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Pointe du Tsaté (3078 m) von La Forclaz


Published by morphine , 6 October 2011, 00h35.

Region: World » Switzerland » Valais » Mittelwallis
Date of the hike:23 September 2011
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 5:30
Height gain: 1350 m 4428 ft.
Height loss: 1350 m 4428 ft.
Route:La Forclaz - Motau - Le Tsaté - Remointse du Tsaté - Lac du Tsaté - Pointe du Tsaté
Access to start point:Von Sion durch das Val d´Hérens bis nach Les Haudères. Von dort nach La Forclaz. Vor dem Ortseingang befindet sich ein großer unbefestigter Parkplatz wo auch der Anstieg beginnt.
Maps:283 Arolla 1:50000

Gipfelwünsche

Nach meinen verpassten Gipfeln am Vortag wollte ich auf Nummer Sicher gehen, und wählte mir diesmal ein Ziel aus, bei dem ich sicher war, auch den Gipfel zu erreichen.  Ich entschied mich für den Pointe du Tsaté, welcher zwar nicht ein besonders eindrucksvolles Erscheinungsbild besitzt, aber dafür von La Forclaz im Val d´Hérens aus leicht auf einem durchgängigen Bergweg zu erreichen ist. Außerdem verspricht der Berg aufgrund seiner Lage einen ausgezeichneten Ausblick auf die hohen Eisgipfel und mächtigen Gletscherbecken im Süden.

Ich sollte an diesem schönen Septembertag nicht enttäuscht werden.


1. Etappe zur Alp Remointse de Tsaté

Morgens um kurz nach 8.00 Uhr bin ich vom Parkplatz am nördlichen Ortseingang von La Forclaz gestartet. Ich folgte den Hinweisschildern zur Alp Remointse du Tsaté. Es gab auch noch Wegweiser für den darüber liegenden Col du Tsaté. Der Pointe du Tsaté hingegen erscheint auf keiner einzigen Tafel als mögliches Ziel. In mir keimten schon Zweifel auf, ob der in der Karte verzeichnete Weg auf den Gipfel überhaupt existiert.

Von La Forclaz führt zunächst ein breiter Weg durch den Wald hoch bis unterhalb der Häuser von Motau. Ab Motau  wird der Weg schmal und führt steiler hinauf nach Le Tsaté. Die weitere etwas eintönige Route steigt in nördöstlicher Richtung durch Alpgelände bergan. Dabei werden wiederholt die breiten Alpwege, die sich ebenfalls in dieser Gegend hochschlängeln, überquert. Obwohl der Weg einfach zu begehen ist, sollte man hier den Blick nach unten richten, um den diversen Hinterlassenschaften der Bewohner dieser Gegend ausweichen zu können. Etwas weiter oben quert die Trasse nach rechts zur Alp Remointse du Tsaté.


2. Etappe zum Gipfel

Nach einer ersten Pause rätselte ich nun, wie es weiter geht. Auf der Karte (1:50000) beginnen erst weiter oben wieder zwei Wege Richtung Col und Pointe du Tsaté. Ich folgte einer deutlichen Spur, welche links durch einen Grashang führte und weiter hinten wieder zu einem Bachlauf raufführte.

An diesem Bach bin ich direkt am orografisch rechten Ufer über undeutliche Pfadspuren und Tritte hochgestiegen. So gelangte ich auf eine kleine Ebene. Hier durch Gras und im Verlauf auch wieder auf deutlicherem Weg weiter, bis das Gelände erneut ansteigt.

Vor dem Anstieg ging´s auf die andere Seite des Bachs und nun bergan am Bach vorbei zum Lac du Tsaté. Vom See ist allerdings nicht mehr viel übrig geblieben, da er offensichtlich stark verlandet.

Nun führt eine deutlicher Bergweg über steiles Grasgelände -oft serpentinenartig- in nördlicher Richtung hinauf, bis er den harmlosen Südwestgrat des Pointe du Tsaté erreicht. Hier stechen einem vor allem die häßlichen aber wohl notwendigen Lawinenverbauungen ins Auge, die bis an den Gipfel heranreichen. Der breite Grat ist weiter oben mit Schotter bedeckt, über welchen man problemlos das Gipfelkreuz erreicht.


Aussichten

Von Italien zogen im Laufe des Tages Quellwolken auf, die aber harmlos blieben. Der spektakulären Aussicht stand deshalb nichts im Wege.

Über dem in kitschiger Farbe leuchtenden Lac de Moiry die komplette Kette der Berner Alpen. Im Süden ein 180° Panorama mit den großen Gletschern sowie den Vier- und Dreitausendern in allen Einzelheiten. Nach dem ich bei Ankunft alles abgelichtet hatte, machte ich es mir auf dem Gipfel erst mal gemütlich.

Nach einem ausgedehnten Nickerchen war die Sonne schon ein ganzes Stück weiter gewandert. Die umliegende Bergwelt wurde nun ganz anders beleuchtet. Also noch mal alles im Bild festhalten. Dann wurde es aber Zeit für den Abstieg.


