Piz Saluver, 3160m


Published by Linard03 , 28 August 2021, 19h17.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike:29 July 2021
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:45
Height gain: 940 m 3083 ft.
Height loss: 940 m 3083 ft.
Route:Marguns - Piz Saluver - Marguns
Access to start point:cff logo Celerina - per Gondelbahn bis Marguns

In 25 Jahren Engadin-Ferien darf das Wetter ausnahmsweise auch mal schlecht sein ... Fakt bleibt jedoch, dass das Wetter in diesem "Sommer" keine vernünftige Touren-Planung zuliess. Wenn also nach vielen Regentagen endlich wieder mal ein kurzes Schönwetter-Fenster angekündigt wird, muss dieses genutzt werden. Wir suchten uns einen ziemlich einsamen Gipfel aus - den Piz Saluver.

Bislang sind erst 4 Besteigungen auf Hikr vermerkt, scheint also ein eher exkusives Ziel zu sein - oder weist auf eine gewisse Unattraktivität hin. Jedenfalls ist er tatsächlich nicht so leicht zu haben, auch wenn ich dies zunächst nicht so eingeschätzt habe ...

Wer heute um 7 Uhr aus dem Fenster schaute und sich nochmals drehte, weil der Nebel bis ganz hinunter hing, hatte heute definitiv etwas verpasst ...


Per Bus ging's von unserem Feriendomizil nach Celerina, per Gondelbahn in der dicken Nebelsuppe hinauf nach Marguns, wo bereits die Sonne schien - und wie! Wir hatten bereits vergessen, wie so ein schöner Sommertag aussehen kann ...
Wir starteten bei bereits warmen Temperaturen und folgten der langweiligen Autobahn, welche sich in Richtung Fuorcla Schlattein hinaufzieht. Bei der Sesselbahnstation Glüna bogen wir rechts ab und erreichten bald die Chamanna Saluver (2633m). Kurz danach folgten wir dem Wanderweg nach Fuorcla Valletta. Hier traversierten wir definitiv zu weit, indem wir den Hügel (P.2752) umrundeten und uns erst dann weglos nach Norden wandten.

Und wir verfransten uns gleich nochmal, indem wir zu weit aufstiegen und nicht sofort nach Westen zurück-traversierten. Zeitverlust ca. 30-40 Min.; mein Fehler, dass ich die Route bzw. Karte falsch interpretiert habe ... Aber egal, wir hatten genügend Zeit. Endlich hatten wir also den gewaltigen Geröllkessel des Piz Saluver erreicht. Alles ist lose und rutscht, wir durften uns auf einen mühsamen Aufstieg einstellen.

Nach der ersten Steilstufe ein grösserer Felsabbruch, welcher einschüchternd wirkte ... - zu gefährlich heute? Steinschlag ist natürlich immer ein Thema bei diesen Schutthaufen ... Wir stiegen trotzdem weiter auf, hielten uns an die (in Aufstiegsrichtung gesehen) linken Begrenzungsfelsen, da von der anderen Seite grössere Gefahr drohte. Trotzdem war mir das Ganze nicht so ganz geheuer, weshalb wir auf eines der Bänder nach links hinaus-traversierten, um auf den Grat zu gelangen.

Nun begann eine muntere Kraxelei, teilweise ausgesetzt. Schliesslich erreichten wir den Südgipfel (3146m). Danach war der Weiterweg zunächst nicht ganz klar, wir folgten jedoch weiter dem Grat. Aber dann war plötzlich Schluss: ausgesetzte Gratkletterei in unübersichtlichem Gelände war nicht das, was wir anstrebten.

Also zurück-kraxeln, mühsame Traverse unterhalb der Zacken im Geröll-Gelände, anschliessend steiler und rutschiger Aufstieg im Geröll-Couloir bis zum Sattel. Nach kurzer Orientierung, wo sich denn der eigentliche Gipfel befindet (...), Umgehung des grossen Fels-Zackens auf der Nordseite, danach in mehr oder weniger ausgesetztem Gelände in wenigen Minuten auf den Gipfel des Piz Saluver (3160m).

Das Panorama ist genial: prominent im Osten der Piz Ot, dahinter Piz Kesch & Co. Im Norden das Tinzenhorn & Piz Ela, im Westen das Err-Gebiet und im Süden natürlich die ganze Bernina-Gruppe. Der Gipfel ist nicht gerade geräumig, hat aber ein schönes, kleines Gipfelbuch aus dem Jahre 2010. Offensichtlich wird der Gipfel generell wenig besucht, denn die Einträge umfassen lediglich eine Handvoll Seiten. Wir sind in diesem Jahr sogar die ersten Besucher ...

Nun galt es aber noch den Abstieg zu meistern. Wir wählten das östliche Geröll-Couloir direkt vom Gipfel, kraxelten also nicht auf dem Grat zurück. Einige Abstiegs-Meter später querten wir wieder nach Westen, um zurück ins Haupt-Couloir zu gelangen. Für den Abstieg auf rutschigen, losen Untergrund orientierten wir uns wiederum an den westlichen Begrenzungs-Felsen.

Alles ging gut und der befürchtete Steinschlag blieb aus. Als das Gröbste hinter uns lag bzw. wir das mühsame Geröll-Couloir hinter uns lag, gönnten wir uns nochmals eine Rast. Danach ging's zurück nach Marguns und per Gondelbahn hinunter nach Celerina.

Tour mit Andri.

Fazit:
eine sehr einsame Tour auf einen Gipfel, der verdient werden muss. Belohnt wird man mit einem grossartigen Panorama. Lohnenswert ist somit nicht unbedingt der Aufstieg, den wohl viele abschreckt. Lohnenswert ist jedoch allemal die Aussicht.
Rückblickend war es der schönste Tag der 2-wöchigen Ferien ...

Bemerkungen:
Helm empfehlenswert!
Ob T4+ oder T5- macht keinen grossen Unterschied; der genannte Bereich finde ich jedoch zutreffend, v.a. was den Grat-Abschnitt anbelangt.

Hike partners: Linard03


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