Hohe Munde Überschreitung von West nach Ost


Publiziert von Joesti , 27. November 2017 um 16:03.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Wetterstein-Gebirge und Mieminger Kette
Tour Datum:23 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m

Nachdem ich nun schon mehrmals in der Nähe der Hohen Munde war, allerdings andere Touren Priorität hatten und zwei Besteigungsversuche vom Osten her, zuletzt  im Juli 2016 auf etwa 2100 HM wegen extrem schlechten Wetters abgebrochen werden mussten, stand heute endlich die Überschreitung der Hohen Munde an. Mit der Dämmerung gegen 4:30 Uhr ging es vom Parkplatz Salzbach aus los. Die ersten 5 km zum warm werden gehen entspannt durch das Gaistal. Nach passieren der Gaistalalm führt schließlich ein beschilderter Weg nach links ab zur Niederen Munde.  Der Anstieg folgt zunächst durch den Wald und mit zunehmender Höhe durch die Latschen. Es kündigte sich von Westen her durch finsteres Grollen ein Gewitter an und auf etwa 1500 HM fielen die ersten Tropfen. Die Wettervorhersage hatte etwas anderes vorausgesagt und ich war entsprechend genervt. Muss ich auch diese Tour wieder abbrechen? Komme ich denn nie auf diesen Gipfel?

Ich zog die Regensachen an und hockte mich erst mal hin. Zum Glück regnete es nur etwa 15 Minuten und das Gewitter zog Richtung Zugspitze. Von nun an hatte ich bestes Bergwetter. Zügig ging es weiter hinauf zur Niederen Munde und Richtung Westgipfel, bevor es sich der Wettergott doch wieder anders überlegt! Es  wurde nun steiler und felsiger, allerdings nur ein kurzes Stück. Nach der ersten  steileren Passage ging es weiter über einen langgezogenen Grasrücken, der zunächst nicht enden wollte. Ich hatte meine Stöcker zu früh im Rucksack verpackt und war jetzt einfach zu faul, sie wieder rauszuholen. Nun wurde es anspruchsvoller und steiler, einige Passagen waren seil gesichert. Ein kurzes ausgesetztes Gratstück war ebenfalls zu bewältigen, aber gut gesichert und problemlos zu meistern. Die Seilsicherung war für mich allerdings gefühlt auf der falschen Seite. Stetig ging es weiter und ich stand am Einstieg zum Rauhen Tal. Es war etwa 8:30 Uhr. Man konnte schon das Gipfelkreuz sehen, an dem auch schon jemand war. Ich hatte mir bereits einige Tourenberichte durchgelesen und als Kletteranfänger durchaus Respekt vor diesem Abschnitt!  Aber das Tal ist gut zu durchsteigen und gut gesichert. Man ist auch nirgends so ausgesetzt, wie ich zunächst gedacht habe. Im Anstieg aus dem Rauhen Tal traf ich den ersten Bergsteiger, den ich zuvor am Gipfel gesehen habe und der vom Osten her die Munde überstieg. Oben angekommen sind es nur noch wenige Minuten zum Gipfelkreuz, an dem ich ausgiebig Rast machte und die Aussicht genoss. Ich habe es tatsächlich endlich auf die Hohe Munde geschafft!

Der Überstieg zum nicht ganz so spektakulären Ostgipfel dauert ca. 30 Minuten. Hier hielt ich mich nur kurz auf und stieg weiter ab Richtung Rauthhütte. Der Abstieg zieht sich hier in die Länge und ist natürlich nicht so spektakulär und abwechslungsreich wie der Anstieg zum Westgipfel.  Bei der Frage der Überschreitung der Hohen Munde von welcher Seite aus halte ich persönlich den Anstieg von Westen her für die bessere Option, schlichtweg da man die Hohe Munde hier von der Wetterseite besteigt und aufkommende Schlechtwetterfronten rechtzeitig sieht!

In der Rauthhütte genoss ich ein Kaltgetränk und im Anschluss ging es zurück zum Auto am Parkplatz Salzbach. Die Hohe Munde hat sich gelohnt, eine tolle und abwechslungsreiche  Tour. Die Munde ist im Gegensatz zu einigen anderen Bergen in der Nähe auch nicht so überlaufen. Insgesamt traf ich drei weitere Wanderer auf der Tour!
   

Tourengänger: Joesti

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