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Wanderwoche Zermatt Teil 2: Mettelhorn - Aufstieg in eisige Welten


Published by MouRa , 7 October 2011, 15h37.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike: 3 October 2011
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Mountaineering grading: F
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 8:15
Route:Zermatt - Edelweiss - Trift - Furgji - Mettelhorn - Platthorn - Furgji - Trift - Höhbalmen - Alterhaupt - Zermatt

Nach der Einwärmtour von gestern (http://www.hikr.org/tour/post42042.html) steht heute die strengste und anspruchvollste Wanderung der Woche auf dem Programm. Ein Alpinwanderweg und meine erste kleine Gletscherüberquerung sind die vorgenommenen Herausforderungen, die mich auf das 3406 m hoch gelegene Mettelhorn bringen sollen. Eines vorweg: es sollte die schönste Wanderung werden, die ich je gemacht habe...

Die geplante Tour habe ich auf der Wanderkarte Zermatt gefunden. Sie hat mich gereizt, weil sie als eine der wenigen auf der unverbauten Seite Zermatts eingezeichnet ist. Ich verspreche mir davon wundervolle Landschaften und etwas Ruhe.

Die vorgängige Recherche (u. a. auch hier auf hikr.org) bringt zum Vorschein, dass ich auf der Tour zum ersten Mal einen kleinen Gletscher zu überqueren habe. Ich erkundige mich bei der Trifter Hüttenwirtin (http://www.zermatt.net/trift/de/) telefonisch über die Verhältnisse auf dem Gletscher. Sie hat zwar die Hütte vor zehn Tagen geschlossen, rät mir aufgrund der sehr trockenen Verhältnissen aber zu Steigeisen.

Am Vorabend habe ich mich erkundigt, wo ich die Steigeisen mieten kann. Somit kann ich mich um ca. 08:15 Uhr auf den Weg machen. Ich habe heute einiges vor mir. Falls die kleine Gletscherüberquerung doch zu schwierig für mich sein sollte, ist das Platthorn das Alternativziel.

Noch unsicher was mich heute erwarten wird, bringe ich die ersten sehr steilen Meter hinauf in Richtung Gasthaus Edelweiss hinter mich. Der Weg führt im Wald und serpentinenartig angelegt den Hang hinauf. Bald schon treffen die ersten Sonnenstrahlen der tief stehenden Morgensonne auf mich und verzaubern den Wald mit einer herrlichen Farbenpracht.

Nach Edelweiss wird es etwas flacher. Der Wanderweg führt zuerst auf der einen, dann auf der anderen Seite des Hanges parallel zum Bach hinauf zum Gasthaus Trift. Die Fensterläden sind bereits alle geschlossen, die Hütte für dieses Jahr bereits verlassen.

Links sehe ich den sich serpentinenartig hinaufschlängelnde Wanderweg in Richtung Höhbalmen. Ich habe vom eindrucksvollen Ausblick von dort gelesen. Wahrscheinilch wird es zeitmässig aber nicht mehr reichen, beim Rückweg diesen Umweg zu gehen.

Mein Weg führt mich nach rechts: vor mir majestätisch trohnende Gletscher in unberührter Landschaft. Ausser dem Herunterdonnern von Gletscherwasser ist nichts zu hören. Zuerst geht es über Wiesen, dann weiter oben über Gestein in allen möglichen Farben in Richtung nächstem Zwischenziel: dem Gletscheranfang.

Ich geniesse die wundervolle Umgebung, komme aber trotzdem gut voran und erreiche schon um ca. 10:50 Uhr den Gletscheranfang. Hier treffe ich die ersten beiden Personen am heutigen Tag. Sie kommen gerade vom Gletscher und sind bereits auf dem Rückweg. Ich frage nach den Verhältnissen auf dem Gletscher und nach dem besten Weg.

Nach ihren Ausführungen bin ich ermutigt, die Herausforderung anzugehen und  schnalle meine Steigeisen an. Der Gletscher ist nach links relativ stark abfallend und fast komplett aper (schneefrei). Ich mache meine ersten, noch unsicheren Schritte auf dem Gletscher, merke aber schnell, dass sich die Steigeisen perfekt im Eis verhaken und mir einen sicheren Halt geben. Ohne Steigeisen würde ich hier garantiert nicht weitergehen: die Gefahr des Abrutschens wäre mir zu gross!

Ich wandere Richtung rechts oben. Dort treffe ich auf die letzten Schneeresten, auf welchen meine Vorgänger eine Wegspur hinterlassen habe. Ich folge diesem Weg soweit es geht. Leider verliert sich die Spur sehr schnell wieder im Eis, aber ich sehe den Gipfel des Mettelhorn bereits vor mir.

