Von Boudry über Creux du Van nach Sainte Croix - Etappe 10-11 Jura Höhenweg


Published by Krokus , 24 August 2015, 20h52. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Vaud » Waadtländer Jura
Date of the hike:20 August 2015
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VD   CH-NE 
Time: 2 days
Height gain: 1940 m 6363 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.
Access to start point:SBB bis Neuchâtel, Bus bis Place Pury und Tram bis Boudry Littorail
Accommodation:Ferme du Soliat
Maps:241 Val de Travers, 242 Avenches

Krokus: Etappe 10
Bei schönstem Wetter fahren wir mit den ÖV nach Neuenburg und mit dem Bus zum Place Pury. Auf dem neuen Bahnhof Littorail warten wir auf das Tram, das eigentlich alle 20 Minuten fahren sollte. Offenbar heute nicht. Es lässt auf sich warten. Endlich tuckert es heran, alles steigt ein, aber nichts passiert. Der Zugführer empfielt, zum nahen Depot zu wandern, vielleicht gäbe es ab dort eine Lösung. Kurz vor dem Ziel fährt das Trämli an uns vorüber, der Lokführer fröhlich winkend. Er wartet an der nächsten Haltestelle auf uns und mit nur einer Stunde Verspätung können wir in Boudry im Café du Tram Kaffee und Apfelstrudel geniessen.
 
Frisch gestärkt steigen wir das Dorf hinauf und unter dem Bahnviadukt durch auf den Schluchtenweg, bis zum EW noch Hartbelag, danach schöner Wanderweg an Wasserfällen, Höhlen und Felswänden vorbei, über Treppen und Brücklein, immer wieder die Talseite wechselnd. So kommen wir zum Chute de la Verrière, wo wir Mittagsrast halten.
 
Der Weg bleibt weiterhin interessant, auch wenn die Areuse mit Stufen etwas gezähmt wurde. Das Wasser tost über die Schwellen herunter und flutet um die mächtigen Felsbrocken im Bachbett. Die Felsen sind nah und der Weg führt durch einen kurzen Tunnel.  Erst in der Ebene von Champs-du-Moulin ist der Fluss etwas zahmer, Fische schwimmen im klaren Nass. Wir wandern eine halbe Stunde auf Hartbelag.
 
Doch bald hört man wieder das vertraute Rauschen. Wir sind jetzt unterhalb dem Saut de Brot, wo die Schlucht eng und tief ist. Der Weg führt auf einer steinernen Bogenbrücke über die Schlucht und unter den Felsen durch über eine Eisentreppe zum Aussichtspunkt mit schönem Tiefblick. Kurz danach verlassen wir die Schlucht und wandern im Schatten des Waldes in angenehmer Steigung hinauf zur Ferme Robert, wo wir den Durst löschen.
 
Weiter gehts auf der Fahrstrasse bis Pt 1037, wo eine geröllige Abkürzung hinauf zur Fontaine Froide führt. Nach einer kurzen Erholungsphase steigt der Weg über die letzten 200 Hm sehr steil auf die Krete des Creux du Van.
 
Welch ein herrlicher Felskessel. Und wie das letzte Mal werden wir wieder vom Steinwild empfangen. Fast ohne Scheu lassen sich die Steingeissen mit ihrem Nachwuchs am Abgrund fotografieren.
 
Wir machen noch einen Abstecher zum Vermessungspunkt Le Soliat und spazieren nachher der Krete entlang und über die Alpweide zur Ferme Soliat. Überaus freundlich ist der Empfang und die Bedienung. Wir geniessen die Neuenburger Weine und das feine Abendessen. Und mit dem Einbruch der Nacht wird auch das anheimelnde Bimmeln der  Kuhglocken immer leiser. Der ab und zu krähende Hahn hat sich mit seinen Damen ebenfalls schlafen gelegt. Auch wir beziehen bald unsere Viererboxen im Nebengebäude, mit Vorhängen abgetrennt vom grossen Schlafsaal.
 

