Ötztaler Hüttentour in den Sellreiner Bergen


Publiziert von McGrozy , 6. März 2023 um 12:29.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum:17 Februar 2023
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-T 
Zeitbedarf: 3 Tage
Aufstieg: 3000 m
Abstieg: 3000 m
Unterkunftmöglichkeiten:Winnebachseehütte

Servus miteinander,

in diesem Tourenbericht geht es um ein Wochenende auf der Winnebachseehütte der Sektion Hof. Die kleine Winnebachseehütte liegt auf 2.360m oberhalb des kleinen Örtchen Gries im Ötztal. Die Hütte ist eine kleine und gut geführte Hütte, welche in den vergangen Jahren stetig modernisiert wurde. Die Hütte liegt in Mitten eines schönen Skitourengebiets und bietet sich als Startpunkt einiger schöner Besteigungen in allen möglichen Schwierigkeiten an. Die bekannteste Skitour ist wohl jene auf den breiten Grieskogel. Die Hütte bietet sich auch als Start-, Zwischen- oder Endpunkt einer Skidurchquerung an.  Das Wetter ist für den Aufstiegstag eher bewölkt und zu warm gemeldet wohin der Samstag ein wahrer "Bluebird" Tag werden könnte. Der letzte Tag der Hüttentour ist dann eher durchwachsen und stürmisch gemeldet. Als wir um ca. 16.45 Uhr in Gries ankam war es bewölkt und die Temperatur war deutlich zu warm.  

Wir starten also unsere Wochenendtour am späteren Nachmittag mit dem Hüttenzustieg von Gries (1.597m). Nachdem der Parkplatz der Winnebachseehütte, welcher sich zwischen Gries und dem kleinen Weiler Winnebach in einer Kehre befindet, bereits voll besetzt war mussten wir auf den Parkplatz unten am Dorflift der Amberger Hütte ausweichen. Dieser kostet pro Tag 3 € oder 7€ für drei Tage und mehr - im Vergleich zum Allgäu ein wahres Schnäppchen.  Nachdem wir dann alles fertig gepackt haben laufen wir am Rande der kurzen Piste in Richtung Winnebach los. Schon kurz oberhalb des Tellerliftes wird der Schnee weniger und wir schlängeln uns auf dem Grashang über die verbleibenden Schneeflecken hinauf nach Winnebach (1.692m). Dort mussten wir die Ski abschnallen. Wir laufen auf dem Sommerweg - ein recht breiter Forstweg - mit den Ski am Rucksack für die ersten etwa 50 Höhenmeter hinauf. Nachdem wir die Ski wieder an den Füßen hatten wechselten sich in den nächsten etwa 150 HM apere und schneebedeckte Stellen ab. Auf etwa 1.900m war die Schneedecke dann durchgehend und durch die warmen Temperaturen ziemlich nass. Wir gelangen nach einiger Zeit an ein kleines Kraftwerk - ich nenne es mal Winnebachkraftwerk (1.940m) - dort überqueren wir den Winnebach und steigen auf der Südseite des Winnebaches im Latschengürtels weiter hinauf. Auf diesem Weg gelangen wir dann auf die lange schmale Ebene unterhalb der Winnebachseehütte. Am Anfang der Ebene packen wir bereits die Stirnlampen aus - da es bereits Nacht geworden war. Der Weiterweg führt am Bach entlang und am Ende der Ebene muss dieser nochmals überquert werden - ging an dem Tag noch gut aber lange wird das nicht mehr so entspannt gehen. Die Steilstufe zur Hütte überwinden wir dann noch recht zügig und so gelangen wir nach annähernd 2 Stunden zur Winnebachseehütte (2.360m). Dort erwartet uns der Hüttenwirt schon und quartiert und in einem der schönen kleinen Lagern ein. 

