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Rysy, 2499m


Published by Linard03 , 12 July 2013, 20h18.

Region: World » Slovakia » Vysoké Tatry
Date of the hike: 5 July 2013
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: PL   SK 
Time: 6:00
Height gain: 1280 m 4198 ft.
Height loss: 1280 m 4198 ft.
Route:Bhf. Popradské Pleso - Zabie Plesá - Chata pod Rysmi - Sedlo Váha - Rysy
Access to start point:per Auto oder Bahn bis Bahnhof Popradské Pleso
Accommodation:zahlreiche Möglichkeiten in Štrbské Pleso & Umgebung

Letztes Jahr hatten wir schon abgemacht, dass wir diesen Sommer einige Tage in der Slowakei verbringen wollen. Wir, dass sind Markus (mein Geschäftskollege & Tourenpartner) sowie ich.
 
Die hohe Tatra kannten wir bis dato beide noch nicht; ein wahrlich schöner Gebirgszug mit unzähligen Wander- und Klettermöglichkeiten! Allgemeine Infos holte ich vorsorglich bei einer slowakischen Kollegin ein – ihre Tipps waren jedenfalls ein Volltreffer!
 
Als wir anfangs letzte Woche die Wetterkarten konsultierten, prognostizierten die hiesigen Wetterfrösche schönstes (Hochtouren-) Wetter für das Wochenende, während für das Tatra-Gebirge Regen angesagt war. Sollten wir uns verzockt haben? Natürlich ist diesbezüglich immer ein Risiko dabei, da solche Reisen ja nicht erst ein paar Tage zuvor organisiert und gebucht werden.
Letztendlich war das Wetter über die 4 Tage eigentlich ganz passabel; trotzdem kehrten wir mit 3 „Nebel-Gipfel“ nach Hause – doch davon später.
 
Am Donnerstag-Abend brachte uns die Austrian via Wien nach Košice, der zweitgrössten Stadt der Slowakei und Kulturhauptstadt 2013 (leider reichte die Zeit nicht aus, um die sicher sehenswerte Stadt zu besichtigen). Wir wussten, dass um 23 Uhr abends kein Mietwagen mehr abzuholen war, weshalb wir in unmittelbarer Nähe des Flughafens übernachteten.
 
Am anderen Tag wollten wir um 8 Uhr den Wagen abholen; da war jedoch niemand … Nach diversen Anrufen kam dann endlich um ca. 9.30 Uhr jemand an den Mietwagenschalter. So konnten wir erst gegen 10 Uhr los fahren; eigentlich relativ spät für unser Vorhaben. Via Prešov gelangten wir nach Poprad. Von da war’s nicht mehr weit bis zu unserem „Basislager“, Štrbské Pleso (1346m).
Von einer „Ortschaft“ kann hier eigentlich nicht die Rede sein; vielmehr ist es eine Ansammlung von Hotels, (Fr)essbuden und Souvenirshops … Trotzdem, das Hotelzimmer schien gemütlich zu sein, hier richteten wir uns für die nächsten 3 Nächte ein. Ein kleiner Happen zu Mittag, danach brachen wir trotz der späten Stunde zum Rysy auf.
 
Mit dem Auto fuhren wir in wenigen Minuten nach Popradské Pleso (1250m), wo wir der irrigen Meinung waren, dass wir bis zum Popradské See hinauf fahren können (hätte ich den Bericht von pika8x14 nochmals genau gelesen, hätte ich es besser gewusst … - im Übrigen verweise ich gerne auf ihren Bericht, wo die Route detailliert beschrieben ist). Jedenfalls hätten wir mit der Fahrt auf der geteerten Strasse etwas an Zeit einsparen können.
 
So aber liessen wir das Auto in der Nähe des Bahnhof’s stehen, obwohl beinahe kein Platz mehr war (diesen Freitag war ein Feiertag, weshalb unzählige Slowaken in die Tatra pilgerten). Da waren sicher 100 Autos parkiert … Unsere Variante bis zum See kann ich nicht weiterempfehlen; der Weg direkt von Štrbské Pleso ist sicher angenehmer und es bietet sich auch an, direkt vom Hotel aus zu starten.
 
Die ganze Strecke bis zum See war nämlich auf Teerstrasse zu absolvieren, was im Aufstieg vielleicht noch nicht so unangenehm ist, sicher jedoch im Abstieg nach der langen Tour …
So spät bin ich jedenfalls noch nie zu einer Bergtour aufgebrochen … während wir also um ca. 13 Uhr zügig losmarschierten, kamen uns Dutzende Leute entgegen, welche im Abstieg waren.
 
Schnell erreichten wir im Wald die Abzweigung: geradeaus führt die Strasse zum Restaurant und See, links zweigt es (endlich) auf den Wanderweg ab. Hier befindet sich auch das Material-Lager, wo man auf freiwilliger Basis diverse Lasten zur Rysy-Hütte tragen kann. Zur so später Stunde lag allerdings nur noch eine grosse Gasflasche da – nicht jedermanns Sache …
 
Auf dem blau markierten Weg folgen wir weiter durch den Wald, welcher bald vielem Gebüsch weicht. Wir erreichen die Wegkreuzung Rázcestie nad Žabím potkom (1580m), wo wir rechts abbiegen und dem nun rot markierten Weg folgen.
 
