COVID-19: Current situation

Zugspitze-Jubiläumsgrat Variante 3: Von Hammersbach über die Alpspitze


Published by quacamozza , 4 August 2013, 12h35.

Region: World » Germany » Alpen » Wetterstein-Gebirge
Date of the hike: 2 August 2013
Hiking grading: T5+ - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: D-
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 11:30
Height gain: 3170 m 10398 ft.
Height loss: 960 m 3149 ft.
Route:Hammersbach-Hochalm-Osterfelderkopf-Alpspitze-Zugspitze (18 km)
Access to start point:Mit Auto zum P Hammersbach oder mit der Zugspitzbahn von Garmisch zum Bhf. Hammersbach
Maps:Av-Karte 4/2 Wetterstein- und Mieminger Gebirge Mitte

Alter Wein in neuen Schläuchen: Das ist der Jubiläumsgrat von der Alpspitze zur Zugspitze.
Ein Jahr lang blieb das Projekt "Jubiläumsgrat vom Tal aus" in der Pipeline. Eigentlich erst für 2014 geplant, weckten ein langer Artikel in der Stuttgarter Zeitung über den Jubiläumsgrat und die schönen Erinnerungen der vergangenen Jahre rasch die Lust, den Grat wieder mal zu begehen.
Mehr als 3000 Höhenmeter (auch ohne die unbeabsichtigt in der Dunkelheit zurückgelegten) mit steigenden Schwierigkeiten - so sieht der längste und wohl schönste Weg zur Zugspitze aus.

Der "Jubi" in umgekehrter Richtung wird übrigens auch in einem recht neuen Alpinbuch vorgestellt.  

Trotz des Massentrubels ist die Zugspitze ein bergsteigerisch lohnendes Ziel. Die Aufstiege sind schön, abwechslungsreich und in den Randzeiten des Tages absolut zu empfehlen. Der Jubiläumsgrat wird in Richtung Zugspitze so gut wie gar nicht begangen, so dass man bei rechtzeitigem Start sicher über die Hälfte der gesamten Strecke allein bleibt, auch an wirklich schönen Sommertagen. Während der aktuellen Hitzeperiode wird sogar unterwegs biwakiert, aber ansonsten: garantierte Ruhe bis zum Jubiläumsgrathütterl. Eine Wohltat, wenn man etwa die Alpspitz-Ferrata sonst nur inmitten einer Endloskolonne kennt.


Zu den Schwierigkeiten und zur Routenführung habe ich alles Wichtige bereits hinlänglich in früheren Berichten erwähnt, deshalb hier nur die für mich auffälligen Unterschiede und Neuerungen.

Die Vollkarspitze ist im Abstieg einfacher zu begehen als aufwärts. Trotzdem habe ich nicht zu einer veränderten Klettersteigbewertung gegriffen, da gerade hier erhebliche Muskelkraft gefragt ist.

Das Jubiläumsgrathütterl ist seit August 2011 neu und in schickem Rot lackiert. Es bietet für 12 Personen Platz. Wasser und Getränke sind natürlich weiterhin nicht vorzufinden.

Die Wegmarkierungen verblassen zusehends. Damals wie heute ist es etwa ein Problem, in Wegrichtung Alpspitze nach dem Vorgipfel der Inneren Höllentalspitze den Abzweig in die Flanke zu finden. Auf keinen Fall direkt über den Grat weiterklettern, sonst muss man mehrmals abseilen oder im fünften Grad abklettern.
Generell ist es schade, dass die Markierungen nicht mehr erneuert werden sollen. Wenigstens abseits der Seilbahnen wäre das aber wünschenswert, weil die Wegführung häufig nicht eindeutig ist. Es ist absehbar, dass Erstbegeher zunehmend Schwierigkeiten mit der Wegfindung bekommen werden, auch aus den Erfahrungen des heutigen Tages.

Die nächtliche Wegsuche des OL 2 am Längenfelder bereitete mir Probleme. Nach Erreichen des Gipfelchens kehrte ich um und nahm den Weg über die Hochalm, mit einer halben Stunde und 150 Höhenmetern Zusatzaufwand.

Die Zugspitzbahnen sind überteuert. Ich habe 15 % mehr bezahlt als vor 1,5 Jahren. Vergleichbare Wünsche nach Entgelterhöhung sollte man mal seinem Chef gegenüber äußern...
Für die schnelle Abfahrt ins Tal empfehle ich die jeweiligen Seilbahnen. Mit der Zahnradbahn dauert die Strecke, vor allem bei großer Hitze und Andrang, eine gefühlte Ewigkeit. Außerdem sieht man wegen des langen Tunnels nichts von der großartigen Gebirgskulisse.


