Der Faden der Ariadne - Wasenhorn-Überschreitung


Published by rojosuiza , 10 September 2013, 17h09.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:16 August 2013
Mountaineering grading: F
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Time: 8:00
Access to start point:Postauto Schallbett
Access to end point:Postauto Simplon
Accommodation:Simplon

Manche Berge erklettern sich von selbst. Man sieht sie, und die Route steht fest. Bei anderen, wie beim Wasenhorn in diesem Beispiel, hilft der Faden der Ariadne. Sanft zieht er sich durch die Felsen hin, als manchmal recht feine Wegspur kaum zu erkennen, unterstützt durch die hiesigen, sehr subtilen Steinmännchen. Würde man nicht hinaufkommen, ohne den Faden, gelegt von unseren Vorgängern? – Doch, man würde;  aber die ganzen Irrwege braucht man nun nicht selber zu gehen.
 
Am ‚Quo-vadis‘-Tag wollte ich eigentlich das Wasenhorn besteigen – aber mein schlechtes Gedächtnis für Postauto-Abfahrtszeiten brachte mich ganz plötzlich anderswo hin. Jetzt gelingt es: rojosuiza ist zeitig; er steigt erfolgreich in Schallbett aus; nimmt den Weg zur Monte-Leone-Hütte; erreicht die Mäderlicke; zweigt ab zum Wasenhorn. An der Stelle, wo er das letzte Mal scheiterte, liegt jetzt kein Eis und rojosuiza passiert leicht. Es gibt auf den Grat ein, zwei Mal Stellen, wo rojosuiza kurz schlucken muss. Doch er passiert. Mit mir ist seit der Mäderlicke ein anderer Bergwanderer auf dem Weg. Ganz zufrieden ist er nicht mit der Qualität von Ariadnes Faden – sein Führer hat ihm mehr und Besseres versprochen. Er erreicht den Gipfel dennoch ganz erfolgreich vor mir, denn rojosuiza muss ja fotografieren… Der Mann aus Stuttgart hat den ganzen Marsch von Tal aus gemacht, um 4 Uhr ist er aufgebrochen!
 
Diesen Berg schmückt noch das Kreuz, das Symbol der alten Religion. Es steht nicht auf dem höchsten Punkt, dafür muss man auf fast gleicher Höhe noch etliche Dutzend Meter gehen. Am Ende des Grates gleitet der Faden der Ariadne hinab. Schon aus der Ferne hat rojosuiza mit dem Gedanken gespielt, den Berg zu überschreiten, hat sich aber auch Gedanken über die Schwierigkeiten gemacht. Was rojosuiza jetzt vom Faden der Ariadne sehen kann, überzeugt ihn, dass diese Seite viel gefahrloser sein müsste als der Rückmarsch über die alte Route.
 
So geschieht es: Auch hier bewährt sich der Faden. Mit dem kleinen, steilen Schneefeld hat rojosuiza wohlweislich gerechnet und sich weiter oben ein Eisbeil zugelegt: die liegen hier massenweise herum. Das Band, das die Fotos zeigen, ist kein grosses Hindernis.
 
Nach dem Besuch der Monte-Leone-Hütte, die Französisch spricht (SAC Le Locle, wohl daher!)  – und alle Gäste Italienisch! – sucht rojosuiza sich den Weg zum Chaltwasserseeli Polar. Beim Absteigen passt er nicht auf und rutscht aus – keine grösseren Schäden als ein paar Schrammen an den Händen. Auch wenn man nicht mehr auf dem hohen Berg selber ist, sollte man doch ein wenig aufpassen.
 
Statt brav dem Wanderweg zu folgen, verlässt rojosuiza die angezeigte Route fast sofort und steigt über die Walfisch-Rücken des freigelegten Gletschervorlandes ab. Wunder-, wunderschön. Das Gebiet wird von der Armee zu Schiessüben verwendet – vielleicht nur gut, bevor einer aus dem Kleinod noch eine weiteres Weltnaturerbe mit Seilbahnzugang macht… Vom Chaltwassergletscher ist zwar nicht gar so viel mehr übrig, aber was der Gletscher hinterlassen hat, beeindruckt rojosuiza genauso.
 
Wanderung ab Schallbett: T2; Gratwanderung von Westen: L; Rückkehr via Ostseite: T6; Wanderung durch das alte Gletschergebiet: T2. 

Hike partners: rojosuiza


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