Stimmungsvoller Abstieg

Zurück ging es auf dem gleichen Weg wie hinauf.  Dabei ergaben sich noch viele eindrucksvolle Landschaftsstimmungen. Ich blieb immer wieder stehen, um das alles auf mich einwirken zu lassen.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit war ich dann wieder am Parkplatz angekommen.


Fazit

Der Pointe du Tsaté is ein ungemein lohnender Aussichtsgipfel. Der weiter nördlich stehende Sasseneire ist zwar nochmal deutlich höher und bietet deshalb wohl auch noch einen Tick mehr an Aussicht, dafür ist man auf dem Pointe du Tsaté näher dran an den großen Gipfeln und Gletschern im Süden. Leichter zu erreichen ist er außerdem, wenn auch der Anstieg auf der von mir gewählten Route streckenweise vielleicht ein wenig eintönig ist. Aber das empfindet sicher jeder anders.

Mein persönliches Highlight waren an diesem Tag die Wolken- und Gletscherstimmungen am späten Nachmittag und abends.





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Comments (9)


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Baldy und Conny says: fantastische
Sent 6 October 2011, 19h29
Fotos hast Du uns da geliefert. Und eine Tour die wir sofort gespeichert haben.
Gruess Angelo un dConny

morphine says: RE:fantastische
Sent 7 October 2011, 17h53
Danke Euch Beiden.
Wünsche viel Spass und gutes Wetter bei einer Wiederholung.

Gruß
morphine

garaventa says:
Sent 7 October 2011, 06h39
Wieder einmal traumhafte Bilder von Dir aus einer Gegend des Wallis, die sicher weniger stark besucht wird, aber sensationelle Ausblicke auf dessen höchste Gipfel bietet.

Du warst ja eigentlich mittendrin im Zentrum der Couronne Impériale!

Und der September 2011 hat auch wettertechnisch alles gegeben, um die wechselhaften Sommermonate vergessen zu lassen.

Vielen Dank!

Gruss garaventa

morphine says: RE:
Sent 7 October 2011, 18h11
Danke Garaventa für Dein Feedback.

Ja, der unscheinbare Pointe du Tsaté -eigentlich nur eine unbedeutende Graterhebung zwischen Pointes de Mourti und Sasseneire- bietet bei entsprechender Witterung wirklich phantastische Ein- und Ausblicke in/auf die umliegende Bergwelt.

Jetz hoffe ich, dass es auch im Oktober/November noch ein paar schöne Tage gibt.

Hast Du eigentlich noch ein paar Touren-Pfeile von Deinem August-Urlaub im Köcher?

Gruß
morphine

Chlodvig says:
Sent 7 October 2011, 23h26
Danek für deinen Bericht. Deine Fotos sind genial; speziell das zweitletzte mit dem Tele von der Dent D'Hérence, das macht eine richtig "gluschtig"... :)

In zwei Wochen möchte ich diese Wanderung ebenfalls machen; jedoch föhrt das letzt Postauto schon um 18Uhr. Meinst du dass es zeitlich doch bis ganz oben reichen könnte, auch wenn ich jeweils viele Fotohalte mache?

Gruss Chlodvig

morphine says: RE:
Sent 8 October 2011, 09h59
Hallo Chlodvig,

danke Dir für die Komplimente.

Wenn Du den Berg auf der von mir gewählten Route begehen willst und morgens in La Forclaz startest, reicht die Zeit locker aus, um den Gipfel zu erreichen und um 18.00 Uhr wieder im Tal zu sein.

Ich war ja nur den ganzen Tag unterwegs, weil ich auf dem Gipfel eine ausgedehnte Siesta gemacht habe. Auch weil ich bewusst das Nachmittags- und Abendlicht abwarten wollte.

Wenn man sich dran hält, reichen bei normalen Bedingungen 5 bis max. 6 Std. reine Gehzeit für Auf- und Abstieg. Also hättest Du meiner Meinung nach genug Reserven für viele Fotopausen und eine ggf. schneebedingt längere Aufstiegszeit.

Zuviel Schnee könnte Mitte/Ende Oktober natürlich auch diesen Wandergipfel vereiteln.

Gruß
morphine

CarpeDiem says:
Sent 10 October 2011, 21h45
Hallo morphine,

Ich schliesse mich den obgenannten Komplimenten an : tolle Bilder hast Du da reingesetzt. Wir kennen diesen Berg gut. Bei guten Verhältnissen auch im Winter schön...

Gruss, Anne-Catherine

Riosambesi says: Pointe du Tsaté
Sent 29 August 2014, 23h17
..es ist zwar schon 3 Jahre her, aber die Berge stehen noch alle unverändert an ihrem Platz. Dank deiner Fotos mit Benennen der Berge konnte ich den Bergen auf den Fotos meiner Tour auch Namen geben, merci beaucoup.. Gruß Michael

morphine says: RE:Pointe du Tsaté
Sent 31 August 2014, 17h48
Hallo Riosambesi,

keine Ursache. Wenn Du mal nicht weißt, was Du da siehst, ist die Internetseite von udeuschle sehr hilfreich. Damit bestimme ich immer mir unbekannte Panoramen.
Deine schönen Bilder vom Point du Tsaté bringen die Erinnerung an diese Bergtour wieder zurück.

Gruß
morphine


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