Eine eisige, schattige und einsame Skitour zum Tschachaun mit der Mittelberg Umfahrung


Published by McGrozy , 11 February 2024, 10h48.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Lechtaler Alpen
Date of the hike:20 January 2024
Ski grading: AD-
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 7:00
Height gain: 1950 m 6396 ft.
Height loss: 1950 m 6396 ft.
Accommodation:lediglich am Start- und Endpunkt in Namlos

Servus zusammen,

bei dieser Tour geht es wie so oft im Winter ins schöne Lechtal genauer gesagt nach Namlos. Das kleine verschlafene Örtchen Namlos (1.225m) liegt malerisch in den östlichen Lechtaler Alpen. Der Lawinenlagebericht sagt an dem Tag Stufe 2 oberhalb von 2.200m wegen Triebschnee und unterhalb Stufe 1 vorher. Die Schneelage ist gut und auf einem tragfähigen Schmelzahrschdeckel liegen so etwa 20 cm feinster Champagner Powder. Dieser Pulverschnee ist sehr selten und fällt in der Regel nur bei sehr kalten Verhältnissen und so hat es an diesem sonnigen Tag beim Start etwa minus 17 Grad. So viel mal zu den Bedingungen und den Voraussetzungen.

Wir laufen also um etwa 8 Uhr von Namlos (1.225m) am südlichen Ende des Örtchen ins Fasselfeiltal hinein. Dieses lange Seitental erstreckt sich von Namlos bis hin zur Heiterwand im Süden. Es geht anfangs ziemlich lang auf einem Forstweg hinein in die beeindruckende Szenerie. Durch das Weihnachtstauwetter und dem wenigen Schneenachschubs müssen wir das ein oder andere mal die Ski abschnallen um über die Bachläufe zu gelangen. Auf der Höhe der Kesselwandhütte (1.477m) steilt es das erste mal etwas auf und der Talkessel wird kurzzeitig etwas schmaler. Dabei verlassen wir den komfortablen Forstweg und schlängeln uns am Fasselbach entlang hinauf in den hinteren Talkessel unterhalb der beeindruckenden Heiterwand. Am Talkessel angekommen steigen wir nun in Spitzkehren Manier auf schönsten Skihängen hinauf zum westlich gelegenen Kromsattel (2.137m). Vom Sattel geht's dann erstmal weiter steil auf den Südhang des Tschachaun hinauf zu den ersten Sonnenstrahlen des Tages. Der Aufstieg über den weiteren Südhang ist etwas länger als erwartet allerdings auch zügig überwunden. An dem Tourentag mussten wir auf eingeschneite Gleitschneemäuler aufpassen was allerdings uns nicht ganz gelang. Im Aufstieg sank tatsächlich einer meiner Begleiter mit einem Ski in eine solche Gletscherspalte - konnte sich aber schnell wieder selbst daraus befreien. Am Tschachaun (2.334m) angekommen genossen wir ein wenig die Sonne bevor wir uns zur ersten Abfahrt des Tages aufmachten.

Wir fuhren über den recht freigewehten Südhang wieder hinab zum Kromsattel (2.137m) und von dort weiter ein Teil des schönen Skihangs unterhalb der allgegenwärtigen Heiterwand. So schön wie die Abfahrt auch war wollten wir ja eigentlich die Imster Mittelberg Umfahrung machen und so fellten wir recht bald wieder auf. Der Aufstieg verfolgt nun etwa 100 bis 150hm die Spur vom ersten Aufstieg bevor wir dieses mal nicht in westlicher Richtung zum Kromsattel sondern in östlicher Richtung zum Hinterbergjöchle abbogen. Der Aufstieg zu diesem Joch ist steil und oftmals im oberen Bereich ziemlich frei geweht bzw. aper und so auch an diesem Tag. Wir stiegen bis etwa 70m unterhalb der Scharte mit Sicherheitsabständen von etwa 10m mit Ski auf und danach dann den Rest per Pedes zum Hinterbergjöchl (2.203m)

Von dem Joch geht´s dann in die zweite Abfahrt des Tages welche anfangs aus relativ viel queren von ein zwei Hängen besteht mit kleinen schönen Skihängen dazwischen. So ab 2.000m gelangt man zu sehr schönen Skihängen die viel Platz zum austoben bieten. Diese führen uns in den lichten Wald bei der Hitnerbergalm. An der Hinterbergalm (1.580m) angekommen fellen wir wieder auf und steigen in nordwestlicher Richtung zum Kühkar unterhalb des Rüdigers. Der Aufstieg ist recht selbsterklärend allerdings sollte man bei angespannteren Lawinenlagen sich in dem Bachlauf wohl nicht ganz so lange aufhalten. Wir steigen an dem Tag relativ genau auf bzw. dem Bach hinterher. Der eingeschneite Bachlauf führt uns rechterhand relativ entspannt über den steilen "Abhang" auf die freien Skihänge des Kühkars - bei angespannterer Lawinenlage kann bereits unten am Abzweig der beiden deutlich erkennbaren Bachläufe auf die freien Flächen des Kares aufgestiegen werden was wahrscheinlich allgemein der klügere Weg gewesen wäre. An dem Tag war bereits angespurt und wir sind der Spur zwar nicht blind gefolgt haben allerdings selbst keine große Lust gehabt zu Spuren -  aufgrund der Lawinenlage und der Situation war´s vertretbar. Der überraschend große und sehr schön geneigte Skihang leitet uns  in westlicher Richtung zur Scharte und damit auch zur finalen Abfahrt. Am Kühkarjöchle (2.053m) fahren wir nach einer kurzen Pause zurück ins Fasselfeiltal ab. Die Abfahrt ist im oberen Teil nicht zu unterschätzen da sie doch recht steil ist und im unteren Teil ist eine hohe Schneelage sehr angenehm da man sonst den berühmten Latschentango fahren muss ;). Wir gelangen etwas oberhalb der Engstelle nach der Kesselwandhütte wieder auf unseren Aufstiegsweg von Morgens und folgen dem dann wieder hinab ins Tal und gelangen so wieder zurück nach Namlos.


Fazit:

Die Tour ist eine sehr lohnende Angelegenheit vor allem bei solchen Bedingungen wie wir sie an diesem Tag hatten allerdings sollte man sich warm anziehen da man mit zwei Ausnahmen dauerhaft im Schatten ist. Unsere Durchschnittstemperatur lag so bei minus 12-15 Grad und wir hatten insgesamt so grob geschätzt 1 Stunde Sonne. Nichts desto trotz eine herrliche Angelegenheit und recht wenig los was vielleicht an der Temperatur lag. Ich möchte noch ergänzen das man bei dieser Tour vor allem im Hochwinter die Tageszeit nicht vergessen oder auf die leichte Schulter nehmen sollte da die Tour keine kleine Unternehmung ist (etwa 20km und 1900hm).


Anforderungen

Namlos - Tschachaun                  WS
Tschachaun - Hinterbergjoch       ZS-
Hinterbergjoch - Hinterbergalm   WS
Hinterbergalm - Kühkarjoch         WS
Kühkarjoch - Namlos                    ZS-

Je nach Bedingungen sind vllt. Steigeisen im Aufstieg zum Hinterbergjoch nicht ganz verkehrt. 

Hike partners: McGrozy


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