Rocciamelone (3538m): Pilgerberg in den Grajischen Alpen


Published by Riosambesi , 27 August 2015, 21h08.

Region: World » Italy » Piemonte
Date of the hike:25 August 2015
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Time: 5:00
Height gain: 1400 m 4592 ft.
Height loss: 1400 m 4592 ft.
Route:9km
Access to start point:Lage: ca 50km W von Turin; Anfahrt über A32 Richtung Fréjus bis Ausfahrt Susa; in Susa beschildert Richtung Rocciamelone 20 nicht enden wollende Kilometer auf schmaler Straße, am Ende Schotterpiste bis zum Fahrverbotsschild (auf 2150m) kurz vor dem Rifugio La Riposa. Dort begrenzte Parkmöglichkeiten am Straßenrand. Oder 900m vorher den Parkplatz (2060m) nutzen und über den beschilderten Pfad zum Rifugio La Riposa. Für Wohnmobile, Sportwagen, Fahranfänger und alle die an ihrem Auto hängen nur bedingt geeignete Zufahrt.
Maps:openandromaps

Der Rocciamelone steht sinnbildlich für das Talent der Italiener das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Während man eine ausgesprochen schöne Bergtour absolviert hat man gleichzeitig eine religiöse Pflicht erfüllt, denn findige Katholiken haben den Berg zur Pilgerstätte erklärt und vor 116 Jahren eine Madonnenstatue auf den Gipfel gepflanzt.

 

Meine Motive sind weit weniger spirituell, der Reiz einen leicht erreichbaren Berg dieser Höhe zu besteigen und das zudem in einer großartigen Kulisse sind reizvoll genug, die angekündigten guten Wetterbedingungen das Sahnehäubchen darüber.

Zwei Routen bieten sich für den Anstieg an:
1. Die Nordroute ab Frankreich ab Bessans durch das Vallée du Ribon über den Gletscher zum Rochemelon, wie die Franzosen den Berg nennen, auch wenn der Gipfelbreich vollumfänglich auf italienischem Boden ist. Hochtourenausrüstung nötig, 1800hm und ca. 30km aller/retour

2. Die wesentlich einfachere Variante verläuft über die Südroute ab Susa in Italien wie hier beschrieben (1400hm, 9km, Wanderausrüstung)

Von Turin aus ist das kleine Städtchen Susa schnell zu erreichen, die letzten Kilometer bis unterhalb des Rifugio La Riposa haben es aber in sich, vor allem der ständige Gegenverkehr verzögert die Anfahrt immer mehr in die Länge.

Anstatt von Turin aus kann man auch aus Frankreich via Maurienne über den Col de Mont Cenis nach Susa gelangen.
.
Die Nähe zu Turin sorgt dafür, dass die Route relativ stark frequentiert wird, ein frühes Aufbrechen ist also keine schlechte Idee, auch wenn morgens um 7h bereits einige Wanderer auf den Beinen sind.
Zudem ziehen nachmittags gerne Wolken aus der Poebene in das Gebirge, und den freien Ausblick vom Gipfel aus sollte man nicht verpassen.

Ich erwische die letzte freie Parklücke kurz vor dem Fahrverbotsschild, was etwa 100hm im Vergleich zum Parkplatz weiter unterhalb einspart und eigentlich bin noch nicht wirklich wach.
Gleichzeitig mit mir läuft aber auch ein italienisches Pärchen los, was natürlich eine wilkommene Motivation ist  die Müdigkeit durch ein flottes Tempo zu vertreiben.

Die Orientierung ist jederzeit eindeutig, der Gipfel ist vom Parkplatz aus zu sehen und der Weg führt gut markiert und beschildert ziemlich geradlinig dorthin, keine Flachpassagen oder Gegenanstiege ziehen den Aufstieg in die Länge. Anfangs über Gras bewachsenes Gelände mit einzelnen wenig störenden Steinen in idealer Steigung, später auf sehr gut begehbarem Steig über meist festes Gestein.

Das erste Etappenziel ist nach 700hm das Rifugio Ca d´Asta, das schon nach 1h10 erreicht ist, dem Pärchen sei Dank. Die Beiden kommen quasi gleichzeitig mit mir an und legen eine Pause ein.

Ich laufe noch ein Stück weiter, im Rücken ist mittlerweile der Monviso (3841m) über der Bergkette der anderen Talseite aufgetaucht, vermutlich einer durch seine frei stehende Lage und Kegelform auffälligsten Berge der Westalpen. Im Südwesten die Cottischen Alpen.

Der obere Abschnitt der Tour ist eigentlich nicht weniger schnell und angenehm zu gehen als die erste Hälfte, ab ca 3000m Höhe bedeckt jedoch eine dünne Eisschicht einige Steine, die aber bis zum Abstieg wieder geschmolzen sein wird.

P 3304 (`La Crocetta´), eine nicht besonders auffällige Anhöhe am Rand der SO-Flanke läutet nach einer kleinen Pause den Schlussspurt ein. Hier hat die Sonne das Eis bereits schmelzen lassen, dafür wird es nun etwas steiler, ein dickes Seil begleitet auf dem letzten Stück die Route durch den Fels, was bei Schneelage sicher hilfreich ist.

Am Gipfel steht außer der erwähnten Madonna als Gipfelzeichen eine bewirtschaftete Schützhütte, ich interessiere mich aber mehr für die heute großartige klare Aussicht, der Mont Blanc im Norden, der Monviso im Süden, im Norden die Vanoise mit der Grand Casse (3855m), im Südwesten die Cottischen Alpen und der über 3000m tiefe Talblick nach Susa sind nur ein Teil der Show. Die Fotos, mit dem Handy aufgenommen sind dagegen leider nur drittklassig. Sorry.
 
Anschließend steige ich auf genau dem gleichen Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt, die 1400hm fühlen sich an wie sonst vielleicht 900, umgekehrt habe ich es aber auch schon erlebt.

Während des Abstieges begegnen mir dann doch etliche Italiener, das Publikum hier ist angenehm und im Schnitt jünger als bei Touren z.B. in Tirol, die gefürchteten lauten Großgruppen bleiben aus.

 

Gehzeit Aufstieg 2h45

Gehzeit Abstieg 2h20

+ Pausen

 

Schwierigkeit: Bis auf die letzten knapp 200hm über die aufsteilende Flanke (T2-T3, Seilsicherung) sehr einfache Bergwanderung (T2-). Wegen der Höhe muss man natürlich eher mit Vereisung oder Neuschnee im Sommer rechnen als in den Bayerischen Voralpen..


Hike partners: Riosambesi


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