Piz Blaisun (3200 m) & Piz Kesch (3418 m)


Publiziert von alpinos , 4. November 2009 um 21:38.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:26 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2250 m
Abstieg: 2250 m
Strecke:Chants - Val Plazbi - Fuorcla Pischa - Piz Blaisun - Chamanna d'Es-cha - Porta d'Es-cha - Piz Kesch - Chamanna digl Kesch - Chants
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Auto nach Chants; mehrere Parkmöglichkeiten vor/im Dorf.

Reto, Alex und ich (Robert) hatten uns das Finsteraarhorn (Bericht hier) als Ziel dieses Sommers gesetzt; zuvor wollten wir eine einfache Tour gehen und das Zusammenspiel üben. Der Piz Kesch schien uns ein geeignetes Ziel. Ursprünglich wollten wir nicht die Normalroute über den Vadret da Porchabella gehen, sondern über die Kesch-Nadel (Aguolia d'Es-cha) und den anschließenden Ost-/Südostgrat hinüber zum Piz Kesch. Leider war Reto schon am ersten Tag angeschlagen und blieb am nächsten Tag zunächst in der Chamanna d'Es-cha zurück; Alex, Anna und ich bestiegen deshalb den Piz Kesch zu dritt über die Normalroute.

Insgesamt ist die durchgeführte Tour eine Umrundung des Piz Kesch: Von Chants über das Val Plazbi hinauf zum Fuorcla Pischa; nach dem Abstecher über den Piz Blaisun gings hinunter zur Chamanna d'Es-cha. Am nächsten Tag bestiegen wir über die Porta d'Es-cha zum Piz Kesch; anschließend stiegen wir über die Chamanna digl Kesch wieder hinab nach Chants



Tourengeher   Reto, Alex, Anna & Robert



Tourenbeschreibung
 
1. Tag (26.07.2009)
  • Reto, Anna und ich begannen gegen acht Uhr morgens von Chants die heutige Tagesetappe zur Chamanna d'Es-cha. Auf gut beschilderten und begehbaren Bergwegen wanderten wir durch das Val  Plazbi. Nach dem recht beschaulichen und gemütlichen Weg durch das Tal stiegen wir recht steil ansteigend hinauf zum Fuorcla Pischa. Zunächst schlängelt sich der Weg noch die Grasflanke hinauf, bei ungefähr 2500 m steigt man über einen Felsabbruch hinein ins Murtel d'As-cha. Über einige Schneereste und gut begehbaren Schotter, markiert durch Steinmännchen zieht sich der Weg hoch zum Fuorcla Pischa. Die letzten Meter mussten wir ein noch recht hartes Schneefeld hinauf zum Joch.
  • Nach einer kleiner Pausen machten wir uns die Besteigung des Piz Blaisun. Im Grunde ist der Berg ein Kegel aus Schotter; dementsprechend ist der Aufstieg stellenweise mühsam durch loses Gestein. Der Weg ist gut zu finden und nach etwa 45 min steht man auf dem Gipfel. Die Rundumsicht war grandios; keine Wolke am Himmel, freien Blick in jede Richtung. Im Süden breiteten sich die Bünder Alpen aus, im Westen konnte man das Berner Oberland und die Walliser Alpen ausmachen, im Osten war sogar noch das Ortler-Massiv sichtbar.
  • Wieder untem am Joch saßen wir noch einige Zeit hinter einem Stein in der Sonne und genossen den Tag; dann stiegen wir hinab zur Chamanna d'Es-cha. Alex stieß kurz nach dem Abendessen zu uns; er war von Basel aus etwas später gestartet und hatte dann die gleiche Strecke in der Hälfte der Zeit zurückgelegt.
 
2. Tag (27.09.2009)
  • Bereits um vier Uhr wollten wir heute unterwegs sein; während des Frühstücks war allerdings schnell klar, dass Reto heute alles andere als fit war und sich wieder ins Bett legen sollte. Nach längerem Hin-und-Her entschieden Alex, Anna und ich statt wie geplant über die Kesch-Nadel den Normalweg zu begehen. Der Aufstieg zur Porta d'Es-cha verlief ohne Problem. Die einzige schwierigere Stelle ist die Kletterpassage die letzten Meter hinauf zur Porta selbst. Sie ist aber mit Drahtseilen versichert und sollte bei normalen Bedingungen kein Problem darstellen.
  • Vor uns breitete sich der Vadret da Porchabella aus: die Bedingungen waren optimal, eine dicke Schneeschicht machte das Gehen sehr angenehm, Spalten gab es keine; außerdem konnte man sich an der deutlich sichtbaren Aufstiegsspur gut orientieren. Nach dem Übergang über den Gletscher stiegen wir über den Nordostgrat hinauf zum Gipfel des Piz Kesch. An sich ist die Route nicht schwierig; das viele lose Gestein verbunden mit hoher Steinschlag-Gefahr und einige rutschige Schneereste machten den Aufstieg etwas heikel. Aber nach einer Stunde erreichten wir den Gipfel. Wie bot sich uns eine grandiose Sicht; lange saßen wir am Gipfel und genossen das Panorama.
  • Im Abstieg kam uns auf halben Weg über den Gletscher Reto entgegen. Er hatte ausgeschlafen, fühlte sich wieder fit und war nachgekommen. Während er noch geschwind den Gipfel mitnahm, stieg Alex gemütlich zur Keschhütte ab. Anna und ich gingen noch hinüber zum Einstieg der Route auf die Kesch-Nadel. Wir kletterten noch die ersten vier Seillängen zur Übung und Erkundung für das nächste Mal. Die ersten Seillängen war technisch auch nicht weiter schwer, die Wegfindung war stellenweise nicht ganz leicht; leider mussten wir nach einer Stunde umkehren; wir wollten Reto und Alex um ein Uhr an der Keschhütte treffen.
  • Wir trafen die beiden anderen vor der Hütte; sie hatten sich gemütlich eingerichtet. Der Abstieg hinab nach Chant zog sich dann in die Länge; es wurde immer wärmer und stickiger und alle waren froh, endlich unten anzukommen.
 
Insgesamt eine wirklich schöne Tour. Vielen Dank an Reto für die Tourplanung und die Führung. Dank auch an Alex für das Führen über den Gletscher. Der Normalweg ist nicht schwierig; aber rückblickend auch nicht so interessant. Die Route über die Kesch-Nadel ist für nächstes Jahr schon vorgemerkt.


Tourengänger: alpinos

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Geodaten
 1328.gpx PizBlaisun-PizKesch

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