Auf Schneesuche im Val Verzasca...
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Viel Schnee und Stufe erheblich am Alpennordhang und im nördlichen Tessin, wenig Schnee und dafür nur Stufe mässig im mittleren Tessin, so das Bulletin des SLF. Wo aber liegt die Grenze? Musste ich im oberen Verzascatal apere Magerwiesen und Blockfelder befürchten, oder durfte ich auf traumhafte Verhältnisse wie vor einem Jahr hoffen? Damals hatte ich allerdings eine erstmals vor knapp drei Jahren ins Auge gefasste Skibesteigung der Rasiva wegen anstrengender und aussichtsloser Spurarbeit in den mit grundlosen Schneemassen beladenen Schattenhängen oberhalb Corte di Cima abgebrochen und war auf die sonnenbeschienen verfestigen Hänge zum Monte Zucchero ausgewichen. Sollte diesmal weniger Schnee liegen, müsste ich bei einem zweiten Versuch zwar mit längeren Tragpassagen und vermindertem Abfahrtsgenuss rechnen, hätte dafür aber bessere Chancen, den Gipfel zu erreichen. Sollte, müsste, hätte: ich liess mich überraschen...
26.12.2011: Fahrt nach Sonogno und Logis im Ristorante Alpino, wo die Bewirtung wie gewohnt vorzüglich war. Mille Grazie!
27.12.2011: Start um 6.15 und ab Dorfausgang mit Ski auf der vereisten Strasse bis Fracèd. Auf dem Bergweg (weiss-rot, Schneeschuhspuren) nach Püscen Negro und nach W, ab 1420m dem eingezeichneten Pfad folgend (ca. 50Hm Tragpassage durch steile Rinne) bis ca. 1540m und direkt auf den von Sassi (1625m) kommenden Bergweg nach Brüsoo (1756m, Wegweiser) und wr nach Corte di Cima. W ausholend über Limet und Cronitt nach S zum Beginn des breiten ENE-Couloirs auf ca. 2340m und durch dieses hinauf (bis 40 Grad, im obersten Drittel ev. kurze Tragpassage) in einen Sattel auf ca. 2500m im NW-Grat. Skidepot. Mit Pickel und Steigeisen über einen ca. 3m hohen Gendarm zu einer ca. 5m hohen Stufe, die NE-seitig erklettert wird (III, ausgesetzt). Wer wie ich nicht die slowenische Schule des Alpinismus durchlaufen hat, aber über eine solide Hikr-Basis verfügt, folgt nun besser nicht dem in verschneitem Zustand wohl anspruchsvollen NW-Grat (Stelle IV, im Sommer Genusskletterei), sondern quert unter den Felsen auf zugeschneiten Grasbändern in der SW-Flanke (Vorsicht wegen Schneerutschen!) fast horizontal zum W-Couloir und steigt durch dieses (bis 45 Grad) zurück zum oberen NW-Grat auf, über den einfach der Gipfel der Rasiva erreicht wird, 6h 30min, ZS (Skitour), WS (Hochtour). Abstieg (über die 5m-Stufe ev. an einem guten Felszacken mit einer 20m Reepschnur abseilen) und Abfahrt (oben verblasen und hart, ab Corte die Cima mehlig bis 30cm, Vorsicht wegen Steinen! Ski durch Rinne und wegen dünner Schneedecke ab Püscen Negro bis zur Strasse getragen) auf der gleichen Route , 3h 30min, insgesamt 10h.
28.12.2011: mit dem ersten Postauto 6.07 nach Gerra al Ponte. Start 6.30 und auf dem Bergweg (wr) skitragend bis Vèld. Mit Ski weiter dem Bergweg folgend (wr, Steinmänner) auf Schneeresten über Conscina nach Corte di Sopra und durch tiefen Pulver (30-50cm ohne solide Unterlage) zuerst nach W bis ca. 2200m, dann nach S auf den Poncione della Marcia, ca. 5h, ZS. Abfahrt bis ca. 2000m auf der gleichen Route, dann skitragend und dazwischen auf den Alpen abfahrend zurück, ca. 3h, ingesamt 8h.