Im oberen Teil ist der Gletscher fast flach und mit einigen Spalten versehen. Da hier kein Schnee mehr liegt, sind sie sehr gut zu erkennen. Trotzdem gehe ich mit einem etwas flauen Gefühl im Magen um sie herum und bin heilfroh, als ich wieder Gestein unter meinen Füssen habe.

Ich ziehe die Steigeisen ab und nehme die letzten Höhenmetern hinauf auf den Gipfel mit meinen Wanderschuhen in Angriff. Hier oben auf 3406 m. ü. M. bietet sich eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Gipfel und Gletscher sowie einen imposanten Tiefblick hinab nach Zermatt. Der Berg fällt hier rund 1800 Höhenmeter fast senkrecht nach unten ab: ich fühle mich daher deutlich wohler, den Ausblick in die andere Richtung zu geniessen...

Von hier oben aus kann ich mir den idealen Rückweg rund um die Spalten heraussuchen. Dementsprechend sicherer bringe ich diesen auch hinter mich. Ich begegene fünf weiteren Personen direkt vor, auf und nach dem Gletscher. Die letzten gehen sogar ohne Steigeisen auf den Gletscher...

Nach einem kurzen Abstecher auf das Platthorn (den Gipfel ständig im Auge ist der Aufstieg deutlich anstrengender als vermutetet) und der Mittagsrast, nehme ich den Rückweg in Angriff. Ich bin sehr gut in der Zeit und kann die Landschaft in vollen Zügen geniessen.

Ich entschliesse mich dazu, nach Trift noch einen kurzen Abstecher in Richtung Höhbalmen zu unternehmen. Und die konsultierten Berichte haben nicht zuviel versprochen: nachdem der anstregende Gegenanstieg ab Trift hinter mich gebracht ist, bietet sich sich mir in der Nachmittagssonne eine grandiose Aussicht direkt aufs Matterhorn. Leider ist die Sonne praktisch gleich neben dem weltberühtem Berg, sodass es nicht die idealen Fotoverhältnisse sind.

Auf den Höhbalmen mache ich eine ausgedehnte Rast, verpflege mich nochmals und steige dann direkt über Alterhaupt hinab nach Zermatt. Der Weg hier ist sehr steil und für die Gesundheit der Knie sicher nicht förderlich. Die Alternative in Richtung Schönbielhütte wäre aber wohl zu weit gewesen.

Ich bin stolz auf meine heute vollbrachte Leistung und werde stets die wundervollen Eindrücke und Erfahrungen in Erinnerung behalten. Landschaftlich ist dies die schönste Wanderung, die ich je gemacht habe.

Morgen steht der dritte Wandertag an: nach den heutigen Anstrengungen sicher wiederum eine neue Herausforderung. Den Bericht dazu könnt ihr hier lesen: http://www.hikr.org/tour/post42113.html

To be continued...

Hike partners: MouRa


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Comments (4)


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TJack says: Aller Anfang...
Sent 7 October 2011, 16h08
Wie schön :-)
Das war auch mein erster Gletscher den ich vor hmm ca 3 Jahren bewandert hab. Und mittlerweile sind schon soo viele Hochtouren hinzu gekommen ;-)
Da hat mich der Bericht richtig nostalgisch gestimmt...
Wünsch dir noch viel Spass auf Tour!
Viele Grüsse aus Bern
Thomas

MouRa says:
Sent 7 October 2011, 18h41
Danke für deinen Eintrag. Im Vergleich zu dir wird dies bei mir aber nicht der Beginn von grossen Hochtourerfahrungen sein. Ich denke, dass ich mich richtig einschätze, wenn ich sage, dass T4 mein Maximum ist. Ich bin halt nur ein Wanderer. :-)

LG Thomas

Chlodvig says:
Sent 7 October 2011, 23h15
Grandiose Fotos!

Schade, dass das Studium wieder angefangen hat ...
Ich wollte auf das Mettelhorn eine Vollmondtour machen, hatte aber nicht genügend Zeit une Energie.
Könnte man auf dem Platz mit vielen Steinmönnchen biwakieren? Wie hoch ligt er?
Gruss Chlodvig

MouRa says: RE:
Sent 7 October 2011, 23h24
Herzlichen Dank.

Vom Gletscherbeginn/-ende bis zu den Steinmannlis benötigte ich ca. 15 Minuten talabwärts. Ich schätze, dass der Platz daher ca. 3'000 m. ü. M. liegen muss.

LG Thomas


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