Kindheitserinnerungen am Hochfelln


Publiziert von bergmax82 , 22. Dezember 2016 um 17:43.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Chiemgauer Alpen
Tour Datum:22 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 950 m
Strecke:14.5km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Straße nach Kohlstadt war geräumt und ohne Scheeketten befahrbar. Ein Schild wies jedoch auf eingeschränkten Winterdienst hin.

Ich war ungefähr 8-9 Jahre alt, da war Wandertag mit der Grundschulklasse. Es ging nach Bergen. Eine Wanderung durch den Wald, ich vermute es war der Weg an der weißen Achen entlang. Es war eine kindliche Entdeckungsreise die viele Erinnerungen in mir hinterlassen hat. Diesen Erinnerungen wollte ich heute mal wieder ganz nahe kommen. Was käme da gelegener als eine schöne Tour auf den Hochfelln?!


Ach und habe ich erwähnt wie sehr ich Wasserfälle mag?



Ich fuhr also heute früh zum Wanderparkplatz Kohlstadt. In Bergen angekommen stellte ich erst mal fest wie viel Schnee dort lag. Überraschend, aber schön. Ich hab alles dabei was ich brauche. Und bei den -7° die es hatte als ich ankam, wen wunderts dass der Schnee vom Sonntag dort liegen geblieben ist. Die Straße nach Kohlstadt war geräumt und gut befahrbar. Schneeketten musste ich nicht aufziehen.

Kurz nach dem Parkplatz wurde der Boden aber ziemlich bald eisig, ich ging aber noch eine Weile ohne Grödel weiter. Die weiße Achen begleitete mich noch ein Stück und verzauberte mich mit Ihren schönen Wasserfällen, die durch das viele Eis nur noch mehr Magie erhielten. Kurz vor dem großen Wasserfall, den ich auf jeden Fall sehen wollte, entschied ich mich dagegen den Wasserwandlsteig über den Rötlwandkopf zu gehen. "Zu viel Schnee" dachte ich mir.

Ich ging also die Forststraße weiter aufwärts, die kurz nach einem Rastplatz endete und in einen Waldsteig überging. Hier lag dann deutlich höherer Schnee, war aber noch gut zu gehen. Kurz darauf quert der Steig eine Wiese wo sich die zwei vorhandenen Spuren uneinig sind. Der Schnee war hier ca. 20-30cm Tief und überfroren, so dass das ganze schon ziemlich anstrengend war. Dann ging der Steig im Wald weiter. Auf vereisten teils nur 2 Füße breiten Wegen am Hang entlang empfehlen sich auf jeden Fall Grödel. Kurz vor dem Thoraukopf verwerfe ich meine Pläne eventuell kurz zum Weissgrabenkopf rüberzuschauen. Zu viel Schnee. Ich nehme also, am Thoraukopf vorbei, den Schlussanstieg auf den einsamen Hochfelln. Nur eine Hand voll Leute waren oben verteilt.

Hier bot sich mir unglaublicher Ausblick auf die Nebelsuppe die das Tal noch bis jetzt bedeckt. Darüber hinaus gab es Sonne satt. Die Temperatur war gefühlt 20°, mein Thermometer zeigte jedoch nur 16° an. Im Nachhinein weiß ich dass es hier unten im Tal nicht mal solide Plusgrade erreicht hat und hätte lieber noch etwas länger auf dem Gipfel bleiben sollen. Allein deshalb hat sich der Trip gelohnt.

Abgestiegen bin ich dann nordseitig über die Bründlingalm. Noch mehr Schnee und ich hätte stellenweise gerne einen Zipfelbob gehabt. Ob das klug gewesen wäre damit den Hang runterzusausen ist eine andere Frage. Den schönen Aussichtspunkt vor der Bründlingalm mit tollem Blick auf die Nebelsuppe musste ich natürlich auch mitnehmen. Von da an ging es abwärts auf der "wegen Weginstandsetzung gesperrten" Forststraße Richtung Kohlstadt. Da das Umgehen dieses Weges an der Stelle sicherlich nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit machbar gewesen wäre und Fahrzeugspuren auf dem Weg waren, blieb mir keine Wahl. Von einem Grund für die Sperrung fehlte jede Spur. Die Schilder weiter oben waren auch nicht durchgestrichen. (Sollte der Weg wirklich gesperrt sein, wäre es vielleicht sinnvoll das vor der Bründlingalm zu erfahren.)

Der Abstieg bot mir so noch den einen oder anderen kleinen Wasserfall und führt mich sicher nach Kohlstadt zurück.

Der Steig aufwärts, die Ausblicke, die Schneelage, der sonnige Gipfel und der Vergleich mit der Nebelsuppe im Tal machte diese Tour einfach nur umwerfend. Kann man durchaus empfehlen. Trittsicherheit und Grödel vorausgesetzt. Und sollte noch mehr Schnee fallen wird der Steig schon richtig problematisch. Zudem wird in 2 Tagen der Liftbetrieb aufgenommen.

Tourengänger: bergmax82


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