Grenzschlängeln an der Punta Valgrande


Publiziert von Zaza , 26. Februar 2009 um 09:13.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:25 Februar 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT5 - Alpine Schneeschuhtour
Ski Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 2400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo alte kaserne
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo iselle di trasquera
Kartennummer:1309, 285

Die Punta Valgrande ist ein abgelegener, wenig bekannter Grenzgipfel auf der Südseite des Simplonpasses. Im Winter ist er auf drei Routen zu erreichen, die allesamt recht lang, anspruchsvoll und interessant sind. Heute wollte ich zwei davon kombinieren.

Ausgangspunkt ist die Haltestelle Alte Kaserne (zwischen Gabi und Gondo). Man folgt der eingeschneiten Fahrstrasse Richtung Alpje. Dabei müssen diverse (lawinen-)schneegefüllte Couloirs gequert werden, was heikel sein kann. Einen Ausrutscher kann man sich hier nicht erlauben, deshalb sollten sicherheitshalber Pickel u/o Steigeisen ins Gepäck. Bei Wälschimatta enden diese Schwierigkeiten und man folgt in etwa dem Sommerweg via Chemi nach Piäneza und Gise. Weiter nordwärts nach Waligigufer und dann in ansteigender Querung auf den Südrücken des Gipfels. Über diesen Rücken auf den Gipfel; momentan kann man mit Ski oder Schneeschuhen bis zuoberst gehen.

Von hier könnte man nun relativ einfach Richtung Alpe Veglia runter. Das macht aber nur dann Sinn, wenn man mehrere Tage unterwegs ist und in Alpe Veglia übernachten will. Vom Gipfel sieht man jedoch ein schönes Couloir, das Richung Osten hinunter zieht. Man geht also ein paar Schritte über den Südgrat zurück und steigt dann in den Hang ein, der in dieses Couloir führt. Das Couloir ist weniger steil, als es aussieht, maximal 40 Grad (der steilste Abschnitt ist ziemlich weit unten).
 
Am Ende des Couloirs ist eine erste Entscheidung fällig. Man kann nun runter via Valle nach San Domenico. Das ist für Skifahrer wohl die beste Option. Allerdings muss man beachten, dass der Bus nach Varzo um 17:29 nur dann sicher fährt, wenn die Ciamporino-Skilifte in Betrieb sind (das war heute nicht der Fall). Ansonsten quert man nach Pianezzoni und zum Passo delle Possette (ca. 100 hm Aufstieg). Von hier wäre ein relativ kurzer Abstieg zum Monte Tèggiolo möglich (schöner Aussichtspunkt mit winzigem Rifugio auf dem Gipfel).

Vom Pass bieten sich wieder zwei Optionen an: Man kann über die Alpen Camoscella, Vallescia und Corwetsch zurück nach Gise, wo man auf die Aufstiegsroute trifft. Oder (meine Wahl) man geht runter über diverse sonnige Alpen bis Bugliaga. Von hier auf der geräumten Strasse über die eindrückliche Ponte del Diavolo nach Trasquera (die direkten Abstiege von Bugliaga ins Tal sind im Winter heikel). Trasquera ist ein schönes, sonniges Bergdorf, aber im Winter ist nicht gerade viel los. Das Restaurant Alpino ist geschlossen, so geht man halt der seit etwa 10 Jahren im Bau befindlichen Fahrstrasse (eingeschneit) entlang nach Iselle. Aktuell könnte man mit Ski fast bis Iselle fahren. Von hier per Zug zurück nach Brig.

Verhältnisse:
Angenehmes Wetter, endlich mal ohne Wind! Viel Schnee. Im Aufstieg praktisch durchwegs tragender Harschdeckel; sehr angenehm. Im Ostcouloir windgepresst, einigermassen angenehm. Vom Passo delle Possette bis Bugliaga gut bis zu sehr aufgesulzt. Im oberen, steilen Teil diverse grosse Fischmäuler. Steigeisen und Pickel mitgeschleppt, aber nicht gebraucht.

SLF: Mässig

Tourengänger: Zaza

Galerie


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