3 Tage bei Zermatt: Rothornhütte - Mettelhorn (fast) - Wisshorn - Höhbalmen - Schönbielhütte


Publiziert von Willem , 15. September 2009 um 21:20.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:22 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 3 Tage
Strecke:
Zermatt - Trift - Rothornhütte - Trift - Sattel Furggji - Triftchumme - Wisshorn - Trift - Höhbalmen - Schönbielhütte - Zermatt

Zufahrt zum Ausgangspunkt:
Mit der Bahn nach Zermatt

Unterkunftmöglichkeiten:
Edelweiss, Trift, Rothornhütte und Schönbielhütte

Kartennummer:5006 Matterhorn - Mischabel (Landeskarte der Schweiz 1:50 000)

In der Umgebung der Trift-Hütte (sehr freundliche Bewirtschaftung von Hugo Biner und Familie!) drei Tage unterwegs zu sein ist ein Genuss: hier gibt's keine Seilbahnen und keine Ski-Anlagen, also umso ruhiger und freundlicher ist diese Ecke über Zermatt! Am Gornergrat, Unterrothorn und Klein-Matterhorn wird man von Touristen mit Turnschuhen überlaufen, hier geht's dagegen verhältnismässig noch ruhig zu. Nur Bergwanderer mit Ausdauer kommen hir hoch gelaufen, denn von Zermatt aus muss man schon gut 700 Höhenmeter überwinden um die Trift-Hütte zu erreichen, was für die meisten Touristen schon zu viel ist. Am ersten Tag sind wir von Zermatt über Edelweiss nach Trift aufgestiegen und haben dort einige Sachen deponiert, um dann am Nachmittag hin und zurück zur Rothornhütte zu laufen. Am zweiten Tag haben wir versucht das Mettelhorn zu besteigen, was leider nicht geklappt hat. Nach dem Abstieg vom Sattel Furggji haben wir das Wisshorn noch bestiegen und sind dann wieder zur Trift-Hütte abgestiegen, um dann am dritten Tag über Höhbalmen zur Schönbielhütte zu gelangen. Von dort war der Abstieg nach Zermatt recht lang, denn der direkte Weg über Zmutt war wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Eine herrliche Tour bei schönem Wetter!



Route:

1. Tag: Zermatt - Edelweiss - Trift - Rothornhütte - Trift

Vom Bahnhof Zermatt kann man auf verschiedenen Wegen zum Anfang des Weges nach Edelweiss gelangen. Man sollte einfach den Wegweisern nach rechts folgen, die man auf verschiedenen Stellen im Dorf finden kann. Diese Wege vereinigen sich alle ziemlich schnell wieder und dann geht's zur Sache: gleichmässig steigend aber steil führt der breite Weg im Wald in vielen Kehren hinauf bis Edelweiss, von wo man schon eine herrliche Aussicht hat. Dann geht man weniger steil und manchmal sogar abwärts weiter talein Richtung Trift. Nach wenigen Minuten wird der Weg wieder steiler und führt immer in der Nähe des rauschenden Baches in Kehren den Hang hinauf. Später überquert man die Brücke über die Schlucht und auf der anderen Seite gelangt man auf gutem Weg zur Trift-Hütte. Unterwegs findet man verschiedene Tafel mit botanischen Informationen.

Von der Trift-Hütte aus sind wir dann weiter aufgestiegen zur Rothornhütte, die man schon von Trift aus sehen kann. Der Weg ist gut ausgeschildert und er führt uber den Vieiliboden zum Moränenkamm, über dem man steil aufsteigt. Hier ist der Weg manchmal ausgesetzt, aber nirgendwo schwierig. Wenige Minuten später verlässt man wieder den Kamm und steigt in vielen Kehren zur Hütte hinauf, wo man bei schönem Wetter eine herrliche Aussicht hat (klick hier oder hier)! Dann sind wir auf gleichem Weg abgestiegen zur Trift-Hütte und wir haben dort in einem kleinen aber gemütlichen Zimmer übernachtet.
 

