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Schuelreisli mit Axi


Published by Tobi , 27 July 2013, 21h38.

Region: World » Switzerland » Bern » Frutigland
Date of the hike:25 July 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 8:00
Height gain: 1400 m 4592 ft.
Height loss: 1850 m 6068 ft.
Access to start point:cff logo Oeschinen
Access to end point:cff logo Kandersteg, Talstat. Oeschinen
Maps:14.5km

Der Öschinensee soll ein beliebtes Ziel für Schulreisen sein. Da habe ich wohl die falsche Schule besucht oder diese hat eher die heimischen Destinationen unterstützt. Jedenfalls hat mich bisher noch kein Ausflug zu diesem malerischen Bergsee geführt. Dies hole ich nun mit Axi nach, wobei das Reisli natürlich den Vorlieben der Protagonisten angepasst wird…
 
Für die ersten Höhenmeter leisten wir uns die Bahn bis zur Bergstation Öschinen. Zunächst einige Hundert Meter der Fahrstrasse entlang, bis diese ein unübersehbares Bachbett quert. In diesem steigen wir einige Meter hoch, bis der Pfad Richtung Bire ebenso unverkennbar abzweigt. Rote Markierungen weisen den Weg in die Höhe. Dabei müssen weglos einige ausgewaschene und abgerutschte Rinnen durchquert werden. Die heikelste Querung über ein Felsband ist allerdings mit einem Stahlseil gesichert, wie auch der folgende steile Aufstieg. Der schön angelegte Pfad mit beeindruckender Tiefsicht führt durch blühende Wiesen.
 
Schon bald nach Pt 2302 sticht uns auf der Querung nach Westen ein rotes „Z“ mit Pfeil auf einem Felsblock ins Auge. Das Zeichen zum Abbiegen. Die roten Farbstriche lotsen uns ziemlich in gerader Linie hoch zum Südwestgrat des Zallershore. Der Pfad führt anschliessend südlich unter den Gipfelfelsen hindurch zum Sattel östlich des Gipfels. Von hier ist es ein Katzensprung hoch zum Zallershore (2743m).
 
Derweil wartet Axi unten im Sattel, da er diesen Gipfel schon im letzten Jahr mit einem Besuch beehrt hat. Unser Interesse gilt nun der markanten östlichen Vorgipfelgruppe, die drei Eidgenossen (ca. 2720m). Ich widme mich zunächst dem westlichsten Zacken, der sich von der Scharte zum mittleren Gipfel über eine mit Rissen durchzogene Platte erklettern lässt (II-III). Während dessen hat Axi am anderen Ende herumprobiert und dabei festgestellt, dass der Mittlere der höchste Punkt darstellt. Also kraxeln wir zusammen auf diese kecke und brüchige Felsnadel (II-). Während Axi sich damit zufrieden gibt, will ich das Trio noch komplett machen. Der dritte Zacken ist wieder etwas schwieriger. Ich erreiche ihn über eine Verschneidung (II-III) auf der Westseite. Auf dem gleichen Wege wieder nach unten zum wartenden Axi. Dort merke ich, dass ich die Sonnenbrille auf dem letzten Gipfelturm liegen gelassen habe. Also sprinte ich nochmals die dreissig Höhenmeter hoch, wobei ich diesmal die direktere Variante wähle: Mit einem beherzten Spreizschritt über den Spalt. Im Abstieg ist auf dieser Route ein kleiner Sprung nötig, der erhöhte Konzentration erfordert…
 
Etwas nach Norden ausweichend gelangen wir bald wieder auf den Grat zum nächsten Gipfel. Über den vom Schiefergeröll dominierten Lägigrat kommen wir unserem Hauptziel des heutigen Tages rasch näher. In der Schlüsselstelle bei der Platte ist kein Seil mehr vorhanden. Dank den breiten Rissen geht es aber auch fast ohne (II). Oben ist noch ein Schlaghaken vorhanden, dieser geniesst jedoch nicht mehr mein volles Vertrauen. Aber um ein eher psychologische Dienste erweisendes Seil daran zu befestigen, reicht er noch aus. Während ich noch etwas Klettervergnügen (II) am Vorgipfel suche, wählt Axi die direkte Variante durch die schuttige Rinne. In der Lücke trifft man sich wieder, um die letzten Meter zum Dündehore (2861.9m) gemeinsam in Angriff zu nehmen (I-II).
 
Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg. Wir überschreiten wieder den gesamten Lägigrat bis zur letzten Gratkuppe vor dem grossen Anstieg zu den drei Eidgenossen. Auf der Südrippe dieser kleinen Erhebung steigen wir ab. Vor dem Felsabbruch wechseln wir in den Kessel und steigen darin weiter ab, bis wir schliesslich vor einer etwa zwanzig Meter hohen Felswand stehen. Doch wir haben den richtigen Riecher. Rechts des ausgetrockneten Wasserfalls befindet sich tatsächlich eine Schwachstelle. Einige Trittspuren bestätigen unseren Eindruck. Über Steilgras, Fels und eine Rinne können wir das Hindernis schliesslich überwinden (T5, II-).
 
Weglos queren wir über Weiden und Kieshalden nach Osten, immer leicht absteigend. Auf der Höhe des Höji Egge erkennen wir erstmals Wegspuren. Diese sind allerdings nur schwach erkennbar und werden immer wieder durch Abrutsche unterbrochen. Doch je näher wir den Weiden des „Färig“ kommen, desto deutlichen werden die Spuren. Sie führen nun direkt zum angepeilten Abstieg. Dieser Einstieg ist zudem mit einem roten Strich signalisiert, später sind sogar noch verblasste rot-weisse Bergwegmarkierungen erkennbar. Der Pfad führt durch saftige Blumenweiden runter zur Alp Oberbärgli (1978m).
 
In der Bergbeiz Underbergli gönnen wir uns einen kurzen Boxenstopp, bevor wir in rasantem Tempo weiter hinunter und am Öschinensee (1578m) vorbei marschieren. Statt den Gegenaufstieg zur Bahnstation unter die Füsse zu nehmen, wandern wir direkt hinunter zur Karre bei der Talstation.
 
 
Fazit: Der Ausflug ins Herzen des Berner Oberlandes hat sich gelohnt. Neben aufregenden Kletter- und Kraxeleien wurde auch fürs Auge viel geboten: prächtige Blumenwiesen, eine grandiose Aussicht auf die Blüemlisalpgruppe und natürlich Tiefblicke auf den malerischen Öschinensee.
Herzlichen Dank an Axi für diesen Tourenvorschlag, die Fahrdienste und natürlich die angenehme Begleitung. Auf ein nächstes Mal!

Hike partners: Tobi, Axels


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Comments (1)


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Henrik says: Wortschöpfungen fallen natürlich
Sent 27 July 2013, 22h24
mAximal auf...so vermute ich, dass

> Mit einem beherzten Spreizschritt über den Spalt

diese Aktivität identisch ist mit dem historisch verbrieften Sprung von bidi35?


Wenn ihr beide unterwegs seid, ist mit herzhaften Begegnungen alleweil zu rechnen, bitte mehr davon.

Ciao

silberquäki


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