Ruchälplerstock - Mama's kleiner Liebling


Publiziert von Zoraya , 9. Juli 2017 um 15:44.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 8 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m

Der Urner Alpin-Klassiker - eine Bergtour, bei der man gleich mehrere Gipfel mitnehmen kann. Sie darf sich wohl zu den beliebtesten Wanderungen im Urnerland zählen. Ich kenne das Gebiet ums Arni ziemlich gut. Den Weg zum Sunniggrat ist, als würde ich durch meine Wohnung laufen. Jeder Stein und jedes Sträuchlein ist mir irgendwie bekannt. Und doch waren alle Gipfel, bis auf den Jakobiger, Neuland für mich. Ein wundervoller Tag, den ich wieder einmal mit meiner Mutter erleben durfte. Jeder hat so seine Lieblinge in den Bergen. Der Ruchälpler ist Mama's kleiner Liebling. Zu recht.

Die Tour ist relativ weit, deshalb starteten wir um 07.20 Uhr bei der Bergstation Arni. Gemütlich marschierten wir zur Sunniggrätli-Hütte und legten auf dem Grat die erste Pause ein. Weiter quert man ein verlassen-wirkendes Tal, immer der rwr-Markierung folgend. Und schon steht man vor dem ersten Gipfel, der Grossgander. Vorbeilaufen gilt nicht. Um den Gipfel zählen zu können, muss ich zu oberst stehen. Sonst kann ich nicht beruhigt schlafen ;-). Also kurz hochgekraxelt, wieder hinunter und weiter gehts zum Ruchälpler. Dieser beeindruckt mit seinen ausgesetzten Stellen, genussvoller Kraxelei und eindrücklichen Tiefblicken. Montierte Seile helfen, benötigte ich aber nicht. Ein bisschen Training muss sein. Die letzten 20 Meter zum Gipfel zählen zum Höhepunkt. Eine steile Wand, als Hilfe liegt eine Kette. Zack, steht man auf dem 2. und interessantesten Gipfel. Kurzer Rast, traumhafter Ausblick genossen und wir nahmen den nächsten Gipfel in Angriff. Richtung Norden folgten wir der Markierung in einem auf und ab. Hier eine Kraxelei, dort ein schöner Gratverlauf, was will man mehr? Abwechslung pur. Bald steht man am Fusse des Jakobigers. Dieser wirkt, wie ich finde, nordseitig wie eine grüne Eiger-Nordwand. Der Aufstieg ist aber eine einfache T4. Auch hier ein wundervoller Ausblick zum Ruchälpler, Leutschachtal, das imposante Schlossberg-Massiv und der noch im Eis liegende, schöne Leidsee. Bevor man zur Leutschachhütte absteigt, muss man wieder hinauf zum Leidpass. Beflügelt von der Gipfelsammlerei kletterte ich beim Pass weiter hoch gegen Norden und landete in anspruchsvollem T6-Gelände. Ich dachte ich stehe auf einem Vorgipfel des Ruchen (jemand war wohl sehr unkreativ und betitelte einfach mal einige Berge im Urnerland als Ruchen). Wie ich jetzt sehe war das aber der untere Teil des Chapferplanggenstocks. Weiter traute ich alleine nicht. T6 ist mir noch nicht ganz geheuer. Langsam zogen dunkle Wolken auf, also marschierten wir zügig zur Leutschachhütte. Die Hütte empfinde ich als eine der schönst-gelegenen. Dies macht wahrscheinlich vor allem der Niedersee aus, welcher eine türkisblaue Farbe aufweist, bei dem jedes Schmuckstück verblasst. Nach einem kühlen Rivella stiegen wir ab zur Arni Bergstation. Das war dann doch etwas ermüdend. Das Tal ist extrem weitläufig. Die höchste Anforderung des Tages stand uns aber noch bevor. Das Passieren zweier Kuhherden mitten im Weg. Eigentlich liebe Tiere aber ich habe etwas Respekt. Meine Mutter sehr, sehr grossen Respekt. Sie waren uns freundlich gesinnt, zogen aber trotzdem einen Bogen um die Herden :-). So landeten wir nach 8h wieder bei der Bergstation Arni.

Mama's kleiner Liebling hat auch mich als Fan gewonnen. Die gesamte Tour birgt so viel Abwechslung, Spass, hier und da einige anspruchsvollere Stellen - meine Erwartungen vollends erfüllt. Mehr braucht es nicht um einen Tag glücklich zu beenden.

Tourengänger: Zoraya


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