Pfaffenkopf (1619m) - Einsamer Trabant des Schinders


Publiziert von sven86 , 5. November 2017 um 21:55.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Bayrische Voralpen
Tour Datum: 4 November 2017
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 700 m
Strecke:8 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Rottach auf asphaltierter Mautstraße (5 EUR) bis zum Parkplatz unterhalb der Schlagalm (dort wo der Aufstieg zum Schinder via Kar beginnt; noch deutlich vor dem Forsthaus Valepp)

Der Pfaffenkopf ist der nördliche Außenposten des Schindermassivs, der dank der vorgeschobenen Lage und des weitgehend freistehenden Gipfelkörpers eine überraschend gute Aussicht bietet. Der recht kurze Aufstieg verläuft meist durch wegloses Waldgelände; Latschenkampf ist bei kluger Routenwahl (aber nur dann) weitgehend vermeidbar.

Ich folge bis kurz unter den Gipfel der Route vom maxl, wozu auf den entsprechenden Bericht verwiesen sei. Als Ergänzung zum unteren Teil sei noch angemerkt, dass der Verlauf der Steigspuren in der Kompass-Karte korrekt dargestellt ist; der durch einen roten Pfeil markierte scharfe Abzweig des Steiges zur breiten Pfaffenkopf NO-Flanke befindet sich dementsprechend auf etwa 1180m.

Der NO-Kamm des Pfaffenkopfes wird auf dem letzten Stück zum Gipfel durch dichten Latschenbewuchs gekennzeichnet, für dessen Begehung ich schon eine LKK 4 vergeben möchte. Latschenkampf lässt sich aber wie folgt weitgehend vermeiden, wobei hier im Detail sicherlich Variationen denkbar sind: Etwas unterhalb der Latschenzone, dort wo man das Waldgelände verlässt, befindet sich auf 1480m ein kleiner grasiger Absatz. Hier nun Querung nach links in die SO-Flanke und dort vielleicht 20-30 Meter parallel zum NO-Kamm in gutartigem Grasgelände in einer Art Mulde hinauf. Auf etwa 1550m nun quer nach links hinüber, teils auf einer Höhe, teils leicht steigend oder auch mal wenige Meter absteigend. Zwar gibt es auch hier kleinere Latschengürtel, dort findet sich aber mit etwas Augenmaß meist ein guter Durchstieg, wobei die Gamsspuren hilfreich sind. Anzupeilen gilt es letztlich den obersten S-Kamm, der oberhalb eines recht markanten schrofigen Ausbruchs auf 1580m erreicht wird. Von hier sind die letzten Meter in freiem Grasgelände dann überhaupt kein Problem mehr.

Der zuweilen geäußerte Vorwurf, einsame Gipfel würden durch Internetberichte ihres Charakters beraubt, wird hier einmal mehr glänzend widerlegt: Seit dem Besuch vom maxl und Ali im Juni wurden nur noch zwei weitere Waldläufer registriert; per annum schauen hier vielleicht mal ein Dutzend Partien vorbei.

Zur Schwierigkeit: Im Waldbereich sind teils etwas steilere und auch mal schwach gestufte Passagen zu überwinden, das gilt auch in der Querung hinüber zum S-Kamm. Nichts übermäßig wildes zwar oder gar ausgesetzt; recht solide sollte man aber schon treten. Daher doch eher ein oberer T3er.

Gehzeiten: Aufstieg gut 2 std.; Abstieg gut 1 std.

Tourengänger: sven86

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Kommentare (2)


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Wagemut hat gesagt:
Gesendet am 6. Dezember 2017 um 22:27
Servus Sven,

schöne Tour hast da gmacht! Ich war zweimal auf dem Pfaffenkopf, allerdings immer über die Kogeltalalm, auch ein sehr schöner Weg. Von Latschenkampf keine Spur. Ich finde es sehr lustig, dass die LKK inzwischen als ernsthafte Parameter in Tourenberichten auftauchen, obwohl sie doch noch subjektiver zu bewerten sind als die Kletterskala. Erstmals wurde die Skala meines Wissens auf dieser Seite "erfunden" http://harry.ilo.de/projekte/berge/berg.php?tour=54

Wünsche noch schöne Touren im sich dem Ende zuneigenden Jahr 2017.

Viele Grüße,

der Joseph

sven86 hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Dezember 2017 um 22:41
Servus Joseph,

Klingt ja nach einer interessanten Variante, war mir aber auch vom Gipfel aufgefallen, dass die andere Seite ziemlich latschenfrei aussah. Werd da sicher eh noch öfter rauf, müsste wegen der Kürze auch gut für ne Sonnenuntergangstour sich eignen.

Ja, den Gans-Bericht, der die LKK in die Welt gesetzt hat, kenn ich auch schon :) Ist auch nicht alles bierernst zu sehen, aber die Latschenwühlerei ist halt schon eine ganz eigene Disziplin, die irgendwie zu würdigen ist.

Wünsch Dir auch noch paar schöne Touren, mich zieht'd bei dem Wetter gar nicht raus, da sollen sich halt mal die Powder-Freaks austoben...
VG Sven


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