Lange Touren in brütender Hitze erfordern neben soliden physischen Voraussetzungen ein gutes Zeit- und Verpflegungsmanagement. Ich richtete auf dem Osterfelderkopf eine Versorgungsstation ein, sonst wäre die Tour wohl kein Vergnügen geworden. Wer hat schon Lust und Kraft, 6-7 Liter Flüssigkeit inklusive Kletterausrüstung stundenlang bergauf zu tragen? Im Herbst bei niedrigeren Temperaturen sieht's natürlich etwas entspannter aus.

Die tropischen Temperaturen forderten dann auch bei mir einigen Tribut: Die geplanten Durchgangszeiten konnte ich zwar noch einhalten, aber ich hätte mir gerne eine weitere längere Genusspause unterwegs gegönnt. Wegen der Hitze habe ich diese dann auf den Zugspitzgipfel vertagt. Nun ja, andere haben's genauso gehandhabt. Devise: Erst mal so schnell wie möglich viel Strecke machen. Dafür wurde ich oben mit einer Fernsicht belohnt, die man sonst nur später im Jahr hat.


Fazit: Der Jubiläumsgrat ist weiterhin die Königstour an der Zugspitze. Sie bietet völlig andere Eindrücke, wenn man in der entgegengesetzten Richtung geht.


Durchgangszeiten:

Hammersbach                   02.00 Uhr
Kreuzeck                            04.00 Uhr
Osterfelderkopf                  05.00-05.15 Uhr
Alpspitze                             06.25-06.50 Uhr
Jubiläumsgrathüttl            09.45-10.15 Uhr
Innere Höllentalspitze       11.35 Uhr
Zugspitze                            14.45 Uhr

zusätzlich 10min Pause vor der Zugspitze



 



 


Hike partners: quacamozza


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Slideshow Open in a new window · Open in this window

T6+ PD II
T5+ II D-
T5+ III D-
4 Sep 19
Jubiläumsgrat by fair means · JohnDoe
T5+ II D-
31 Aug 15
Jubiläumsgrat - Anforderungen · phyzard
T5+ II D-

Comments (5)


Post a comment

tricky says: Richtung?
Sent 4 August 2013, 17h42
Danke für den Bericht und den Track. Würdest du sagen das deine gewählte Richtung die Kletterstellen besser zu machen sind?

quacamozza says: RE:Richtung?
Sent 4 August 2013, 19h20
Hallo tricky,

oh, solche Minitouren stehen auf Deiner Agenda??? ;-)
Also, ich persönlich finde die Ost-West-Richtung tatsächlich etwas angenehmer zu klettern. Ein, zwei heikle IIer abwärts gibt's aber in beiden Richtungen. Für einen Profi wie Dich sicher kein Problem...
Als Abstieg könnte man noch das Höllental anvisieren, aber für mich kommt dann der Genuss zu kurz und die Knie freut's auch nicht unbedingt...

Sportliche Grüße in mein früheres Tourenrevier
Ulf

Yeti69 says:
Sent 7 August 2013, 16h55
Servus Ulf,

jaja, der Jubi, schon eine schöne Tour!
Irgendwann werd auch ich es mal schaffen - vielleicht in einem späteren Leben... den Jubi zu begehen - das wird glaub ich nix mehr bei mir, ich schieb den und schieb den :-)

VLG Markus

quacamozza says: RE:
Sent 7 August 2013, 17h13
Hallo Markus,

nix da, den Jubi musst Du noch in diesem Leben begehen. Das ist auch beim vierten Mal noch eine Traumtour, und die passt von den Anforderungen genau in Dein Beuteschema.

Aber ansonsten ist ja Dein Tourenprogramm wesentlich umfangreicher als meines...würde halt auch gerne in den Bergen wohnen.

Gestern wollte ich übrigens auf die Gehrenspitze und Deine schöne Tour nachgehen - hat leider nicht geklappt wegen Gewitter.

Liebe Grüße aus'm Ländle
Ulf

Yeti69 says: RE:
Sent 7 August 2013, 18h16
Ja, die heißen Tage haben leider ihre Begleiterscheinungen - schade mit der Gehrenspitze!

Der Herbst naht ja schon - bei einem klaren Tag wird's sicherlich ne geniale Tour. Ich werd die wohl im Herbst auch nochmal machen müssen...

Übrigrens: das mit dem "in den Bergen" war mal... wohne seit Jahren am Wörthsee nahe München. Da ist es aber auch nicht schlecht.

LG Markus


Post a comment»