Hora-Gipfellauf


Publiziert von fuemm63 Pro , 24. Juli 2010 um 22:00.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Valsertal
Tour Datum:17 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:15
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:11 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Siehe Bericht.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Siehe Bericht.
Kartennummer:1234 Vals

Mit sursass58 will ich den Hausgipfel von Vals, das Hora, vom Dorfteil Valé aus erlaufen. Das Horn thront als mittlerer von drei gut sichtbaren Felszähnen über Vals-Platz. Obwohl der Gipfel auch fast zärtlich Höreli genannt wird, haben immer wieder Rüfen und Lawinen das Dorf bedroht. Davon zeugen die vielen sichtbaren Verbauungen. Das Gipfelkreuz ist vom Aussenbad der Therme gut sichtbar. Es hat mich beim Baden im Winter gereizt, von dort oben den umgekehrten Blick hinunter nach Vals-Platz und die Therme kennenzulernen.

Unsere Tour beginnt beim Wegkreuz in Valé (1266 m). Wir steigen auf dem asphaltierten Strässchen bis zum Quartier Mura hoch und nehmen, ohne die architektonischen Wunderlichkeiten dieses Quartiers näher kommentieren zu wollen (Peter Rieder nennt dies in seinem lesenswerten Buch Vals. Enges Tal – weite Welt etwas schönfärberisch «Vielfalt am Hang», S. 95 f.), ab dem dort angebrachten Wegzeichen die Direttissima-Route in Richtung Pradätsch/Alp Tomül den Erlenwald hinauf. Dieser Abschnitt ist neu Teil des Weitwanderwegs Walserweg Graubünden (SchweizMobil Routennummer 35). Im Zickzack-Aufstieg überqueren wir mehrmals einen Fahrweg und steigen über Inder Riefa hinauf, während über uns, zwischen Baumwipfeln oder Felspartien, immer wieder unser Ziel, das Gipfelkreuz auf dem Hora, hervorlugt. Unser Weg führt an schönen Trockenmauern (Öfelimuura) und anderen Verbauungen vorbei, die zum Schutz vor Rüfen und Lawinen erbauten worden sind. Bei der Höhenkote P. 1650, der Riefahööi, stehen wir in direkter Linie über der Dorfmitte und schauen auf die 400 m weiter unten stehende Pfarrkirche St. Peter und Paul  in Platz. Während in Inder Riefa Erlen dominierten, stehen weiter oben im Riefawald, den wir ab 1750 m ü. M. durchsteigen, vorwiegend Fichten und Lärchen. Verschwitzt, aber noch frisch erreichen wir um eine Felsnase biegend das Schindlabüdemli, eine waldlose, gegen Norden ansteigende Matte, und das Wegzeichen P. 1953. Auf der Landestopographie (Karte 1234, Ausgabe 2005) ist die Höhenkote P. 1953 nicht eingetragen. Die Abzweigung ist auf dem Wegweiser auch nicht mit Schindlabüdemli, sondern mit Pradätsch angegeben. Dies ist auf der LK die Bezeichnung für die Alp unterhalb des Wegzeichens (bei P. 1825).

Der Gratweg aufs Hora beginnt auf der Matte oberhalb der Höhenkote P. 1953, ist nicht markiert, aber nach der Überquerung der Matte oberhalb des Wegweisers (siehe Foto) gut zu erkennen. Der Pfad hält sich immer links etwas unterhalb des Felsgrats. Bald wird der Blick frei in Richtung Zervreilasee und Bogenstaumauer im Süden, Faltschonhorn und Piz Aul im Westen und den Piz Tomül im Osten. Weit im Norden ist der Tödi im Dunst zu erkennen. Ab 2200 m ü. M. rückt der Weg ab vom Grat und führt in einem Zickzackkurs auf einem Rücken von Osten her aufs Horn. An ein paar wenigen Stellen ist Schwindelfreiheit gefragt. Nach 1¾ Stunden (von Valé aus gerechnet) erreichen wir das Hora (2372 m) und geniessen den schwindligen Blick hinunter nach Vals. Die Therme ist von hier aus weniger gut zu erkennen wie umgekehrt das vom Verein Valser Freunde in den 60er Jahren gestiftete Gipfelkreuz, an dem wir uns nun festhalten. Architekt Peter Zumthor hat seinen Bau wirklich geschickt in den Hang hineingebaut. Gut sind die einzelnen Kuben des Baus zu erkennen. Mit einer kurz nach uns eintreffenden Einheimischen besprechen wir weitere mögliche Touren rund um Vals.

Für den Abstieg nehmen wir wieder denselben Gratweg, beim Wegzeichen bei P. 1953 biegen wir nach rechts in Richtung Alp Tomül (2179 m) ab, nach weiteren 400 m verlassen wir aber schon wieder den Alpweg und biegen nach links auf einen in der LK gestrichelt markierten Weg ab. Der Weg erweist sich eher als Wegspur hinunter zur Alpweide Pradätsch (P. 1825) und zum ehemaligen Maiensäss Parwig (P. 1577). Nach der Durchquerung der Alpweide Pradätsch (2 Hütten) irren wir auf verschiedenen Wegspuren durch das immer steilere Waldstück zwischen Pradätsch und Parwig. Linker Hand ist ein Felsabsturz, rechter Hand das Tobel des Tomülbaches zu erahnen. Nach einiger Zeit und mit Hilfe des Höhenmessers finden wir einen Pfad, der wie der in der LK markierte auf ca. 1675 m ü. M. scharf nach links abbiegt und nach Parwig absteigt. Die Wahl erweist sich als richtig, wir steigen steil durch botanisch interessante Planggen bis nach Parwig (P. 1577) ab. Unterhalb des ehemaligen Maiensässes biegen wir bei einem Holzstall ein weiteres Mal scharf links in ein Waldstück ab, queren mehrere steile Bachtobel, bis wir bei Plansch (P. 1412) das Waldstück verlassend einen breiten Wirtschaftsweg erreichen. Dieser führt sanft absteigend und fast parallel zum Valser Rhein ob Zameia und Platz bis zu unserem Ausgangspunkt beim Wegkreuz in Valé (1266 m) hinab.

Literatur
Peter Rieder: Vals. Enges Tal – weite Welt, Chur 2009.
Irene Schuler: Walserweg Graubünden. In 19 Etappen vom Hinterrhein in den Rätikon, Rotpunktverlag 2010.
 

Tourengänger: fuemm63, sursass58


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