Fazit: aufgrund der von der ersten zur zweiten Route gegen Süden markant abnehmenden Schneemenge scheint sich die Grenze zwischen nördlichem und mittlerem Tessin ungefähr auf einer Linie Bignasco-Sonogno- Biasca zu befinden. Schon bei mittelmässigen Schneeverhältnissen, wie ich sie angetroffen hatte, landschaftlich lohnend, versprechen die beiden Touren bei optimalen Verhältnissen wohl auch skifahrerisch einen Höchstgenuss!
26.12.2011: Fahrt nach Sonogno und Logis im Ristorante Alpino, wo die Bewirtung wie gewohnt vorzüglich war. Mille Grazie!
27.12.2011: Start um 6.15 und ab Dorfausgang mit Ski auf der vereisten Strasse bis Fracèd. Auf dem Bergweg (weiss-rot, Schneeschuhspuren) nach Püscen Negro und nach W, ab 1420m dem eingezeichneten Pfad folgend (ca. 50Hm Tragpassage durch steile Rinne) bis ca. 1540m und direkt auf den von Sassi (1625m) kommenden Bergweg nach Brüsoo (1756m, Wegweiser) und wr nach Corte di Cima. W ausholend über Limet und Cronitt nach S zum Beginn des breiten ENE-Couloirs auf ca. 2340m und durch dieses hinauf (bis 40 Grad, im obersten Drittel ev. kurze Tragpassage) in einen Sattel auf ca. 2500m im NW-Grat. Skidepot. Mit Pickel und Steigeisen über einen ca. 3m hohen Gendarm zu einer ca. 5m hohen Stufe, die NE-seitig erklettert wird (III, ausgesetzt). Wer wie ich nicht die slowenische Schule des Alpinismus durchlaufen hat, aber über eine solide Hikr-Basis verfügt, folgt nun besser nicht dem in verschneitem Zustand wohl anspruchsvollen NW-Grat (Stelle IV, im Sommer Genusskletterei), sondern quert unter den Felsen auf zugeschneiten Grasbändern in der SW-Flanke (Vorsicht wegen Schneerutschen!) fast horizontal zum W-Couloir und steigt durch dieses (bis 45 Grad) zurück zum oberen NW-Grat auf, über den einfach der Gipfel der Rasiva erreicht wird, 6h 30min, ZS (Skitour), WS (Hochtour). Abstieg (über die 5m-Stufe ev. an einem guten Felszacken mit einer 20m Reepschnur abseilen) und Abfahrt (oben verblasen und hart, ab Corte die Cima mehlig bis 30cm, Vorsicht wegen Steinen! Ski durch Rinne und wegen dünner Schneedecke ab Püscen Negro bis zur Strasse getragen) auf der gleichen Route , 3h 30min, insgesamt 10h.
28.12.2011: mit dem ersten Postauto 6.07 nach Gerra al Ponte. Start 6.30 und auf dem Bergweg (wr) skitragend bis Vèld. Mit Ski weiter dem Bergweg folgend (wr, Steinmänner) auf Schneeresten über Conscina nach Corte di Sopra und durch tiefen Pulver (30-50cm ohne solide Unterlage) zuerst nach W bis ca. 2200m, dann nach S auf den Poncione della Marcia, ca. 5h, ZS. Abfahrt bis ca. 2000m auf der gleichen Route, dann skitragend und dazwischen auf den Alpen abfahrend zurück, ca. 3h, ingesamt 8h.
Fazit: aufgrund der von der ersten zur zweiten Route gegen Süden markant abnehmenden Schneemenge scheint sich die Grenze zwischen nördlichem und mittlerem Tessin ungefähr auf einer Linie Bignasco-Sonogno- Biasca zu befinden. Schon bei mittelmässigen Schneeverhältnissen, wie ich sie angetroffen hatte, landschaftlich lohnend, versprechen die beiden Touren bei optimalen Verhältnissen wohl auch skifahrerisch einen Höchstgenuss!
Tourengänger:
lorenzo

Communities: Ticino Selvaggio
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