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf - Frühstück gibt es ab 7 Uhr. Nachdem Frühstück starten wir von der Winnebachseehütte (2.360m) in östlicher Richtung am zugefroreren und fast nicht erkennbaren Winnebachsee (2.360) vorbei. Das Gelände ist anfangs flach und gut zum warm werden. Kurz nach dem gelben Sommerwegweiser in Richtung Breiten Grieskogel biegen wir in nörlicher Richtung (nach links) ab. Dort eröffnet sich uns der Blick auf unser Tagesziel den Breiten Grieskogel. Das Gelände ist nach der Abzweigung eine ganze Weile noch recht flach bis wir im Zustieg des Zwieseljoch die Südwesthänge erreichen. Diese überwinden wir recht zügig und stehen bald kurz unterhalb des Zwieselbachjochs. Der weitere Aufstiegsweg führt nun direkt auf den Gletscherbruch des Grieskogelferners hin. Aufgrund der Schneelage ziehen wir unsere Klettergurte an damit falls was passieren sollte man schnell aus der Spalte gezogen werden kann - und ja der Gletscher hat ein paar wenige Spalten. Anfangs ist das Gletscherbecken noch recht flach bevor es dann deutlich aufsteilt (35°+). Nach dem wir den Steilhang an der linken (südlicheren) Seite in Spitzkehren überwunden haben gelangen wir so ins obere Gletscherbecken. In den 1990er Jahren konnte man wahrscheinlich noch auf direkten Weg zum Gipfel aufsteigen da der Gletscher das Gelände deutlich flacher gestaltet hat als heutzutage. Heutzutage kann der Gipfel entweder über den Südgrat oder Ostgrat erreicht werden. Wir entscheiden uns für die Normalroute über den breiten Südrücken des Breiten Grieskogels. Nach dem flachen Gletscherbecken steilt es noch einmal auf im Zustieg zum Südrücken und die ersten Meter auf jenem.  Die etwa 50 -100 Hm überwunden gelangt man nun auf den wieder recht flachen und anfangs breiten Gipfelgrat. Wir laufen mit den Ski bis kurz vor dem Funkmastmast und machen dort das Skidepot. Die letzten Meter kann zwar noch mit Ski gelaufen werden allerdings sahen wir es nicht als sinnvoll an. Am Breiten Grieskogel (3.287m) erwartet uns eine hervorragende Aussicht von Dachstein über Zuckerhütl, Wildspitze bis in die Teile der Westalpen.

Die Abfahrt vom Breiten Grieskogel führt uns auf dem Aufsteigsweg entlang bis zum Zwieselbachjoch. Die Steilstufe ist an dem Tag recht gut zu fahren und alle Spalten geschlossen. Unterhalb des Zweiselbachjoches überlegen wir was wir mit dem restlichen Tag noch anstellen sollen. Wir entscheiden uns den kurzen Anstieg zum Joch zu Fuß zu erklimmen ( keine 50 HM). Am Zwieselbachjoch (2.868m) fahren wir etwa 200 Höhenmeter ab in Richtung Schweinfurter Hütte. Wir fellten dann erneut auf und stiegen in das Kar nördlich des Winnebacher Weißkogel in dem der südlichere Teils (oder Reste) des Zwieselbachgeltschers liegt. Auch dort waren die wenigen Spalten geschlossen und wir waren wahrscheinlich einer der oder die erste Gruppe in diesem Winter die sich dort hinein wagten. Der ursprüngliche Plan bis zur Scharte hoch zu steigen wurde kurz unterhalb durch den fehlenden Trittschnee vereitelt. Die Abfahrt aus dem steilen Nordkar führte im teils windgepressten Pulver wieder hinab in Richtung Schweinfurter Hütte. Dieses mal fuhren wir noch etwas weiter ab bevor wir erneut auffellten und dann wieder zurück zum Zwieselbachjoch aufstiegen. Erneut am Zwieselbachjoch (2.868m) fuhren wir dann auf dem morgendlichen Aufstiegsweg zur Winnebachseehütte ab. Die breiten Hänge geben viel Raum sich seine eigene Abfahrtsspur zu bilden. Die Schneequalität war allerdings nicht gut und so fuhren wir in einer Mischung aus Plattenpulver und hingefrorenem Schnee hinab zur Winnebachseehütte (2.360m). Dort genossen wir noch den restlichen Tag und das schöne Abendrot.