2. Tag: Trift - Sattel Furggji - Wisshorn - Trift


Am zweiten Tag sind wir dann wieder Richtung Vieiliboden aufgestiegen. Dann gemäss Wegweiser nach rechts Richtung Mettelhorn. Steil führt der Weg den Hang hinauf aber in der Triftchumme wird der Weg wieder flach. Nach überquerung der Hochebene führt der Weg manchmal über Altschneefeldern zum Sattel nebem dem Platthorn hinauf. Wir waren leider erst ziemlich spät oben und deswegen haben wir entschieden um auf beiden Gipfeln zu verzichten, da wir im Abstieg die Altschneefelder noch überqueren mussten. Ohne Ski-Stöcke fand ich es zu riskant noch länger zu warten, denn wegen der Sonne wurden die Schneefelder schon ziemlich weich.

Wir sind dann bis zur Weggabelung in der Triftkumme auf gleichem Weg abgestiegen und haben dann linkshaltend dem Weg Richtung Wisshorn gefolgt. Anfangs führt er sehr flach über schönen Wiesen und bei einem auffälligen Steinmann (ohne Wegweiser) sind wir dann den Weg nach links eingeschlagen, der anfangs deutlich zu finden war, aber später kaum noch zu erkennen war. Das Gelände hier ist jedoch sehr lieblich und über Grashängen sind wir dann zu den Lawinenverbauungen aufgestiegen. Zwischen diesen sind wir dann weglos recht steil über den Hang bis zum Gipfel des Wisshorns aufgestiegen, von wo man schon wieder eine tolle Sicht auf die Berge um Zermatt hat. Dann auf gleichem Weg zurück zum Steinmann und dort nach links in einem grossen Bogen über die Flanke des Wisshorns leicht abwärts. Auch hier ist der Weg manchmal ausgesetzt. Bei der Weggabelung wendet man sich nach rechts Richtung die Trift-Hütte, die man dann nach wenigen Minuten wieder erreicht.
 

3. Tag: Trift - Höhbalmstafel - Höhbalmen - Zmuttgletscher - Schönbielhütte - Zermatt


Am letzten Tag sind wir auf der anderen Seite Richtung Höhbalmen aufgestiegen. Der Weg ist am Anfang ziemlich steil, aber immer gut zu begehen und nach etwa einer Stunde erreicht man schon den Höhenweg. Nur sehr leicht aufsteigend führt er mit allerbesten Ausblicken weiter auf das Matterhorn zu. Zum Glück waren wir schon ziemlich früh oben und konnten wir ganz alleine ausgiebig die Aussicht geniessen! Bei der Weggabelung hat man wohl die beste Aussicht auf die Berge um Zermatt. Viele Leute steigen hier leider direkt wieder ab Richtung Zermatt, aber der Weiterweg zur Schönbielhütte ist sehr empfehlenswert und nirgendwo schwierig. Wie auf einem Aussichtsbalkon führt der einfache Weg sehr leicht aufsteigend weiter Richtung Schwarzläger. Die ganze Zeit hat man die Nordwände des Matterhorns und der Dent d'Hérens gegenüber! Dann führt der Weg in einigen Kehren zum Zmuttgletscher ab und bei der Weggabelung folgt man den Wegweisern Richtung Schönbielhütte. Man kann sowohl den breiten Fahrweg als auch den kleinen Bergweg wählen, diese vereinigen sich rasch wieder.

In wildem Landschaft führt der Weg zur Hütte hinauf, die man nach steilem Aufstieg in Kehren erreicht. Auch hier ist die Aussicht sehr eindrucksvoll. Wenn man von der Hütte aus noch einige Minuten aufsteigt bis zum grossen Steinmann, kann man auch die Dent Blanche noch sehen! Dann machen wir uns fertig für den Abstieg bis zur Weggabelung und folgen dort dem Wegweiser Richtung Zermatt. Leider war der direkte Weg über Zmutt wegen Steinschlaggefahr gesperrt und mussten wir noch einen Gegenanstieg auf der anderen Seite des Tales machen. Die Wege sind überall bestens ausgeschildert und nach langem Abstieg erreichten wir wieder die Hauptstrasse von Zermatt.


