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Cima Viola 3374 m


Published by Cubemaster , 21 November 2018, 22h29.

Region: World » Italy » Lombardy
Date of the hike: 8 August 2018
Mountaineering grading: PD+
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Time: 9:00
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.

Die Cima Viola war der letzte große Gipfel der Livigno-Alpen, der mir noch fehlte. Entsprechend hoch war meine Motivation, es diesen Sommer endlich zu packen. Als das Wetter dann einigermaßen passte und Marie sich auch noch bereit erklärte, bis zum Fuß des Berges mitzukommen, war die Zeit schließlich reif für einen Versuch.

Wir starteten um kurz nach 8 Uhr am Parkplatz Altumeira (der letzte von 4 Parkplätzen im Val Viola, 6 Euro Parkgebühr). Der Straße entlang ging es erst leicht aufwärts Richtung Rifugio Val Viola. Von hier aus hat man schon eine fantastische Aussicht auf die großen Berge der Region und das wunderschöne Val Viola. Will man, wie wir, weiter ins Val Cantode di Dosdè, muss man bald nach links abbiegen, hinunter Richtung Rifugio Federico. Es sieht erst nach einem heftigen Gegenanstieg aus, ist dann aber doch nur halb so schlimm... (Ich schätze, man steigt nicht mehr als 50 hm ab.)

Unten angekommen, querten wir dann nicht über den Fluss zur Hütte, sondern blieben an der rechten Talseite auf dem Weg. Immer talaufwärts geht es dann beschildert weiter Richtung Passo Dosdè. Im oberen Teil des Val Cantone di Dosdè kommt dann auch der Gipfel der Cima Viola in Sicht. Ein erster Blick auf den Gletscher weckte in mir bereits die Hoffnung, dass ein kleiner Rest Schnee mir einen Weg zum Gipfel ermöglichen würde.

Auf den saftig grünen Wiesen am Talschluss schlug Marie dann ihr Lager auf und ich stieg alleine zum Passo Dosdè auf. Östlich des Passes erhebt sich erstmal ein mächiges Felsbollwerk. Erst darüber, hinter einem Plateau, befindet sich der eigentliche Gipfelaufbau der Cima Viola. Es sah zwar für mich danach aus, als ob man an der linken Seite des Bollwerks eine gute Chance hätte hinaufzugelangen, sicher wusste ich es aber nicht. Also blieb ich beim ursprünglichen Plan, nämlich das Bollwerk südlich zu umgehen.

Das erwies sich als gar nicht so einfach, denn ich musste mich durch sehr lockeres, grobblockiges Geröll kämpfen. Wie erhofft, konnte ich mich aber schließlich durch das Geröll nach oben arbeiten und hielt auf einen kleinen Einschnitt in nördlicher Richtung zu. Ein paar einfache Kraxelstellen waren hier zu meistern (eher I als II, alles nichts wirklich Ernstes), in der Geröllrinne unter dem Einschnitt lag noch ein Rest Schnee, um den ich herumkrabbeln musste.

Auf dem Plateau angelangt ging es nun über Geröll und Gletscherschliff bis zum Gletscherrand. In der Mitte war bereits nur noch Blankeis, welches bei optimaler Routenwahl zwischen 40 und 45 Grad steil sein dürfte. Ein Bogen aus Trittschnee lag noch ganz an der rechten Seite, hier wäre die Steilheit noch etwas extremer, vielleicht bis 50 Grad. Mit Steigeisen und Pickel probierte ich erstmal vorsichtig meine Optionen.

Wie befürchtet war das Blankeis so steil, dass ich nicht mehr alle Zacken hätte aufsetzen können. Ich konnte mich zwar im unteren Bereich mit Hilfe der Frontzacken bewegen, aber die volle Höhe ungesichert hinaufzusteigen war mir zu gruselig. Also folgte ich in einem großen Linksbogen dem Schneefeld. Etwa auf halber Höhe war es ein paar Schritte recht dünn und das Blankeis kam durch, dann wurde es aber wieder besser und durch guten Trittschnee querte ich oben durch den steilsten Teil nach links hinüber.

Der Übergang vom Schnee auf den Fels war eine recht ungemütliche Angelegenheit, die Felskante war recht instabil, vermutlich wegen des Gletscherrückgangs. Es besteht wohl auch generell die Gefahr, dass in Zukunft einige große Brocken hier abbrechen und über den Gletscher nach unten rollen! Der restliche Weg zum Gipfel war tatsächlich nur noch einfaches Ier-Gelände und ich erreichte gegen 13.30 Uhr den Gipfel der Cima Viola.

Die Gipfelrast fiel dann recht kurz aus, der Wetterbericht hatte für den frühen Abend Gewitter gemeldet und die dunklen Wolken waren nicht zu übersehen. Also ging es bald auf demselben Weg zurück, erstmal zügig bis zu meiner Freundin und dann gemütlich zusammen das Tal hinaus. Wir fotgrafierten noch einige Murmeltiere, Kälbchen und einen Regenbogen. Es tröpfelte ein bisschen, richtig nass wurden wir aber nicht. Eine rundum gelunge Tour!

Ausrüstung: Steigeisen, Pickel, Helm.

Hike partners: Cubemaster


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