Am nächsten Morgen hat das Wetter wieder umgeschlagen und ein stürmisch anmutender Wind weht uns bei Tourenstart von der Winnebachseehütte (2.360m) entgegen. Wir steigen erst den selben Weg wie am Vortag hinterher und biegen am Sommerwegschild nicht nach Norden ab sondern laufen weiter gerade aus. Wir steigen über weite recht flache Ebenen und kleine Stufen immer weiter hinauf in Richtung Winnebachjoch. Unser Ziel der westliche Seeblaskogel ist dabei immer im Blick. Um in das nördliche Aufstiegskar zu gelangen muss dieser allerdings von der Winnebachseehütte halb umrundet werden. Die Umrundung endet kurz vor dem Winnebachjoch. Der Aufstieg in dem nördlichen Kar des westlichen Seeblaskogel ist doch recht steil (35°+) und durch den Wind und den dadurch beeinflussten Schnee etwas anspruchsvoller zu gehen. Nichts desto trotz bahnen wir unseren Weg - ziemlich bald mit Harscheisen - hinauf bis kurz unterhalb der Scharte. Dort richten wir ein Skidepot ein und laufen den Rest des Aufstieges noch zu Fuß. Dieser ist anfangs noch in einem etwa 45° steilen Hang - mit guten Stufen. Ab der Scharte gelangt man zu einer Blockkraxelei bis zum Gipfel des westlichen Seeblaskogel (3.048m)

Der Abstieg erfolgt dann erst wieder zu Fuß zurück zu den Ski und dann den selben Weg zurück zur Hütte. Der Schnee ist im Kar windgepresst und danach geht´s auf geforenem Schnee wieder zurück zur Hütte. Die endgültige Abfahrt ins Tal erfolgt auf dem selben Weg wie der Zustieg allerdings ist der Schnee anfangs auch dort ziemlich hart gefroren und somit muss schon direkt im ersten Hang vorsichtig gefahren werden. Nach dem flachen Stück geht es nun in den Latschengürtel den wir an dem Tag etwas südlicher als noch im Aufstieg abfuhren. Nach dem wir uns durch die Latschen, Steine und sonstigen Hindernisse bis zur Bachüberquerung an dem kleinen Kraftwerk durchgekämpft haben gelangen wir nun wieder auf den breiten Forstweg. Dieser ist aufgrund der aktuellen Schneelage (Winter 2022/23) nicht mehr lang fahrbar und so schnallen wir auf ca. 1.800m die Ski ab und laufen hinunter nach Winnebach (1.692m). Kurz nach dem Weiler Winnebach schnallen wir die Ski wieder an und schlängeln uns wie schon im Aufstieg durch die Wiese oberhalb des Dorfliftes. Die restliche Abfahrt bis zum Parkplatz bei Gries ist durch die Piste dann wohl der angenehmste Teil der Abfahrt  - zumindest bei unseren Bedingungen. 


Anforderungen

Tag 1 (780 HM  Aufstieg / 4,5 km / ca. 2 Stunden)

Gries - Winnebachseehütte                                               WS 

Tag 2 (1600 HM Aufstieg/ Abfahrt / 16 km / ca. 6 Stunden)

Winnebachseehütte - Zwieselbachjoch                              WS 
Zwieselbachjoch - Breiter Grieskogel - Zwieselbachjoch   WS 
Zwieselbachjoch - Zwieselbachferner - Zwieselbachjoch   WS+
Zwieselnbachjoch - Winnebachseehütte                            WS
 
Tag 3 (700 HM Aufstieg 1500 HM Abfahrt / 12 km / ca. 4 Stunden)

Winnebachseehütte - w. Seeblaskogel - Winnebachseehütte   WS+ I-II.
Winnebachseehütte - Gries                                                        WS+

Austrüstung:

* Steigeisen
* Pickel optional
* Skitourenausrüstung (Ski, Schuhe, Stöcke, Harscheisen)
* LVS Ausrüstung (Schaufen, Pieps, Sonde)
* Hochtourenausrüstung optional (Klettergurt, Seil etc)




Tourengänger: McGrozy


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