Lötschenpass und Hockenhorn


Publiziert von Kik Pro , 13. August 2018 um 18:46.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum:12 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m

Mit dem Hockenhorn habe ich vor 50 Jahren mein erstes Tourenbuch begonnen. Wir kletterten damals durch die Südflanke und über den Südostgrat im Rahmen eines Bergsteigerkurses des militärischen Vorunterrichts (Vorläufer von Jugend und Sport), der das erste Mal auch Mädchen zuliess. Als daher meine Sektion genau am richtigen Wochenende (28./29.7.) eine Wanderung über den Lötschenpass zum Thema Gletscherarchäologie ausschrieb, war ich sofort dabei. Es kamen zwei Fachleute von der Kantonsarchäologie BE mit, die am spektakulären Fund auf der Passhöhe beteiligt waren und uns die Spuren der Passbegehungen von der Bronzezeit bis in die neuste Vergangenheit zeigen sollten.
 
Leider regnete es beim Aufstieg von Selden so stark, dass keine Besichtigungen möglich waren. In der trockenen Lötschenpasshütte bekamen wir spannende Informationen. Gut erhaltene Altertümer finden sich am ehesten in ehemaligen Firnmulden oder Nischen, in denen das Eis nicht floss. Wer auf fragliche Funde stösst, soll sie am Ort fotografieren, mit Steinmann o.ä. markieren, und mit den Koordinaten der zuständigen Kantonsarchäologie melden. Den Fundort der bronzezeitlichen Altertümer, mittelalterliche Besiedlungsspuren und militärische Reste besichtigten wir am nächsten Tag. So musste das Hockenhorn noch etwas warten.
 
Diesmal spazierten wir von der Fafleralp über den aussichtsreichen Höhenweg zur Lauchernalp, wo wir übernachteten, weil die Lötschenpasshütte voll war. Der Aufstieg in der Morgenkühle beginnt gemächlich bis zur Sattlegi, wo Yaks mit langen Hörnern grasen. Der Weg durch die Simmle ist ruppiger als in meiner Erinnerung, die Beine sind nicht mehr ganz so elastisch wie damals. Die Gäste der Lötschenpasshütte sind längst weg, wir trinken unseren Kaffee als einzige auf den sonnigen Bänken.
Dann folgen wir einer von unzähligen Spuren auf den langen Westrücken, den wir etwa dort erreichen, wo tief im Berg die alte Lötschberglinie mit der NEAT kreuzt. Aller Schnee ist weg, der Schutt prima zu begehen.  Das Hauptweglein ist hier weiss blau markiert. Das Firnfeld auf der Nordseite des kleinen Hockenhorn ist fast aper, wir umgehen es am unteren Rand, wie die Markierung angibt, die nachher aufhört. Steinmänner weisen den weiteren, ebenfalls aperen Weg durch das Geröll bis zum Fuss des Gipfelaufbaus. Eben kommen die letzen Berggänger, die in der Hütte übernachtet hatten, über die unterste Stufe hinab, wo ein bisschen gekraxelt werden muss. Die ausgetretenen Spuren sind nicht immer eindeutig, aber es kommt nicht sehr darauf an, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Zwei Stunden nach der Hütte sind wir auf dem Hockenhorn, allein mit der Bergwelt.
 
Zum Abstieg habe ich vor 50 Jahren nur geschrieben "Gehgelände". Tatsächlich sieht man von oben die Spuren besser, was die Kraxelstellen fast bis auf die letzte reduziert. Nach der Geröllpassage unter dem kleinen Hockenhorn schlendern wir den Rücken hinab, ausgiebig die Gegend geniessend.  Die Traverse vom Pass zur Sattlegi braucht nochmals Ausdauer, dann sind die grünen Weiden und bald auch die Lauchernalp mit der Seilbahn erreicht.

Tourengänger: Kik


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