Grosser Mythen (1898m) via Schafweg/Rot Grätli


Published by أجنبي , 28 May 2012, 23h35.

Region: World » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:27 May 2012
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Mythengruppe   CH-SZ   Nördliche Muotataler Alpen   Alptaler Berge 
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 800 m 2624 ft.
Route:Ibergeregg – Zwäcken – Müsliegg – Stäglerenegg – Holzegg – Kurve 22 (P. 1675) – Schafweg – Nollenbrünneli – Mythenmatt – Rot Grätli – Grosser Mythen – Abstieg über Normalweg, dann retour zur Ibergeregg
Access to start point:Auto bis Ibergeregg
Access to end point:Auto ab Ibergeregg
Maps:LK 1:25.000: 1152 Ibergeregg

Nachdem ich mich im vergangenen Jahr u.a. wiederholt am Kleinen Mythen, im *Gotthard-, *Oberalp- und *Furka-Gebiet auf T5-Terrain gewagt hatte, dabei Stück für Stück meine Höhenangst etwas abbauen, meine Grenzen etwas ausloten und mich und meine Fähigkeiten besser kennenlernen konnte, steht diese Sommersaison nun im Zeichen der Konsolidierung. Ziel: T5-Touren nicht nur bewältigen, sondern sie einigermassen stressfrei auch wirklich geniessen können. Und so habe ich mir für diesen Sommer auch einiges vorgenommen, so u.a. die Besteigung von  Gitschen,  Bristen,  Chli Windgällen,  Ruchälplistock und  Jakobiger. Doch eben: erst braucht's noch etwas Training...

Nach unserer letztwöchigen *Flue-Trilogie hatte ich definitiv Appetit auf weitere T5-Touren in meiner Wohngegend. Im empfehlenswerten SAC-Alpinwander-Führer „Zentralschweiz – Vierwaldstättersee / Pilatus bis Wägital“ bin ich neulich auf eine alternative Aufstiegsroute zum Grossen Mythen gestossen, die sehr reizend tönte und in meinem Bereich zu liegen schien. Nach der Lektüre einiger informativer und gut bebilderter Berichte auf hikr wie bspw. *diesem hier von HBT entschloss ich mich, die Herausforderung anzunehmen.

Am Sonntagmittag starteten wir auf der Ibergeregg mit reichlich Gepäck: Zur Not hatten wir ein Seil und ein paar Expresse dabei, für die steilen Grasspassagen Pickel (brauchte ihn dann aber nicht), je ein ATC und einige Schlingen u.a. zur Selbstsicherung. Relativ gemütlich schlenderten wir über die diversen Eggen zum Fuss des Grossen Mythen, wo wir uns unter die unzähligen Grüeziweg-BegeherInnen mischten. Nach 1h 15min erreichten wir Kurve 22, den Einstieg zum Schafweg.

Helme und Gschtältli wurden montiert und los ging's. Schon auf den ersten Metern durch die Runse wurde uns bewusst, auf was wir uns einliessen. Im abschüssigen Gelände war Aufmerksamkeit von Nöten, denn auf den Tritten lag oft etwas Schutt, auf dem man leicht ausrutschen konnte. Der Ausstieg aus der plattigen Runse nach links in die Gross Plangg war durch einen blauen Pfeil, der Weiterweg mit blauen Punkten deutlich markiert. In der Runse gibt's übrigens zwei, drei Sicherungsmöglichkeiten, ebenso in der folgenden Querung der steilen Grasflanke.

Nach der Gross Plangg kam dann schon jene Stelle, die im SAC-Führer illustriert und – zurecht – mit „Luft unter den Sohlen“ betitelt ist. Die ganze Passage ist der Beginn des „Abstiegs im Aufstieg“, recht ausgesetzt und mit Fixseilen versehen. Hier ein Foto dazu von Schlumpf. Um die Benutzung der Fixseile kommt man mindestens an einer Stelle nicht herum und ja: Dieser eine Schritt braucht etwas Mut und Entschlossenheit.

Danach ging's erst auf einem schmalen Weglein kurz waagrecht, dann an interessanten Ketten über abschüssigen Fels weiter und schliesslich aber eine steile, mit Drahtseil versehene Wiese hinunter. Direkt unter uns lag nun der Geissstock. Danach führten uns die blauen Punkte hinüber zur Felswand des Wyss Nollen, wo wir nun auch das Nollenbrünneli passierten. Leider habe ich gerade erst jetzt gelernt, dass es dort sogar ein Buch gegeben hätte. Naja, trage dann halt nächstes mal doppelt ein...

Unter dem Wyss Nollen ging's nun hinüber zur Mythenmatt, doch erst galt es noch eine weitere tückische Stelle zu bewältigen, die Bachruseren. Die ersten, ausgesetzten Meter konnte man sich an einem Drahtseil sichern und festhalten, in der eigentlichen Überschreitung der Runse jedoch nicht. Allerdings gestaltete sich dies etwas einfacher als es zunächst den Eindruck machte.

In der Mythenmatt folgten wir den deutlichen Trittspuren im Gras, die links hinüber zogen. Man könnte wohl auch einfach gerade hoch zum Einstieg ins Rot Grätli gelangen. In den Bäumen am oberen Rand der Mythenmatt erreichten wir den grasigen Kamm, der schliesslich ins Rot Grätli übergeht. Es gibt einen Grund, weshalb ich keine Fotos vom Rot Grätli präsentieren kann: Ich hatte sozusagen alle Hände voll zu tun und es war mir deutlich wohler, keine Fotos zu machen und einfach weiter hoch zu kraxeln ohne lang herum zu stehen und gar zurück oder in die Tiefe zu schauen... Stattdessen sei u.a. auf dieses Foto von HBT verwiesen.

Technisch einfach, doch stellenweise ausgesetzt ging's nun den ersten Aufschwung hoch. Bohrhaken wären vorhanden, doch kletterten wir seilfrei. Die Griffe waren nicht immer über alle Zweifel erhaben, d.h. hin und wieder locker. Nach dem ersten Aufschwung gab's einen kurzen Moment der Entspannung, denn einerseits ging's ein paar Meter über einen grasigen Grat weiter und andererseits lag die Gipfelfahne zum Greifen nah. Die Schlüsselstelle im letzten Aufschwung ist eine schmale, steile Felsspalte, wo ein paar kräftige Griffe notwendig waren. Puh...! Und dann war's geschafft...!

Ich war recht glücklich, als ich auf dem Grossen Mythen ankam, denn Schafweg und Rot Grätli forderten mich wirklich. Meine Freundin bewältigte die Sache derweil locker. Die Sache überstieg zwar nie meine Grenzen, war an einigen Stellen aber hart am Limit. Allerdings hatte ich mich stets gut unter Kontrolle, war konzentriert und machte keine Fehler wie etwa Ausrutscher oder Ähnliches. Auf das Seil mussten wir auch nirgends zurückgreifen. Für die Route (ab Kurve 22) benötigten wir etwa eineinhalb Stunden.


Nach ausgiebiger Rast auf dem Mythen stiegen wir auf der Überholspur des Normalwegs ab. Kurz vor der Holzegg entdeckten wir – wie so oft im Gebiet um die Mythen – ein paar Gemsen. Danach ging's zurück auf die Ibergeregg. Unser Plan, hier noch etwas klettern zu gehen, verwarfen wir angesichts unseres Bedürfnisses, möglichst schnell nach Hause zu gelangen und die Tour mit einem sehr kühlen Bad im See abzuschliessen.


Hike partners: أجنبي


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