CampoTencia: Etappe 11
Ein sonniger, freundlicher Tag kündigt sich an, die nächste Etappe auf dem Jura Höhenweg kann beginnen. Nach Katzenwäsche und einem sehr reichhaltigen Frühstück in der Ferme du Soliat marschieren wir hoch zur Krete des Creux du Van. Erstmals sehen wir die Wand im Morgenlicht. Wir folgen dem Felsabbruch bis zur Abzweigung zum Le Soliat. Nach einem kurzen Abstieg kommen wir bei La Baronne vorbei. Dies wäre neben Soliat und Grand Vy eine weitere Möglichkeit zum Übernachten. Wir lassen sie rechts liegen und wandern durch Wälder und über Weiden weiter, bis wir uns leider für 1.5 km auf einer geteerten, gut befahrenen Strasse abmühen müssen. Interessant und auffällig sind die riesigen Baumgruppen: da sind jeweils etwa 30 Bäume in einem Kreis mit mehreren Metern Durchmesser angeordnet, wie wenn sie als Schattenspender für das Vieh gedacht sind. Eine andere Erklärung habe ich nicht.
 
Nach der Abzweigung in La Péterette folgt eine kurze Steigung über das offene Feld und wir gelangen wieder in einen Wald und erreichen nach 2 Std. das Restaurant Les Rochat, wo wir uns für eine erste, verdiente Erfrischung unter die Sonnenschirme setzen.
 
Frisch gestärkt geht es gleich wieder ansteigend in einen Wald hoch. Es ist mittlerweile doch recht warm geworden und wir schätzen deshalb die Kühle unter den Bäumen. Dies dauert allerdings nicht sehr lange, steil geht es schattenlos einen Hang hoch und anschliessend über eine Weide, vorbei an einem schönen Jura-Gehöft mit vielen Kühen. Die ersten Herbstzeitlosen strecken ihre lila-violetten Köpfe der Sonne entgegen. Wiederum müssen wir leider ein Stück auf der geteerten Strasse gehen und können erst in La Combaz wieder auf den Wanderweg abzweigen. Kurze Zeit später halten wir unsere Mittagsrast, zuerst im Schatten, dann an der Sonne, weil es mit dem Wind doch zu kühl ist.
 
Das Wandern in dieser Gegend ist sehr angenehm und abwechslungsreich. Wälder wechseln mit Weiden ab, riesige Tannen stehen stolz im freien Feld. Ein herrlicher Anblick! Das geht lange Zeit so weiter, bis es dann ab La Cruchaude zur Sache geht, d.h. ab jetzt geht es nur noch aufwärts. Aber auf den guten Wegen ist auch dies kein Problem und wir gewinnen schnell Höhe. Nochmal ein wenig auf einer Teerstrasse, dann geht es abwechslungsreich auf schönem Wanderweg, an immer noch blühenden Kratzdisteln vorbei, zum Le Chasseron hoch. Ziemlich unspektakulär ziert nur eine Triangulationspyramide den Gipfel. Wir verweilen nicht allzu lang, schliesslich lockt die Terrasse des nahe gelegenen Hôtel du Chasseron. Die kühlenden Getränke, Zwetschgen-Wähe oder feine Wurst haben wir uns redlich verdient!
 
Gemütlich der Krete südwestwärts entlang und eine letzte Steigung zu den Petites Roches bewältigend wandern wir in Richtung Ste-Croix. Die etwas steile Abkürzung führt auf einem schönen, weichen Waldweg hinunter und bald beenden wir auf der Terrasse eines Beizli neben dem Bahnhof Sainte Croix diese Etappe des Jura Höhenweges. Mit der schmalspurigen Privatbahn Chemin de fer Yverdon–Ste-Croix (YSteC) fahren wir über der Schlucht Gorge du Covatanne kurvig und langsam talwärts und erhaschen einen Blick auf die Südflanke der Aiguilles de Baulmes, die wir auf der nächsten Etappe überschreiten werden.
 
 
>Alle unsere Etappen des Jura Höhenweg

Hike partners: CampoTencia, Krokus


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 26733.gpx Boudry - Creux du Van
 26734.gpx Creux du Van - Le Chasseron - Ste-Croix

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