Gimpel & Co - Große Tannheimer Runde


Publiziert von hannes80 , 6. November 2018 um 21:21.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 3 November 2018
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 1350 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz am Krinnenlift (3€ pro Tag)
Unterkunftmöglichkeiten:Gimpelhaus

Nordseitig liegt ja teilweise schon ordentlich Schnee, also musste für das wettermäßig gut gemeldete Wochenende etwas möglichst südseitiges her. Und da fiel die Wahl für den Samstag auf die Tannheimer Berge, die ich schon lange auf der Liste hatte. Den eigentlichen Plan "Gimpel-Köllenspitze-Gehrenspitze" ließ ich fallen, nachdem ich beim Blick vom Gimpel in die Nordwestflanke der Köllenspitze doch mehr "weiß" erspähte als mir lieb war. Dann eben nach dem Gimpel in Richtung Westen weiter auf die "Große Tannheimer Runde". Es wurde ein toller Tag ...

Los geht's um 7:30 Uhr am Parkplatz Krinnenlift, südlich von Nesselwängle. Dichter Nebel hängt im Tal und ich will zügig raus aus der Suppe, also schnellen Fußes in Richtung Gimpel. Das geht flotter als gedacht und nach 90 Minuten steh' ich am Fuß der Gimpel-Gipfelwand, wo sich wie bestellt auch der Nebel lichtet. Erstaunlich leicht präsentiert sich dann die Südflanke. Nur zwei oder drei Stellen, die einen Hauch von II darstellen, eher aber noch I+, kaum ausgesetzt. Die Wegfindung gestaltet sich nach dem Motto: folge den abgespeckten Stellen. Und nach 50 Höhenmetern ist der Spaß auch leider schon wieder vorbei. Der breite Ostgrat ist ebenfalls unschwierig, nur nordseitig war's etwas glitschig und vor allem im Abstieg nicht ganz ohne. Am Gipfel steh' ich über einem sensationellen Nebelmeer, aus dem wie Inseln die höheren Berge herausstechen. Ergriffen von der Schönheit des Anblicks bleibe ich fast eine Stunde oben. Völlig allein, während drüben an der Roten Flüh die Karawanen hochziehen. 

Irgendwann zieht's mich dann doch weiter. Easy rauf auf die Rote Flüh, dort bleib' ich aber nur kurz. Weiter über den Friedberger Klettersteig, der sich wie oft beschrieben tatsächlich als Wanderweg mit gelegentlichem Stahlseil präsentiert. Dank des Bombenwetters aber ein herrlicher Laufsteg.

Am Schartschrofen steh' ich erstmal ein bisschen beeindruckt, der schaut nämlich doch ein bisschen ernster daher als erwartet. Doch wie so oft ist alles halb so wild, ein Klettersteigset hab' ich nicht dabei und das braucht's auch nicht wirklich. Die schwerste Stelle ist gleich am Einstieg, kurz vor dem Gipfel wird's auf ein paar Metern etwas ausgesetzt, aber wer halbwegs geübt ist solchen Sachen, kann das Geraffel zuhause lassen. Wer sich unsicher ist, kann's ja doch einpacken. Sicher ist sicher. Ein Helm sollte aber unbedingt dabei sein, ebenso wie am Gimpel.

Am Hallergernjoch hab' ich noch keine Lust auf's Tal, darum weiter Richtung Läuferspitze, auch wenn das zwangsläufig Kontakt mit höchst unästhetischen Skigebietsauswüchsen bedeutet. Aber der schöne Weg dorthin durch die Latschen und auch der nette, kleine Gipfel mit kurzen Kletterstellen (seilgesichert, sonst II bis III). Schnell an der Gondelbahn-Gipfelstation vorbei und schon nach wenigen Metern ist man wieder in schöner Almlandschaft in Richtung Adlerhorst unterwegs. Ich lass' mir Zeit, genieß die Sonne und schlender langsam Richtung Parkplatz, wo ich gemütlich nach insgesamt acht herrlichen Stunden ankomme.

Tourengänger: hannes80


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