Kaum 50m Wegstück, wo wir alleine sind; unglaubliche Massen von Leuten steigen ab. Wir halten unser Tempo hoch, da dunkle Wolken ziemlich tief hängen – es ist unsicher, ob wir noch trockenen Fusses den Gipfel erreichen können.
 
Dieser Landschafts-Abschnitt (bis zu den Seen Žabie Plesá auf 1920m) erinnerte mich stark an den Hüttenaufstieg zum Olymp in Griechenland. Bei ebendiesen Seen zogen wir unsere Jacken an, da es jetzt zu tropfen begann; es sah ziemlich düster aus. Sollten wir den Rest des Nachmittags im Regen verbringen? Wie sich zeigte, nieselte es nur wenige Minuten.
Es folgte nun die „Schlüsselstelle“: ein kurzer, steiler Aufschwung über Felsen. Diese Passage ist mit Ketten gesichert, welche jedoch grösstenteils nicht benutzt werden müssen, selbst bei Nässe.
 
Mittlerweile im dichten Nebel erreichten wir die Rysy-Hütte (Chata pod Rysmi) auf 2250m. Da das Wetter nicht mehr besser zu werden versprach, zogen wir gleich weiter bis zum Sattel hoch (Sedlo Váha, 2340m). Nun steil über Blöcke zum höchsten Punkt von Polen. Exakt 3 Std. nach unserem Start erreichten wir den Rysy, 2499m.
 
Mittlerweile waren noch knapp 10 Leute da, also relativ wenig für diesen Gipfel. Bei der Gipfelrast hofften wir noch auf Aussicht. Zwar riss der Himmel dann und wann für ein paar Sekunden auf, mehr als ca. 50m Sicht lag jedoch leider nicht drin. Den etwas höheren Gipfel (2503m) auf der slowakischen Seite sahen wir auch nur ganz kurz aus dem Nebel ragen.
So machten wir uns nach etwa 20 Min. wieder an den Abstieg. Ab dem Sattel wurde die Sicht wieder besser; jetzt sahen wir sogar die Hütte von oben ;-)
 
Je weiter wir abstiegen, desto besser wurde das Wetter insgesamt – ja, gegen Abend kam sogar die Sonne hervor! Der späte Abstieg hatte auch etwas Gutes; wir waren jetzt weitestgehend alleine unterwegs, hörten die Vögel pfeifen und durften die Stille geniessen. Wir liessen uns deshalb etwas mehr Zeit und fotografierten viel.
 
So erreichten wir das Material-Depot für die Rysy-Hütte, welches mittlerweile wieder aufgefüllt wurde für den nächsten Tag: nebst der immer noch daliegenden Gasflasche standen jetzt auch wieder 15kg-Säcke Kartoffeln und andere Lebensmittel zur Auswahl …
 
Der letzte Abschnitt war dann wie erwartet mühsam, die Strecke auf der Teerstrasse zog sich ziemlich dahin und ich war froh, als wir dann den Parkplatz wieder erreicht hatten.
 
Als Belohnung für den erfolgreichen Gipfeltag gab’s ein feines Nachtessen und das längst verdiente Šariš (lokales Bier) … ;-))
 
Fazit:
Eine tolle Tour, auch wenn leider die Aussicht gefehlt hat. Für meinen Geschmack war etwas gar viel los an diesem Berg, wohl vergleichbar mit dem Üetliberg an einem schönen Sonntag …
 
Bemerkungen:
Es ist eine lange Strecke zu absolvieren, weshalb 6-8 Std. reine Gehzeit für die Rundtour einzurechnen ist.
Die Schwierigkeiten beschränken sich auf die eine Stelle, welche mit Ketten versichert ist und für den geübten Berggänger keine Probleme darstellen sollte.
 
Zeiten:
Parkplatz (13.00) – Hütte (15.30) – Rysy (16.00): 3 Std.
Rysy (16.20) – Parkplatz (19.25): 3 Std.


Hike partners: Linard03


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Comments (4)


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pika8x14 Pro says:
Sent 12 July 2013, 23h52
Hallo Richard,

herzliche Gratulation zum Rysy. An dessen Besteigung erinnern wir uns gern zurück. Und die Hohe Tatra an sich zählt "traditionell" zu unseren "Lieblingsgebirgen".

Viele Grüße, Andrea + André.

Linard03 says: RE:
Sent 13 July 2013, 11h56
Danke; die hohe Tatra war für mich bis anhin eine völlig unbekannte Region. Aber in dieser kurzen Zeit habe ich sie bereits lieb gewonnen ...!

Gruss, Richard

Sputnik Pro says:
Sent 13 July 2013, 21h00
Hallo Richard,

Auch ich gratuliere dir herzlichst zum höchsten Polen. Die Europahöhepunkte werden diesen Sommer ja von HIKRs richtig gehend gestürmt! :-)

LG, Andi

Linard03 says: RE:
Sent 14 July 2013, 21h08
Danke! Ja, die europäischen Gipfel scheinen dieses Jahr bei ein paar wenigen hikrs sehr beliebt zu sein ... ;-))

LG; Richard


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