Vom Gimpelhaus via Köllenspitze 2238 m zur Hahnenkammbahn


Publiziert von basodino Pro , 10. Juni 2018 um 21:44.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:10 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 760 m
Abstieg: 680 m
Zufahrt zum Ankunftspunkt:vgl. Tourenbericht http://www.hikr.org/tour/post132745.html
Unterkunftmöglichkeiten:Gimpelhaus (1659 m), private Hütte mit Lagern und Zimmern, Lechaschauer Alpe (einfaches Matratzenlager)
Kartennummer:BY5 Tannheimer Berge

Tag 2 des Weges vom Füssener Jöchle zur Höfener Alp. Nach einer guten Nachtruhe und einem eher spartanischen Frühstück stieg ich den gestrigen Weg für eine Viertelstunde zurück. Dann geht man knapp rechts und gerade hinauf, wobei der Weg nicht angenehm ist. Die feuchte Erde war sehr seifig und forderte mehr Konzentration als normalerweise nötig. Weiter oben dann in einigen Kehren bis an die Felsen, wobei hier bereits wieder Helm-Auf-Gelände wäre, speziell wenn entsprechend viele Menschen über einem rumturnen. Das war so früh allerdings noch nicht der Fall. Dafür durfte ich mir ein paar Gemsen aus nächster Nähe anschauen und auch die Salamander waren schon höchst aktiv.
Bald erreicht man eine Verzweigung. Links hinauf geht es in wenigen Schritten zur Nesselwängler Scharte. T3, 1 h 00 min

In der Scharte zweigt der Gipfelweg zur Köllenspitze nach rechts ab. Dabei werden gleich einige felsige Absätze erstiegen, denen man eigentlich auch weiter links ausweichen könnte. Wahrscheinlich soll man hier bereits auf die Charakteristik weiter oben eingestellt werden. Aber nach diesen ersten Felsen erreicht man doch die Wiesen, die man dann auf einem einfachen Weg bis auf einen schmalen Kamm ersteigt.
Jenseits geht es steil eine Rinne hinab, wobei es einfacher ist, den oberen Teil über die Rippe abzuklettern (II-). Am Fuß der Rinne liegt derzeit noch ein Schneefeld, dass man am oberen Rand horizontal quert. Wenn man auf neue Felsen trifft, geht man einige Schritte tiefer hinab (Fels/Schnee) und vollendet die Querung. Jenseits geht es gleich wieder steil hinauf, teilweise über schmale Traversen (Leisten), dann in kurzen Kehren durch eine brüchige Rinne. Die verlässt man weiter oben nach links und quert zu einer markanten kaminartigen Rinne, wobei die Querung auch behutsam über schmale Tritte und Leisten erfolgt. In der Rinne findet sich bald ein Klemmblock, dessen Passage durch Tritthilfen und ein Seil entschärft wurde (II-). Danach aber weiterhin anspruchsvoll hinauf. Vor allem sollte man immer aufpassen, dass man Nachkommende nicht durch losgetretene Steine gefährdet. Oben erreicht man eine kleine Scharte, die man nach rechts kraxelig (I) verlässt. Die letzten Meter bis zum Gipfel gibt es dann wieder einen einfachen Weg. T4+, II-, je 55 min im Auf- und Abstieg. 

Die Aussicht war hervorragend. Es war warm und kaum Leute da. Einfach zum Genießen. Nach einem kleinen zweiten Frühstück ging es dann aber doch hinab, waren doch für später Niederschläge zum Teil intensiver Natur angesagt. In der Nesselwängler Scharte war inzwischen Hochbetrieb an einem Übungsfelsen. Mir kamen auch genügend Leute Richtung Gipfel entgegen, wobei nicht alle oben ankamen. Man sollte trotz des fehlenden Warnhinweises die Route nicht unterschätzen.

Zurück an der Verzweigung nahm ich nun die andere Richtung und stieg zum Einstieg des Klettersteiges. Der Weg dorthin führt zunächst durch grobes Geröll, gewinnt ein wenig an Höhe und sinkt erst zum Klettersteig in feinem Geröll ab. Trotz des klaren Weges nicht immer das angenehmste Gelände. T3+, 20 min

Nachdem ich mir am Klettersteig durch einfache Betrachtung die Gewißheit geholt habe, dass der keine Alternative für mich wäre, stieg ich weiter ab. Die Querung zum Sabachjoch wäre hierbei die bessere Wahl gewesen. Stattdessen stieg ich ohne klaren Weg durch loses Geröll und steile Wiesen zu einer Spur hinab. Diese führte mich dann in eine Sumpfwiese, die nicht überall gut zu begehen war. Unweit einer Hütte erreicht man dann wieder markierte Wege. Von dort stieg ich wieder etwas an und machte die Querung zum Hochjoch, schon regelmäßig unter der Bedrohung naher Regengüsse. Dass die mich auch bis zur Bergbahn nicht erreichten, war pures Glück. T3-, später T2 und leichter, 1 h 30 min

Wer besseres Wetter, mehr Zeit und mehr Kraft hat, kann vom Sabachjoch noch Gehrenspitze und/oder Schneid besteigen. Mir war das heute nicht vergönnt. Aber die Köllenspitze für sich ist auch eine Tour wert. Nicht umsonst ist sie der höchste Punkt der ganzen Gruppe.

Tourengänger: basodino


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