Cima d' Efra Westcouloir und Basal


Publiziert von ossi , 24. August 2017 um 22:28.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:28 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Madöm Gross   Gruppo Cima di Gagnone 
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 500 m
Strecke:Frasco - Capanna Efra - Cima d' Efra - Pkt. 2493 - Basal - Pkt. 2493 - Capanna Efra
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postbus bis Frasco
Kartennummer:swisstopo

Einer dieser wunderbaren Tage, die man nie vergisst.

Wenn ich in ein paar Jahrzehnten im Pflegeheim lebe und das Personal sich gar nicht vorstellen kann, dass ich auch mal mehr geleistet habe als zehn Meter Horizontaldistanz in fünf Minuten, dann denke ich daran: An diese Tessiner Gipfel, diese mitreissenden, faszinierenden, tief berührenden Stunden mitten in den Bergen. Und mit einem Lächeln im Gesicht nehme ich die nächsten zehn Meter Horizontaldistanz unter die Füsse.

Frasco - Capanna Efra (T2): Gut markierter Weg ab Frasco Chiesa zuerst weit hinein ins romantische Val d' Efra, dann steil, dennoch in angenehmer Steigung zu den Alpgebäuden der Alpe dell Efra. Eine längere horizontale Strecke führt zum wunderbaren Lago d' Efra. In lichtem Waldgelände geht's nun hoch zur Capanna Efra, meinem Nachtlager. Ein wunderbarer Ort.

Capanna Efra - Cima d' Efra über den Westkamin (T6-): Delta hat die Route auf dieser schönen hikr-Seite zum ersten Mal beschrieben. Wäre ich mutiger, ich würde die Route "Via Delta" nennen.

Von der Capanna folgt man dem blauweiss markierten Wanderweg wenige Meter nach Norden, steigt dann die Richtung beibehaltend ganz leicht rechtshaltend den Hang hinauf und trifft bald auf den ersten blauen (oder weissen?) Punkt der Route auf die Cima d' Efra. Wer es weiss, sieht die Markierung von der Hütte aus.

Nun folgt man den zahlreichen blauen, weissen, manchmal sogar roten Punkten. Meistens sind auch gute Wegspuren sowie zahlreiche Steinmänner zu sehen, von denen ich eine ganze Reihe an diesem ruhigen Nachmittag saniere bzw. etwas aufmotze. Später quert man unterhalb der "Gipfel-Westflanke" in Richtung Pkt. 2493 und entdeckt bald sowie unübersehbar den Kamin, der die ganze Westflanke durchreisst. Durch diesen Riss in gut gestuftem Gelände auf den Südgrat (wenig loses Material im Kamin, Helm ratsam) und über diesen leicht zum Gipfel. Ein knapper T6er oder ordentlicher T5er. Keine Markierungen im Kamin und am Südgrat.

Vom Gipfel über die Normalroute (markiert) hinunter zu Punkt 2493. T5.

Den Basal erreicht man, indem man sich zuerst dem Gipfelaufbau nähert und dann ca. 50m nordwärts unter die Ostflanke quert. Über einige einfache Felsstufen und ein bis zwei Kletterzüge (I) erreicht man gut gangbare Grasbänder, die auf den Gipfel leiten. Über die gleiche Route runter und den Markierungen entlang zurück zur Capanna Efra. T5.

Es folgt ein Hüttenabend bei wunderbar warmem Wetter in einer einzigartigen Landschaft. Viel Zeit, viel Ruhe, grenzenlos...

Tour im Alleingang

Tourengänger: ossi


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Kommentare (5)


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Seeger Pro hat gesagt: Wenn ich in ein paar Jahrzehnten
Gesendet am 26. August 2017 um 09:49
Ciao ossi
Wieder schön, Dein Bericht mit den treffenden Fotos.
Auch meine Welt. Nicht so wild wie Du. Zwischen Basal und Cima d'Efra ist ein Pass.......
Ich brauche nicht Jahrzehnte (und kann nicht mit ihnen rechnen), um in den Erinnerungen zu schwelgen. Ich tue es jeden Tag: Die Augen schliessen und den Film meiner Erlebnisse laufen lassen...
Gruss
Andreas

ossi hat gesagt: RE:Wenn ich in ein paar Jahrzehnten
Gesendet am 26. August 2017 um 10:05
Danke für Deinen Kommentar.

Diese Erfahrungen kann man einem nie mehr nehmen, wunderbar!

lampbarone hat gesagt:
Gesendet am 26. August 2017 um 13:13
Pflegeheim?
Ich frage mich immer, was mache ich, wenn ich mal 80 bin und nicht mehr allein in den Biwaksack komme?
Ich meime, welche Altenpflegerin kommt auf einen 3600 er Gipfel mit?

mong Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. August 2017 um 20:18
Wow! Was für eine Tour!

Das weckt Erinnerungen.

Einmal stieg ich von Frasco hinauf und dann zum Passo del Rampi und dann in Richtung Pian Tasìn und dann wieder zurück nach Frasco. Alles am gleichen Tag. Da war ich noch ein junger Spund. So ungefähr 50.

Leider weiss ich im Moment nicht mehr, wann das war.

Danke für die Erinnerung.

Gruss
Jerry

;-)))

ossi hat gesagt: Taschenlampe und anderes
Gesendet am 26. August 2017 um 20:38
zum Biwaksack: Ich würde den Reissverschluss einfach ganz öffnen vor dem Hineinschlüpfen, dann klappt das sicher auch mit 80+, wetten?

Jungspund 50: Ok, in dem Fall bin ich noch ein Kleinkind. Habe grade eben erkannt, dass der Typ im Spiegel, dem ich immer mal wieder begegne, ich selber bin.



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