Strahlhorn ab Zermatt (streng aber fein)


Published by Raphi , 16 August 2012, 13h20. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Valais » Mittelwallis
Date of the hike:29 July 2012
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Height gain: 1090 m 3575 ft.
Height loss: 1619 m 5310 ft.
Route:Zermatt - Strahlchnubel - Strahlhorn - Zermatt
Accommodation:Berghaus Flue

Tag I
29.07.2012
Morgens um acht starteten wir mit unserem Aufstieg vom Hostel Richtung Findelgletscher.
Mit rund 1600 Höhenmeter und Gepäck für drei Tage eine etwas strengere Angelegenheit.
Erst Richtung Trufteren, hier stärkten wir uns mit einem Kaffe und einem Schmaus. Ein Apfelkuchen, ein solch feinen hatte ich noch nie, schenkte Motivation im Anfangs doch eher wolkenverhangenen Aufstieg.
Weiter führte uns ein Weg mit botanischen Erklärungen zu Pflanzen bis zur Bergstation Blauherd.
Relativ flach geht's weiter über den Stellisee zum Berghaus Flue.
Ohne einzukehren ;-) welch Überwindungskraft; wechselten wir auf die Moräne des Findelgletschers.
Auf deren führt der Aufstieg weiter bis zum Punkt 2793.

Achtung: Ziemlich genau zwischen dem Punkt 2683 und dem Punkt 2793 wurde die Moräne auf einer Strecke von ca. 100 Meter durch einen Felssturz druchbrochen. Der vorgefundene Blockschutt bot nicht besonders Halt. Bei einem nächsten Mal würden wir dieses Band nicht mehr durchqueren und auf der Moräne weiterfahren sondern gleich hier absteigen und auf den Findelgletscher wechseln.

Unterhalb des Punkt 2793 stiegen wir auf den Findelgletscher um.
Darauf werden die letzten Höhenmeter noch gemütlich zurückgelegt.
Unter dem Strahlchnubel, richteten wir danach unser Biwak ein.
Schöner könnte es nicht sein, mit zwei Seen einem Wasserfall und einer Sandbank, die eine perfekte Liegefläche bot.

Am selben Abend rekognostizierten wir eine möglich Aufstiegsroute für den kommenden Tag.
Unter dem rechten/höheren Abbruchstelle des Adlergletschers versuchten wir erst den Aufstieg rechts.
An der schwierigsten Stelle legten wir unser Seil ein.
So sollten wir am kommenden Tag mit Ropeman bzw. Prusik diese Stelle sicher und schnell passieren können.

Am Abend gab es Risiotto, mehr als genug.


Tag II
30.07.2012
04:00 Uhr morgens klingelt der Wecker. 30 Minuten später sind wir mit Kaffe gestärkt abmarschbereit.
Im Dunkeln steigen wir in der ca. 100 Meter hohen Wand hoch. Erst haben wir Mühe das am Vortag gelegte Seil zu finden. Nach einer 45 minütigen Pause und etwas mehr Tageslicht finden oder sichten wir das Seil. Ab hier geht der Aufstieg bis zum Adlergletscher schnell.
Nun hatten wir wiederum mit der Sattlerei der Steigeisen und dem Anseilen Zeit verloren, es war 05:30 Uhr.
Wir entschieden uns den Aufstieg zum Fusse des Adlerpass fortzusetzen und den Gipfeltag auf den kommenden Tag zu verlegen und unsre Zelte eine Etage höher also direkt unter den Abbruch des Adlergletschers zu verschieben.
Gemacht, getan.
So hatten wir mit dem zügeln der Zelte einen noch besseren Aufstieg durch die Felswand gefunden.
Hier empfiehlt sich den Einstieg möglichst links südlich unter dem Strahlchnubel also unter dem Punkt 3244 zu nehmen.
Eine Sicherung ist hier nicht mehr von Nöten. Einzig auf Steinschlag muss geachtet werden.
Auch auf den Sand als Zeltunterlage muss nicht verzichtet werden.
Hier fanden wir auch einen geeigneten Platz.


Tag III
31.07.2012
Gipfeltag, um 04:40 Uhr marschieren wir los und queren erst den Abbruch des Adlergletschers.
Erst geht es in Richtung Adlerhorn, anschliessend in Richtung Adlerpass.
Am Fusse des Adlerpass hat man einen Steilhang von ca. 500 Meter mit einer Steigung von 45°.
Eine Sicherung mit Eisschrauben ist nicht möglich, da über der Eisschicht eine schlecht gefrorene Schneedecke von etwa 30 -40 cm liegt.
Der Aufstieg ist jedoch gut machbar.
Danach geht es auf dem Grat weiter in Richtung Strahlhorn bzw. Vorgipfel.
Die zwei Spalten die wir auf dem Grat erwartet hatten konnten wir ohne Probleme passieren.
Unter dem Vorgipfel zweigt man ab in Richtung Gipfel.
Nach einem wiederum steileren Anstieg folgt zuletzt ein ausgesetzter Teil von ca. 20 Meter.
Dieser Teil forderte nochmals volle Konzentration.
15 Minuten gönnten wir uns die tolle Aussicht auf die Mischabelgruppe, Weisshorn, Matterhorn und die Monte Rosa Gruppe. Um 08:15 begannen wir mit dem Abstieg.

Die Abstiegsroute wählten wir gleich wie im Aufstieg, bis auf den Steilhang im Adlerpass.
Hier stiegen wir der Südflanke des Rimpfischhorn ab. Die Steilheit hier ist um einiges geringer und wir konnten bis zum Punkt 3487 ohne Probleme absteigen.

Zurück am Biwakplatz packten wir gleich unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg zum Findelgletscher.
Auf dessem stiegen wir ab bis zum zuvor erwähnten Steinschlagkegel.
Hier erwarteten uns nochmals etwa 100 Höhenmeter.
Danach folgt man wieder der Moräne bis zum Berghaus Flüe, wo uns ein kühles Bier erwartete. Endlich :-)

Alles in allem eine tolle Tour, mit abwechslungsreichen und fordernen Teilen.
Ich würde wieder gehen.

Hike partners: Raphi, Mesias


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