Rechtliche Konsequenzen riskiert: Gemsweid-Gonzen-Chammegg-Gauschla-Girenspitz


Published by 360 Pro , 9 May 2011, 13h09. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike: 8 May 2011
Hiking grading: T6- - Difficult High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SG   Alvier Gruppe 
Access to start point:cff logo Sargans
Access to end point:cff logo Gonzen Palfris, Scheidweg
Einzige Verbindung: sonntags 15:18h!

Als Zaza zur *Kombi Gämsweid - Gonzen - Chammegg - Gauschla aufrief, war das Echo von Ost-Alpingrössen wie Rise_Crispies, ossi und marmotta enorm. Eine geladene Portion Alpinwandern in grandioser Umgebung wollten sie sich natürlich nicht entgehen lassen. ossi erwägte sogar rechtliche Konsequenzen, wenn man diese Tour ohne ihn angehen würde. Als dann Zaza für ebendiese Kombi für dieses Wochenede aufrief, war ich eigentlich verhindert, konnte ihm aber schlussendlich ganz kurzfristig doch noch zusagen. Da die oben erwähnten Anwärter alle verhindert waren, musste Zaza sich dann halt mit mir begnügen. Für den Abstieg habe ich das Anhängen des Girenspitz mit abschliessendem Abstieg über die Schafhalde in die Runde geworfen, was dann alles in allem eine wunderbare Tour ergeben hat, welche sich zu grossen Teilen im gehobenen Alpinbereich bewegt. 

Als ich Zaza um 7:30h in cff logo Sargans treffe, ist unser Ziel spätestens um 15:18h bei der Bushaltestelle cff logo Gonzen Palfris, Scheidweg zu stehen. Denn dann fährt dort jeden Sonntag (von Anfang Mai bis Mitte Oktober) "the one and only bus" nach Trübbach und erlaubt einen knieschonenden "Abstieg" zurück ins Tal. Wir machen uns also sofort auf den Weg, denn schliesslich gilt es in dieser Zeit mehr als 2000Hm zurückzulegen und das oft in eher schwierigem Gelände.

Die Routen auf den Gonzen via Gemsweid, sowie die Chammeggroute am Gauschla sind hier auf hikr zu Genüge beschrieben und dokumentiert (man führe sich zum Beispiel Delta's Berichte *hier und *da zu Gemüte). Was die Schwierigkeitsbewertung der Gemsweid betrifft, hatten wir beide das Gefühl, dass ein T5+ eigentlich hoch genug wäre. Die Schwierigkeit T6- für die Chammegg trifft die Sache ganz gut, wobei der schwierigste Teil unseres Erachtens nicht der sehr steile, gut gestufte Ausstieg auf den Grat ist, sondern eher der Abschnitt kurz zuvor. Dort gibt es nämlich, insbesondere zu dieser Jahreszeit, nur sehr wenig Gras an dem man sich mit den Zähnen festhalten kann.

Auf dem Gipfel kommt kurz nach uns auch noch ein Local an, der ebenfalls über die Chammegg aufgestiegen ist. Es ergibt sich ein interessanter Schwatz, er erwähnt dabei auch noch eine weitere potenziell höchst interessante Route zwischen Chammegg und Malanser Couloir, welche im SAC Führer nicht beschrieben ist. Zaza inspiziert kurz auch noch die Route zur Abgelösten Gauschla, welche sich wegen zu viel Schnee in der Scharte jedoch als zu heikel entpuppt.

Für unseren Abstieg folgen wir zu oberst dem Normalweg in der Ostflanke, rutschen anschliessend Schneefelder ab bis auf eine Höhe von ca. 2050m und queren danach zum Sattel westlich des Girenspitzs. Den Girenspitz umgehen wir rechts und erklimmen ihn von Südosten (ganz zu oberst ein brüchiges und ausgesetztes T5). Der Abstieg zum Einstieg in die Schafhalde, gelingt Zaza eleganter als mir, denn er folgt mehr oder weniger dem Grat, wobei ich viel zu früh über steile Schrofen links auf das Schneefeld absteige.

Die Schafhalde selbst kann nicht verfehlt werden, denn diese trichterförmige, steile "Halde" bei den Flidachöpf ist offensichtlich. Weniger offensichtlich - zumindest von oben kommend - ist die Route durch diese. Wir steigen im oberen Teil eher auf der östlichen Seite ab, kurz vor dem Ausstieg queren wir aber für den letzten Teil hinunter zur Geröllhalde ganz nach rechts hinüber (T5). Der Weg vom Wald unterhalb der Schafhalde (Gufera) bis zur Strasse in der Nähe von P. 1596 ist dann etwas mühsam, da unübersichtlich und zum Teil "erlen-verschmutzt". Als wir zur Strasse kommen, sind wir unserem Zeitplan fast eine Stunde voraus und machen uns gemütlich auf den Weg hinunter zur Bushaltestelle. Beim nächsten Auto, welches hinunter nach Azmoos fährt, streckt Zaza den Daumen raus und der nette Fahrer und seine Frau nehmen uns mit, sodass selbst Zaza schon um 17:30h wieder im heimischen Bern ist.


Fazit: Die Kombination der drei Gipfel auf dieser Route mit Abstieg über die Schafhalde ist für den geneigten Alpinwanderer sehr empfehlenswert! 

