Überschreitung Hinterrugg (2306m) - dem Nebel knapp entflohen


Published by Bergamotte Pro , 7 April 2013, 17h59.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike: 6 April 2013
Ski grading: AD
Waypoints:
Geo-Tags: Churfirsten   CH-SG 
Time: 4:00
Height gain: 1400 m 4592 ft.
Height loss: 1400 m 4592 ft.
Maps:1134 / 1135 / 237S (R. 824, 825, 826a)

Dichter Hochnebel bis über 2000m - ein eigentlicher Super-GAU für Voralpen Aficionados wie mich! Für solche Konstellationen wäre der Gemsfairen das perfekte Ziel, doch ich war erst kürzlich oben und Schlange stehen mag ich auch nicht. So fasse ich stattdessen eine Wanderung an den Gestaden des Walensees ins Auge. Doch der morgendliche Blick in die Webcam auf dem Chäserrugg zeigt: Mit etwas Glück könnte es reichen. Und dank den noch vorhandenen Pisten entfällt im Nebelchaos die (ohne GPS) heikle Orientierung.

Den Chäserrugg hatte ich bereits zum Saisonauftakt besucht. Denn wenn die Bahnen schweigen, bietet er eine einfache, erstaunlich einsame Skitour. Da alle Churfirsten Gipfel notorisch abgeblasen sind, steht weniger das Skivergnügen als das herrliche Rundumpanorama im Fokus. Und wem das nicht reicht, der findet zwei spannende Variantenabfahrten vom nahen Hinterrugg.

Zurzeit dient die Talabfahrt als bequeme Aufstiegsvariante von der Talstation in Unterwasser (906m) nach Iltios (1342m), denn die Piste ist nach dem kürzlichen Saisonschluss noch in passablem Zustand. Im unteren Teil dürfte damit nach ein paar warmen Tagen aber Schluss sein. Der Abwechslung halber wähle ich dennoch die Route über die Variantenabfahrt (Westseite Iltiosbahn), wegen dem faulen Schnee aber "Tour Enrichment" der mühsamen Sorte.

Bereits nach kurzer Zeit befinde ich mich mitten im Nebel. Das wird nun gut zwei Stunden so weitergehen. In den guten Momenten verschaffen Bäume etwas Kontrast. Wenn sie fehlen - vor allem oberhalb vom Stöfeli (1682m) -, folge ich einfach blind den Ratrac Spuren. Ein Motivationskiller sondergleichen! Auf etwa 1950m glaube ich dann erste Aufhellungen zu erkennen. Und tatsächlich, der Chäserrugg (2262m) liegt meist knapp oberhalb der Nebelgrenze. Es hat sich wieder mal gelohnt, den inneren Schweinehund zu überwinden. Die Belohnung ist umso süsser.

Des Panoramas wegen ziehe ich weiter zum nahen Hinterrugg (2306m). Ganz knapp lugen die Churfirsten aus dem Nebelmeer, einfach fantastisch. Eigentlich wollte ich auf der Aufstiegsroute abfahren, denn wer will schon blind im engen Gluuristal herumirren oder über ein Felsband vom Rücken stürzen. Doch ich entdecke zahlreiche Spuren Richtung Sattel und entscheide mich ihnen zu folgen. Die Abfahrt zum Gluurissattel (2045m) erfolgt über die steile Westflanke (gemäss Führer 38-42° auf 200m). Da stark ausgeapert, droht heute keine Lawinengefahr. Die "ZS" bezieht sich nur auf diese Passage. Kurz vor dem Sattel verschluckt mich der Nebel und nun heisst es, immer schön den Spuren zu folgen. Das geht bis Gluuris (1694m) teils nur im Schritttempo. Bei guten Verhältnissen muss diese Variante hingegen ein Träumchen sein.

Auf der Sellamatt (1390m) sinkt die Sicht plötzlich wieder gegen Null. So schenke ich mir die direkte Abfahrtsschneise nach Unterwasser und folge stattdessen dem planierten Forstweg nach Iltios rüber. Das geht gut, nur ganz am Schluss fünf Minuten Skitragen, anschliessend Talabfahrt nach Unterwasser.


Zeiten
2:40  Chäserrugg
0:10  Hinterrugg
1:05  Gluurissattel - Unterwasser

Hike partners: Bergamotte


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