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Schreckhorn


Published by Matthias Pilz , 24 July 2020, 14h02.

Region: World » Switzerland » Bern » Jungfraugebiet
Date of the hike: 7 July 2020
Mountaineering grading: AD+
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 2 days

Das Schreckhorn ist, wie bereits mehrfach beschrieben, ein Plaisir-Hochtour der Sonderklasse. Schon der Hüttenzustieg von Grindelwald ist landschaftlich top und bietet herrliche Ausblicke. Der Gipfelaufstieg selbst beginnt zwar früh, dank der Katzenaugen, welche zwar spärlich aber genau ausreichend angebracht sind, ist der Aufstieg gut zu finden. Lediglich der Geröllaufstieg auf's Gaagg brachte uns gehörig ins Schwitzen. Zum Glück ist die Stelle aber rasch hinter uns und der weitere Anstieg über den Gletscher ist wieder deutlich angenehmer. Hier bricht auch langsam der Tag an und der Blick auf die weitere Route tut sich auf. Am obersten Gletscherboden wartet dann eine gewaltige Spalte, in der früh noch problemlos zeigt sich hier der Gletscher am Nachmittag von seiner gefährlichen Seite.
Der Einstieg zur Rippe wurde in den letzten Jahren nach unten verlängert bzw. mit Bohrhaken ausgerüstet und ist gut zu klettern. Entlang der ganzen Route finden sich fast immer Standhaken mit Maillons, nur im Mittelteil der Rippe muss abgeklettert werden. Im Aufstieg folgt man anfangs den roten Punkten, dann immer der direkten Kante an der Rippe. Je nachdem, wie direkt man klettert wird es hier und da auch etwas schwerer als III, wegen den perfekten Gesteins ist das aber kein Problem. Ab der Schulter wird's dann deutlich steiler und auch schwieriger. Zudem kommt die eine oder andere höllisch luftige Passage dazu, was aber bleibt ist die wunderschöne Kletterei in bestem Fels. Ganz zuoberst wurde es dann ziemlich windig und an einem exponierten Stand zogen wir uns dann doch die Daunenjacke über. Die letzten Meter zum Gipfel sind zwar einfach, erforderten bei uns jedoch Steigeisen (entlang der restlichen Route ging es ohne) und der luftige Grat zum Gipfel etwas Vorsicht. 
Der Abstieg erfolgt auf gleicher Route wobei die vielen Abseiler mit der Zeit dann doch tatsächlich ganz schön anstregend werden. Dennoch muss hier die Konzentration hoch bleiben und auch auf die Zeit sollte man nicht vergessen, denn die Spalten am Gletscher sind am Nachmittag wohl nicht mehr stressfrei zu überqueren.
Danach beginnt der einfachere Teil des Abstiegs und auch das Spiel "to catch the last cablecar", wer diese um 19:00 erwischt hat sich das Bier nach der Tour redlich verdient!
Eine Hammer-Tour auf einen wunderschönen Berg, exzellenter Fels und tolle Kletterei - einfach top!

AUFSTIEG: Von der Bergstation Pfingstegg am markierten Wanderweg (einige Stellen mit Kette versichert) zur Schreckhornhütte. Tags darauf entlang der Moräne hinab, den weißen Punkten folgen und so rasch wie möglich auf den Gletscher. Nach knapp einem Kilometer bei Katzenauge links hinaus, über Geröll aufwärts und durch grobe Blöcke (Reflektoren) nach Süden. Eine kurze Felsplatte ist durch ein Seil entschärft. Danach stets in Kehren ansteigen (Steinmänner) bis auf kanpp über 3200m nach links zum Gletscher des obersten Schreckfirns quert. Nun den Firn in großem Bogen über rechts überqueren zur schon sichtbaren Rippe in der Südwand. Knapp links eines Colouirs bei rotem Punkt (Fixseil) Einstieg. Nun den roten Punkten folgend bis zur eigentlichen Rippe (II-III) und weiter immer entlang der Rippe aufwärts bis zur Schulter (III, direkt Varianten bis IV). Von der Schulter nun kurz nach rechts aufwärts gehend und sogleich wieder kletternd an der steilen Kante entlang (III) in mehreren Seillängen zur Gipfelabdachung. Hier nun, oft im Eis, auf den Gipfelgrat und auf diesem in leichter Kletterei (II) zum Gipfel. Für den Aufstieg sollte man 7h rechnen.

ABSTIEG: Wie Aufstieg, vielmals Abseiler bis 25m. Wenn man wirklich sehr schnell ist 6h, die 5h schafft man nur bei vielfachem simultanen abklettern.

SCHWIERIGKEIT: AD+, III, Firn oder Eis bis max 40°, lange, anhaltende Kletterei

ABSICHERUNG: Bohrhaken in Abständen von max. 25m mit Maillon zum Abseilen. Zwischensicherungen sind keine vorhanden, einige Friends sind sehr sinnvoll.

MIT WAR: Karin

WETTER: Spitze, etwas Wind

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Hike partners: Matthias Pilz


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