PS: Es war wohl gut, dass ossi nicht dabei sein konnte, denn ansonsten hätte er wohl an einer Überdosis Steilgrass das Zeitliche gesegnet und die rechtlichen Konsequenzen wären für uns wohl weit gravierender gewesen als so :-)

Hike partners: Zaza, 360


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Comments (9)


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ossi says: Migration
Sent 9 May 2011, 13h37
Das Problem liegt bei Euch Berner "Scheintouristen-Immigranten": Dieses gedankenlose Benutzen des Zuges verbraucht unseren Strom, worauf wir ein weiteres AKW im Aargau bauen müssen. Überdies steigern Berichte wie diese die Attraktivität des Standortes "Ostschweiz", was noch mehr Scheintouristen zu uns führt, was wiederum mehr Verkehr und damit den Ausbau der Infrastruktur zur Folge hat: Letztlich sind also Berner wie Du und Zaza verantwortlich, wenn Aargauer und Thurgauer im Morgenverkehr den Weg wegen der ausgebauten Infrastruktur nicht mehr finden, Staus verursachen und damit die Volkswirtschaft belasten. Der Herrgott hat nicht umsonst eine natürliche Grenze gezogen zwischen Ost und West: die Reuss.

360 Pro says: RE:Migration
Sent 9 May 2011, 15h42
Aber, aber Herr ossi... Dass ich hier öffentlich als Berner beschimpft werde ist ja der Gauschla-Gipfel! Nicht dass ich etwas gegen die Berner habe, aber als Toggenbuger-Urgestein muss ich mich nun doch nochmals als solches outen. Auch wenn Deine detektivischen Nachforschungen über meinen momentanen Wohnort anderes ergeben haben sollten, ich lebe wie Du im 75km Radius vom Gonzen-Gauschla-Girenspitz! Aber recht hast Du schon, ich werde mir jetzt dann wohl einen geländegängigen 4x4 zulegen, damit ich der Infrastruktur aus dem Weg gehen und möglichst Nahe an die Gipfel fahren kann!

silberhorn says: Welche T-Skala?
Sent 30 December 2013, 10h39
Beim Hikr-Zappen bin ich erneut im Gauschlagebiet gelandet und somit bei Eurer Tour. Meine Bitten zur Wanderung "Kurhaus Alvier - ev.Schnapsgrot (1222m) - P. 1592 - Hinterlabria - Vorder Palfris": welcher T-Skala ordnet Ihr den Weg zu? Ca. Wanderzeit?

360 Pro says: RE:Welche T-Skala?
Sent 30 December 2013, 17h44
Ciao silberhorn,

Leider haben wir auf der hier beschriebenen Wanderung Deinen Wunsch-Weg lediglich gekreuzt, sind ihn aber nicht begangen. Ich kann deshalb keine stichfeste Aussage über dessen Schwierigkeit machen.

Da Deine Wanderung vom Kurhaus Alvier zum Vorder Palfris auf der swissmap als Wanderweg eingezeichnet ist, nehme ich mal an, dass die Schwierigkeit um T2 bis maximal T3 rum liegen dürfte. Es gäbe auch die Möglichkeit anstatt des Wanderweges der geteerten Strasse zu folgen und in diesem Fall wäre das dann wohl T1. Die Wanderzeit für Zaza für diese Strecke (etwa 5-6 km mit ca 800 Hm) dürfte um eine Stunde rum liegen. Normalsterbliche brauchen dafür wohl irgendwo um die 3h rum...

Gruss, 360

silberhorn says: RE:Welche T-Skala?
Sent 1 January 2014, 10h24
Sali aka 360

für die Beantwortung meiner Fragen vielen Dank; sehr lieb von Dir. Wusste schon, dass Ihr nur kurz den T- Frage Weg gegangen seit. Dachte Ihr hätte von irgend wo auf ihn hinunter gesehen.
Nebenbei bemerkt: auf swissmap online ist der Weg von unterhalb Gufera bis etwas nach Quinten rot, also als Bergweg, eingezeichnet.

Bin erst in Planung eines Wanderwegs. Welchen ich schlussendlich wählen werde ist dem zu Folge noch offen. Den Weg ab ev. Kurhaus Alvier fasste ich ins Auge weil ich gerne die ganzen Flidachöpf sehen möchte. Je mehr Bilder ich anschaue um so mehr dünkt mich die vielen Bäume liessen meinen Wunsch gar nicht zu. Drum erlaube ich mir die Nachfrage die Du vielleicht beantworten kannst: sind die Flidachöpf, ev. vom Chamm-Übergang P.1775, in ihrer ganzen Länge zu sehen?

Liebe Gruess
maria


360 Pro says: RE:Welche T-Skala?
Sent 2 January 2014, 18h23
Ciao Maria,

Ich bin mir sicher, dass Du die Flidachöpf auf Deiner geplanten Wanderung immer mal wieder zu Gesicht bekommen wirst, zuerst wohl schon beim Kurhaus und zwischendurch hat es ja immer wieder Lichtungen. Ab 1600m dürfte der Wald dann auch nicht mehr allzu dicht sein und immer wieder ein paar Lücken aufweisen, die mehr oder weniger freie Sicht auf diese Chöpf zulassen sollten.

Gruss, 360


silberhorn says: RE:Welche T-Skala?
Sent 2 January 2014, 20h39
GANZ HÄRZLECHS MERCI!

Liebe Gruess
maria

silberhorn says: Schnell, schneller, noch schneller!
Sent 31 December 2013, 18h32
Zaza der Lucky Luke Berggänger ;-)

Manuel Dir ein guter Rutsch vom Alten ins Neue Jahr und ein prächtiges 2014!

Liebe Gruess
maria

silberhorn says: und "the one and only bus"...
Sent 2 January 2014, 21h01
nach Gonzen Palfris, Scheidweg fährt inTrübbach um 08:45 ab!


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