man unmittelbar an der Abbruchkante der Gantkofel-Ostwand steht - Vorsicht, hier bedeutet ein Ausrutscher etliche 100 m freien Fall !

Fazit: ein schöner und unerwartet langer Ausflug, der jedoch keinerlei Schwierigkeiten birgt und deshalb auch als Lückenfüller für etwaige Tage mit zweifelhaftem Wetter herhalten kann.
Der einzige Wehrmutstropfen ist darin zu sehen, daß der Weg westseitig bis zu 250 m unterhalb der eigentlichen Kammlinie und praktisch durchgehend durch Wald verläuft - dadurch kaum Aussicht.

Rückweg für uns auf der gleichen Route; die Wanderung kann natürlich in vielfältiger Weise zu einem Rundweg, zu einer Überschreitung Richtung Gampenjoch etc. ausgebaut werden.

Tourengänger: gero

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Geodaten
 3443.gpx Von Penegal auf den Gantkofel

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