 

Facts: eine sehr empfehlenswerte und abwechslungsreiche Wanderung, auf gutem Distanz von den Menschenmassen entfernt! Der Hüttenaufstieg zur Rothornhütte ist steil und lang, aber gut ausgeschildert und nirgendwo schwierig. Der Weg zum Mettelhorn ist auch bestens ausgeschildert, aber mann muss immer mit Altschneefeldern rechnen! Ski-Stöcke können hier hilfreich sein und es ist empfehlenswert um sie mitzunehmen. Vom Sattel Furggji kann man rechtshaltend das Platthorn (360° Panorama) ziemlich einfach erreichen, aber der Weg zum Mettelhorn (360° Panorama) führt geradeaus über dem Hohlichtgletscher. Bei aperem Gletscher ist die Querung nicht schwierig und nur am Anfang führt die meist vorhandene Spur leicht bergauf. Man erkundet sich am besten beim Hüttenwirt für die aktuellen Verhältnisse. Der Zickzack-Weg zum Gipfel ist dann steil aber meistens breit. Ich war vorher schon zweimal auf dem Gipfel des Mettelhorns und die Aussicht ist zu Recht schon oft gerühmt worden auf Hikr. Von diesem Gipfel hat man eine umwerfende Sicht auf alle Berge um Zermatt und sogar den Aletschgletscher kann man hier sehen! Auf einem Viertausender dürfte die Aussicht nicht wesentlich besser sein! Die Wanderung über Höhbalmen zur Schönbielhütte ist ein warer Genuss und sie führt über schönen Blumenwiesen. Die Hütte liegt in einer sehr wilden Landschaft! Der Abstieg nach Zermatt ist aber recht lang, auch wenn der direkte Weg über Zmutt nicht gesperrt ist!
 

Update 08/2010: Der direkte Weg vom Zmuttgletscher via Zmutt nach Zermatt ist definitiv gesperrt wegen Steinschlaggefahr (Quelle: Tourismusbüro Zermatt). Obwohl immer noch viele Leute diese gesperrte Route begehen, kann man besser auf die andere Talseite gehen!

Update 06/2012: KlaasP hat einen Sonnenaufgang auf Höhbalmen erlebt und einen Bericht dazu geschrieben mit herrlichen Bildern!

 

Reine Gehzeiten:
- Zermatt - Edelweiss: 1h (T2)
- Edelweiss - Trift: 1h15 (T2)
- Trift - Rothornhütte: 2h15 (T3), zurück 1h30

- Trift - Triftchumme - Sattel Furggji: 2h30 (T3)
(- Sattel Furggji - Platthorn: 0h30 (T3), zurück 0h20)
(- Sattel Furggji - Mettelhorn: 1h (T4), zurück 0h45)
- Sattel Furggji - Weggabelung Triftchumme: 1h (T3)
- Weggabelung Triftchumme - Wisshorn: 1h (T3), zurück zum Steinmann 0h30
- Steinmann - Querung Wisshornflanke - Trift: 1h30 (T3)

- Trift - Höhbalmstafel: 1h (T2)
- Höhbalmstafel - Schwarzläger - Weggabelung Zmuttgletscher: 1h30 (T2)
- Weggabelung Zmuttgletscher - Schönbielhütte: 1h30 (T2), zurück 1h
- Weggabelung Zmuttgletscher - Zermatt: 2h30 (T2)

Bei jeder Beschreibung etwas Musik: Tom Petty & The Heartbreakers - I won't back down


Tourengänger: Willem

Galerie


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