Ruinaulta - il Spir - Crestasee
|
||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
Es muss einfach wieder mal sein: durch die Ruinaulta hinunter wandern, den wilden Rhein hören, die weissen Felsstürze bestaunen und die Natur am Weg geniessen. Und schliesslich zum Mauersegler il Spir hochsteigen und die Schlucht von oben betrachten. Und das Wetter passt: sonnig, mit leichter Bise, aber klarem Himmel. Also los!
Von der RhB-Station Valendas-Sagogn zieht sich der Weg erst mal eher langweilig dem Bahngeleise entlang flussabwärts. Der Rhein führt trotz der Regenfälle nicht sehr viel Wasser. Durch das Rauschen und Plätschern ist Kuhgeläute von der gegenüberliegenden Seite zu hören. Nach der ersten Kurve des Rheins werden am linken Flussufer die weiss-grauen Wände der Ruina dallas Foppas sichtbar, sie ragen steil in die Höhe. Ich verlasse den Weg und quere eine grosse Geröllfläche, um ans Ufer hinunter zu gelangen. Steine jeder Grösse und Farbe. Und wild ist er, der Rhein!
Der wilde Rhein in der Ruinaulta bei Au
Hier bei Au führt der Weg vom Bahngeleise weg, es geht ein kurzes Stück durch den Wald. Jede Menge Maiglöckchen und verblühte Weisse Pestwurz fallen am Wegrand auf. Dann betritt man bei Isla offenes Gelände. Die Wiesen sind voll mit blauem Wiesensalbei. Ein gelbes Flattern fängt meinen Blick. Ein Schmetterling setzt sich auf eine Salbeiblüte. Ein Iberischer Segelfalter! Diesen seltenen Schmetterling habe ich noch nie gesehen.
Iberischer Segelfalter: seltener Anblick
Nach ein paar alten Holzställen beginnt der leichte Abstieg, um wieder in Nähe der Bahngeleise zu gelangen. Der wurzelreiche Weg ist bequem zu gehen und der Duft der Nadelbäume begleitet mich. Bald fangen die Felsgebilde der Islahalda meine Blicke. Der Weg geht links weg, aber ich balanciere über den schmalen Gerölldamm, der mich mehr in der Nähe der Attraktionen vorbei führt. In leichtem Auf und Ab geht es durch den Föhrenwald weiter, bis ich schliesslich die RhB-Station Versam-Safien erreiche. Hier sammeln sich die Kanufahrer, die selbständig oder unter kundiger Führung den wilden Rhein bezwingen wollen. Der Einstiegsort sieht zahm aus, weiter unten bei der Chrummwag wird es wilder. Bald führt der Wanderweg direkt am Rheinufer entlang. Ein Ruhebänkchen vor dem Aufstieg bei der Chrummwag lädt mich zu einer Pause ein.
Oben auf der Chrummwag sind die Weglein in nördlicher Richtung in die Landzunge hinaus leider verbarrikadiert. Hätte mich gereizt, am Ufer unter Las Ruinas sut Crestaulta am Rhein zu stehen und in die Wände hoch zu schauen. So gehe ich durch den Wald hinunter und stehe bald bei der Eisenbahnbrücke, über die man auf die linke Flussseite wechselt. Ab hier geht’s aufwärts, nichts mehr mit gemütlichem Wandern und Rumschauen. Im Aufstieg schaue ich angestrengt links und rechts des Weges und hoffe, die Orchidee Frauenschuh zu entdecken, die wir in den vergangenen Wanderungen hier gesehen haben. Leider ist keine einzige sichtbar! Dann halt weiter hoch. Viele Leute treffe ich an, die von oben an den Rhein gelangen wollen, aber niemanden, der hochsteigt. Bin ich heute der Einzige im Aufstieg? Eine erste Verschnaufpause erreiche ich etwa auf 800m bei Ransun. Scheint hier eine beliebte Stelle mit Grillmöglichkeit zu sein. Biker und Familien mit Kindern bevölkern den Platz. Ich ziehe weiter, der Waldstrasse entlang geht es langweilig hoch. In der Gegend von Er Davos suche ich den linken Wegrand ab und hoffe, doch noch auf Frauenschuhe zu stossen. Hier waren immer ein paar Blümchen zu sehen. Heute finde ich nur ein einziges und erst noch kleines Schühlein. Schade, hätte mich gefreut!
Einziger Frauenschuh heute, und erst noch klein
Nach einiger Zeit kann ich westwärts auf einen Wanderweg abzweigen. Da zieht es sich etwa 1 Kilometer durch den Wald hin, bevor ich dann südwärts in Richtung der Aussichtsplattform schwenke. Wie nicht anders zu erwarten, stehe ich dort zwischen einer Menge Leute, die den Ausblick vom 'il Spir' hinunter in die Rheinschlucht kosten wollen. Ist jedesmal eine ergreifende Sache, den Rhein 400m weiter unten seine Schleifen machen zu sehen.
Blick hinunter von der Aussichtsplattform il Spir: der Rhein bei der Chli Isla
Nach einer längeren Pause mache ich mich auf den Weg nordwärts, um noch einige Blicke auf den Crestasee werfen zu können. Der Weg dorthin zieht sich und viel Sehenswertes gibt es nicht. Kurz vor dem südlichen Ende des Sees verlasse ich den Wanderweg und suche auf einem Schleichweg den See. Glasklar, mit einigen besonderen Ausblicken und Motiven mit versunkenen oder umgekippten Nadelbäumen. Wirklich sehenswert. Der Pfad entlang der Ufernähe ist mit Wurzeln und Steinen bespickt, das Bier im Restaurant muss verdient werden! Dieses gönne ich mir im Gasthaus Crestasee. Bis zur Postautohaltestelle ist es ja dann nicht mehr weit.
|
||||||
![]() |
![]() |

Kommentare (2)