ab Chelenalphütte zum Sustenhorn - via Tierberglihütte nach Umpol
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Sinnvollerweise ist eine relativ frühe Tagwache um 4 Uhr in der Chelenalphütte angezeigt; so marschieren wir kurz vor 5 Uhr los - bereits sind die Stirnlampen nur noch für die Startvorbereitungen nötig.
In der beginnenden Morgendämmerung steigen wir auf dem uns bekannten Alpinwanderweg steil hoch - selbstverständlich ohne die gestrige Blumenpracht und Aussicht erleben zu können; immerhin zeigt sich bald einmal deutlich der Schneestock auf der gegenüberliegenden Talseite.
Beim Abzweig zur Bergseehütte sind sowohl das Felsbändchen wie auch das doch leicht angefrorene Schneefeld mit gutem Licht zu bewältigen. Anschliessend folgt ein längerer, wieder steiler Anstieg an oder auf der Moräne des früher hier herunterreichenden Brunnenfirns. Recht flott ist hier das Tempo - das Gelände, überraschenderweise mit einigen wbw Markierungen und deutlicher Wegspur versehen, ja einfach.
Südöstlich unterhalb des (P. 2975) legen wir die Anseilpause ein; nach Montieren der Steigeisen verläuft nun die Route über den noch schneebedeckten Brunnenfirn meist steiler, mal auch etwas sanfter, hoch bis vor die heutige Schlüsselstelle:
Es gilt hier, die gut 10 m hohe, bis 40° steile, Wand im nicht ganz stabilen Fels mit den Steigeisen hochzukraxeln - Janis wählt dabei eine direktere Variante als die vorausgehende Seilschaft. Nun, nach diesem Intermezzo, erwartet uns auf der Sustenlimi eine famose Aus- und Weitsicht über den Steigletscher - und bereits hier ein unangenehmer Wind.
Noch ist unser Gipfelziel nicht ersichtlich, nicht nur, weil Wolkenschwaden um den Grat zu diesem herumziehen, sondern weil auch steilere Abschnitte mit flacheren Kuppen dieses noch verbergen. Nordwestlich am Vorder Sustenlimihorn vorbei legen wir den ersten Steilabschnitt hoch zurück; hier an einem ersten beachtlichen Windkolk entlang schreitend.
Der Wind - und damit die gefühlte Temperatur - legt an Intensität zu; eine Pause nutzen wir, um zusätzliche Kleiderschichten anzuziehen. Doch der Gang ist - optisch - ein fantastischer: stets das Gwächtenhorn zur Linken im Blickfeld nähern wir uns doch allmählich der letzten leichten Senke und dem Schlussanstieg zum Gipfelkreuz, welches sich erst nur diffus in den Restwolken zeigt. Und dann stehen wir oben - Ursula zum zweiten Mal (erst auf der Winterroute von Norden her), ich auf meiner Wunschroute, der Überschreitung - auf dem Sustenhorn!
Fantastische Ausblicke bei nun bester, klarer, Sicht - zu höchsten Berner Gipfeln, wie bis zu Matter- und Weisshorn sowie Basòdino - bieten sich uns; doch Wind und Temperatur sind derart unangenehm, dass wir einige Meter am Ostgrat absteigen zu einem „hilberen“ Rastplatz - mit Tiefblick ins Voralp und Hinüberblick zum Fleckistock können wir hier doch eine kurze Znünipause geniessen.
Nach kurzem Steilaufstieg verlassen wir das Sustenhorn auf unserer Aufstiegsroute; ~ auf der Höhe von Vorders Sustenlimihoren halten wir nach Westen, überwinden eine erste, aktuell gut eingeschneite Spaltenzone und steuern flach auf die zweite zu. Der wiederum steilere Abschnitt (auf der Skitourenroute - südlich der eindrücklichen offenen Spalten und Séracs) bietet dank der noch genügend vorhandenen Schneemenge keine Schwierigkeiten.
Flach - und leicht schweisstreibend - gestaltet sich nun die Passage bis zum kurzen Schlussanstieg zur Tierberglihütte - eine Stärkungspause haben wir uns nun hier verdient. Die Hütte ist (wohl vornehmlich von Tagestouristen) sehr gut besucht - die Warteschlange am Buffet doch länger. Nach Gespräch mit Conny Bee (Überbringen einer Grussbotschaft), gemeinsamen (mit Sabine27) Traubensaftgenuss und Bewundern der Sicht auf den bereits begangenen
Vorder Tierberg und dem Projekt Gwächtenhorn im Hinterkopf gilt es nun (ohne Hochtourenausrüstung) den oft felsdurchsetzten, leicht ruppigen wbw Weg zum Schlusspunkt der Tour anzutreten.
Abwechslungsweise können wir nun wieder feine Alpenflora entdecken, an seil- oder kettengesicherten Stellen den Abstieg in der herrlichen Alpenlandschaft geniessen. Dabei sind nicht nur tolle Ein- und Ausblicke möglich (so zum Steinlimigletscher oder zum Giglistock) sondern einige Schneefelder zu traversieren - das letzte doch beachtlich abschüssig. Mit viel Gegenverkehr unterwegs und nur wenigen Überholaktionen steigen wir - einmal die Klettersteigroute querend - auf dem teils weit ausholenden Steig ab zur Steilimibrücke und dem sehr gut frequentierten Parkplatz Umpol (auf 2093 m).
Ab hier fährt uns das Alpentaxi nach Meiringen, wo wir uns vor der Zugsabfahrt im nahen Restaurant einen Einkehrschwung auf dessen Terrasse gönnen.
▲ 1 h 20 min bis Anseilplatz unterhalb (P. 2975)
▲ 1 ⅞ h (inkl. 5 min Pause) bis Gipfel
▼▲ 5 min zum Rastplatz am Ostgrat
▼ 1 h 50 min (inkl. ¼ h Pausen) bis Tierberglihütte
▼ 1 ½ h bis Parkplatz Umpol
unterwegs mit Janis (BF), Giulia, Martin und Max
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