Piz Morteratsch Spraunzagrat


Publiziert von Sherpa , 19. Juli 2017 um 16:25.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Berninagebiet
Tour Datum:16 Juli 2017
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Piz Bernina   Bernina-Gruppe 

Piz Morteratsch 3751m via Spraunzagrat

Endlich Ferien. Das Wetterfenster sah vielversprechend aus, die Traumtouren seit langem geplant.
Auf dem Programm stand die Bernina Triologie MBP (Morteratsch, Bernina, Palü).

 
Anreise 15.7.2017
Mit voll bepackten Rucksäcken ging es von Morteratsch 1896m über den Bergweg zur Bovalhütte 2494m. Diese war nicht ausgebucht, aber schnell bemerkten wir, dass einige Seilschaften auch den Piz Morteratsch 3751m über den Spraunzagrat erklimmen möchten.

Gipfeltag 16.7.2017
Frühstück gab es um 4.30 Uhr. Im Schein der Stirnlampen beschritten wir den Pfad zur Moräne hinunter, bis zum markanten Steinmännchen (ca. Pt. 2473), das den Abzweiger zum Spraunzagrat markiert. Wir folgten den guten Wegspuren, immer wieder Steinmännli folgend und querten somit das obere zweite Grasband, das uns auf die Geröllmasse lotste.
Die Wegführung war auch da klar, wir erreichten bald den Einstieg bei dem grossen Steinmann. Gemäss Topo muss man von hier noch die Bovalhütte sehen.

Das Einstiegscouloir ist klar zu erkennen. Als erstes den Helm aufsetzen ist hier Pflicht, denn die ersten Seilschaften traten schon einiges los. Nach diesem Couloir verstiegen wir uns zuerst leicht, was unser Glück war, denn eine Seilschaft trat einen schweren Steinbrocken im nächsten eigentlich zu kletternden Couloir los. Dieser Brocken löste weitere Steine und donnerten mit viel Getöse herunter. Zum Glück waren wir nicht in der Rinne.

Unseren Verhauer hatten wir schnell ausgemerzt, wir folgten dem Grat in schöner einfacher Kletterei. Immer gute Tritte und Griffe. Meistens am kurzen oder halblangen Seil, stiegen wir zusammen hoch. Bald erreichten wir das Schneefeld (ca. 3250m), das mit den guten Trittspuren problemlos zu begehen war. Es wurde steiler, teilweise etwas plattiger, aber da war auch schon ein Bohrhaken auszumachen. Es folgte ein ausgesetztes Gratstück bevor wir zur Abstiegsstelle kamen. Wir nutzten ein markantes Couloir dazu, es hatte Reepschnürstände. Nebenan wäre eine Möglichkeit an einem Fixseil abzusteigen, was auch nicht den sichereren Eindruck machte. Ich liess also meine Partnerin im Couloir runter und stieg dann selber ab. Den Tritten im Firn hoch, weiter bis es zur nächsten Graterhebung geht. Dieser ist markant steiler, aber zunächst am kurzen Seil den Wegspuren folgend gut zu begehen.

Die Wegführung war nicht immer einfach, denn viele Wege führen hoch. Wir wählten für uns das passendste und kamen dem Firnaufschwung nach 5 Stunden näher. Nun mit den Steigeisen den Trittspuren über die steile Flanke hoch zum Gipfel folgend, welchen wir nach gut 5 1/2 Stunden erreichten.

Es zog ein starker Wind, so dass ein Gipfelaufenthalt mit Pause so sehr ungemütlich war. Wir machten kurz ein paar Fotos und, bestaunten unser Projekt vom nächsten Tag, den Biancograt. Danach begaben wir uns dann sofort zum Abstieg über die Normalroute bis zur Fourcla da Boval 3346m. Dort nahmen wir den Abzweiger zur Tschiervahütte.

Nach dem aperen Gletscherfeld, gönnten wir uns endlich eine längere wohlverdiente Pause. Eigentlich wollten wir beim Abstieg zur Hütte gleich noch etwas auskundschaften, was wir dann am nächsten Tag im Dunkeln zu begehen hatten. Wir verpassten von oben her den Abzweiger, sahen natürlich keine Leuchtmarkierungen und standen dann schon vor der Tschiervahütte 2583m. Die Hüttenwartin erklärte uns aber netterweise, dass wir für den Aufstieg zum Biancograt ab der Wasserfassung und dem Kettenaufstieg auf die Leuchtmarkierung am Felsen zu achten hätten, was mit den Stirnlampen gut auszumachen wäre.  

Fazit
Sehr schöne Klettertour, vor allem auch als Vorbereitung auf die Bernina Tour.

Material:
Min. 40m Seil
ein paar Schlingen

Bericht von S.E

Tourengänger: Sherpa


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