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Lauteraarhütte vom Grimselhospiz


Published by morphine , 24 April 2011, 23h52.

Region: World » Switzerland » Bern » Oberhasli
Date of the hike:18 July 1999
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 8:00
Height gain: 1000 m 3280 ft.
Height loss: 1000 m 3280 ft.
Route:Grimselhospiz - Nordufer Grimselstausee - Unteraargletscher - Lauteraarhütte
Maps:1250 Ulrichen, 1230 Guttannen

An diesem heißen Sommertag stand die Lauteraarhütte auf dem Programm. Lange schon wollte ich ihr einen Besuch abstatten und war auf den Hüttenweg dem See entlang und später über den Unteraargletscher schon echt gespannt.

Ich parkte am Grimselhospiz und machte mich um ca. 9.00 Uhr morgens auf die Socken. Der erste Wegabschnitt war schon recht nach meinem Geschmack. Zuerst von der menschlichen Technik dominierte Umgebung. Über Stahltreppen und Gitterroste  hinunter, dann auf und über die Beton-Staumauer des Grimselstausees. Nach rechts Tiefblick hinunter zum Fuß der Staumauer, nach links Blick in die Fjordlandschaft des Grimselsees. Danach taucht der Weg nach Überwindung eines treppenartigen Anstiegs und einem kurzen Tunnelstück in die rauhe wild-romantische Granitwelt der Grimselregion ein. Dieser Kontrast auf engem Raum zwischen Technik und Natur hat was Eindrucksvolles an sich.

Bald gelangt man an den schon vom Hospiz aus sichtbaren auffälligen Wasserfall. Herrlich ohrenbetäubend donnert das Wasser von oben herab, schäumt um die Felsen des Uferwegs und stürzt sich weiter unterhalb in den Staussee.

Weiter gehts im ständigen  Auf und Ab zu einer mit Arven bestandenen Hangterasse. Die kilometerlangen Ausmaße des Sees werden hier allmählich deutlich. Dennoch erreicht man irgendwann das Ende des Sees. Hier fällt der Weg auch wieder annähernd auf Seehöhe ab. Das Wasser war hier ganz ruhig und im  Zusammenspiel mit dem hellen "Sandstrand" musste ich hier einfach eine Pause einlegen und die Idylle auf mich einwirken lassen.

Von den Gestaden des Sees ging es nach kurzer Wegstrecke direkt  auf die schuttbedeckte Zunge des Unteraargletschers. Kurz vor dem Gletscher waren diverse Felsen und Steinmänner mit Gebetsfahnen geschmückt. Zusammen mit der öde vor mir liegenden Schuttwüste des Gletschers und den darüber aufragenden Viertausendern ergab sich tatsächlich eine leicht himalayamäßig angehauchte Stimmung. Zumindest die mittlerweile große Hitze erinnerte an südlichere Gefilde.

Die Route über den Gletscher war mit kleinen grau braun vewitterten Holzstangen markiert, die nur wenig aus dem grau braunen Gestein hervorschauten. Oft stand ich im Schutt und hielt angestrengt Ausschau nach der nächsten Stange, die sich in der Regel direkt vor meiner Nase befand. So stolperte ich mühsam von Stange zu Stange, bis die Route endlich nach rechts an das (orografisch linke) Gletscherufer führte. Der Übergang vom Gletscher zum Hüttenweg gestaltete sich problemlos. Auch die Hütte selbst war jetzt schnell erreicht, wenn es auch galt, noch ein paar Höhenmeter zu machen. 

Von der Hütte hatt man eine sehr schöne Aussicht insbesondere auf das Finsteraarhorn, das Lauteraar- und das Schreckhorn. Darunter der Unteraargletscher, der sich weiter oben in Finsteraargletscher  und Lauteraagletscher gabelt.

Die Dimensionen dieser Eis- und Schuttlandschaft begreift man wohl nur, wenn man die Gletscher tatsächlich begeht. Eine kleinen Ahnung bekommt man auf jeden Fall auf dem schuttbedeckten Gletscherabschnitt beim Hüttenaufstieg.

Nach einer langen Pause mit reichlich Kaltgetränken machte ich mich wieder an den Abstieg. Im Vergleich zum Aufstieg kam es mir jetzt auf dem Gletscher noch heißer vor. Ich war daher froh, als ich wieder das Seeufer erreicht hatte. Hier machte ich wieder Pause und steckte meine Füße in das eiskalte Gletscherwasser. Spürbar abgekühlt nahm ich wieder den Uferweg in Angriff.

Auf der arvenbestandenen Hangterasse hoch über dem See ergaben sich aus dem Kontrast der grünen Vegetation und der milchig hellen Seeoberfläche (vom Talwind gekräuselt) sowie der jetzt schon tiefer stehenden Sonne schöne Landschaftsstimmungen. Ein entsprechendes Bild ist dem Bericht angehängt. Es ist zumindest vom Motiv her annähernd identisch mit der Aufnahme "Sunnig Aar" von Lorenzo [post*Von Grindelwald zur Grimsel" rel="nofollow">http://*Von Grindelwald zur Grimsel, das er über zehn Jahre später bei seinem Mega-Abstieg vom Lauteraarhorn am See entlang gemacht hat.

Weiter Richtung Grimselhospiz sind mir dann noch ein paar Gemsen im wahrsten Sinne des Wortes über den Weg gelaufen. Hier im Hangschatten und bei Gegenlicht präsentiert sich die Seeoberfläche wiederum komplett gewandelt eher dunkel und ernst.

Fazit:
Auch wenn Auf- und Abstieg identisch sind, ergeben sich (zumindest bei schönem Wetter) und insbesondere im Bereich des Grimselsees recht unterschiedliche interessante Eindrücke. Will man daher vielleicht nicht bis zur Hütte rauflaufen lohnt es sich trotzdem, eine Tour bis zum Ende des Stausees und wieder zurück zu unternehmen.

Hike partners: morphine


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