Valserberg-Passlauf


Publiziert von fuemm63 Pro , 24. Juli 2010 um 19:43.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Valsertal
Tour Datum:11 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2:00
Aufstieg: 880 m
Abstieg: 880 m
Strecke:9 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Siehe Bericht.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Siehe Bericht.
Kartennummer:1234 Vals, 1254 Hinterrhein. Siehe auch: Irene Schuler, Walserweg Graubünden. In 19 Etappen vom Hinterrhein in den Rätikon, Rotpunktverlag 2010. Route 2: Valser Wasser und Valser Stein. Hinterrhein–Valserberg–Vals.

Leichter, rund zweistündiger Berglauf (T2+) von Inder Peil (1667 m) auf den Valserberg (2504 m) – der eigentlich kein Berg, sondern ein Pass ist – und auf demselben Weg zurück. Die Strecke verläuft auf einem alten Saumpfad der Valser, der neuerdings auch Teil des Weitwanderwegs Walserweg Graubünden (SchweizMobil Routennummer 35) ist.


Meine Tour erspart sich den (letztes Jahr mehrfach erfahrenen) Aufstieg von Valé und beginnt direkt in Inder Peil (1667 m), welches man mit dem Wanderbus, dem Auto oder per Anhalter erreichen kann. Die Strecke ist einfach und folgt dem alten Saumpfad, den die alten Valser über den Valserberg ins Rheinwaldgebiet unterhielten. Die Geschichtsbücher meinen, dass die Valser ursprünglich über diesen Pass vom Rheinwald her nach Vals eingewandert sind. Der rotweiss markierte Bergwanderweg führt von Inder Peil über die Alp Wallatsch (1875 m). Bis zur Alp Wallatsch (romanisch für wüstes Tobel) kämpfe ich mich durch von Alpvieh zertrampelte und zerpflügte Wegabschnitte, ab der Alp wird der Weg sichtlich besser. Bald wird eine markante Wegmarkierung sichtbar: ein grosses Steinmannli, das ich nach der Querung des Teuftobels und P. 2156 bei P. 2203 erreiche. Bei Nebel sei der Saumpfad heikel, heisst es, darum wohl das überdeutliche Wegzeichen, das auf der Landestopographiekarte mit Zum Hirt angegeben ist. Es handelt sich um die letzte Hirmstation (hirma = ausruhen) der Valser Säumer auf dem Weg zum Valserberg. Beim Hirt ist etwas mehr als die Hälfte des Aufstiegs vorbei, und ich geniesse auf einer Betonplattform sitzend (Militär? Lastseilbahn?) den Ausblick über den fast topfebenen Furtboda hinweg in Richtung Südwesten aufs Fanellgrätli (2710 m), Fanellhorn (3124 m) und den Fanellgletscher. Nach P. 2203 hat es – jetzt, fast Mitte Juli – noch viele Schneefelder, die mich zwingen, weiter hinauf in die Geröllhalden südöstlich am Fuss des Valser Horns (2886 m) zu steigen, um die grösseren Schneefelder zu umgehen. Nach 1¼ Stunden (reine Laufzeit) erreiche ich, nachdem noch kurz vor der Passhöhe eine Art Bunker (aus dem Zweiten Weltkrieg) der Schweizer Armee passiert wird, den Valserberg (2504 m), der im Sattel zwischen dem Valser Horn und einem Ausläufer der Wenglispitz (2828 m) liegt.

Auf dem Pass steht der Wegweiser auf einem kleinen Gupf, die beste Aussicht hat man aber von einem anderen Gupf etwas weiter südlich. Neben dem markanten Einshorn (2944 m) im Südosten sind im Westen die Wenglispitz (2828 m) und das Chichalphorn (3039 m), im Norden das Peil- und das Valsertal sowie die Bergkette zwischen Hora (2372 m) und Teischer (2688 m) und ganz hinten der Piz Tomül (2946) zu bewundern. Der Valserberg-Pass war früher ein wichtiger Alpenübergang (in Kombination mit dem von hier aus sichtbaren San Bernardino, 2065 m). Einige Valser verdienten sich ein Zubrot als Säumer. Unvorstellbar, dass sie den Weg, den ich gerade heraufgehechelt kam, mit schwerbepackten Schlitten (100 kg Last) hinunter bis Inder Peil rasten!

Für den Rückweg nehme ich denselben Weg, alle anderen Möglichkeiten würden meinen kurzen und leichten Berglauf in einen langen und beschwerlichen verwandeln. Der Abstieg in die Rheinwalder Dörfer Hinterrhein (1620 m) und Nufenen (1569 m) ist mit 1¾ resp. 2 h Wanderzeit angegeben. Von dort wäre der Weg zurück nach Vals aber umständlich. Der Abstieg ist dank der Schneefelder einfacher, da diese fürs Hinunterlaufen viel geeigneter sind als umgekehrt. Ich renne querbeet hinunter und passe auf, dass ich nicht auf die Nase fliege. Auf die kleine Variante ab P. 2156, kurz vor dem Teuftobel, den oberen Weg zur Alp Wallatsch zu nehmen, verzichte ich, da auf der Weide eine Kuhherde Siesta hält. Der Flurname Arva erinnert daran, dass es hier früher bis auf 2200 m Höhe einen Arvenwald gab. In knappen 40 Min. bin ich wieder am Ausgangspunkt Inder Peil und kühle meine Füsse im Peiler Bach.
 

Tourengänger: fuemm63


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