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Firngenuss am Bärenhorn 2932m


Published by Bergamotte Pro , 27 April 2018, 18h04.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:27 April 2018
Ski grading: D-
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR 
Time: 4:15
Height gain: 1520 m 4986 ft.
Height loss: 1520 m 4986 ft.
Access to start point:PW bis Färnigen
Maps:255S (R. 582a, 575)

Den heutigen Ferientag musste ich gegen allerlei geschäftliche Widerstände durchboxen. So wird das nie was mit dem CFO-Posten... Aber der Ärger hat sich gelohnt: Wie erwartet finde ich im Meiental zum ersten Mal diese Saison ideale Frühlingsverhältnisse vor: durchgehend tragend im Aufstieg, Firn in der Abfahrt, Kaiserwetter. Nur das Portemonnaie blieb zuhause, blöd für meinen Durst und das lokale Gewerbe...

Ungefähr um sechs Uhr breche ich von Färnigen (1515m) auf. Als gäbe es einen diesbezüglichen Kodex machen das heute fast alle Gruppen so. Zuvor hat mich أجنبي erkannt, den's gemeinsam mit budget5 und zwei Damen in die gleiche Richtung zieht. Im Moment liegt auf der Passstrasse noch fast durchgehend Schnee und ab Chlialptal ist bis auf weiteres sicher nicht an Wandern zu denken. Die Unterlage trägt übrigens ab Beginn und ist recht griffig. So bleiben die Harscheisen auch im streckenweise steilen Aufstieg über die Rotgand im Rucksack. Wobei das ehrlicherweise eher meiner Faulheit geschuldet ist. Man könnte übrigens ab Rotgand über R. 575 auch direkt zum Bärenhorn aufsteigen. Die Route ist m. E. aber eher für die Abfahrt geeignet. 

In der engen Rinne bei Rossbiel dürfen nochmals fleissig Spitzkehren praktiziert werden. Anschliessend genussvoll durchs weite Tal nach Juzfad, wo sich linkerhand der Blick über den Rossfirn zum Chli Spannort öffnet - meinem ersten Ziel. Im Aufstieg zum kleinen Gletscher werden die 30° nochmals überschritten, selbiges gilt für die abschliessende Steiltraverse direkt unter dem "Falkentürmli" (P. 3003). Den wirklich steilen Fussaufstieg durchs Schneecouloir zur Gipfelkote lasse ich mir nicht entgehen. Das ist heute nicht ganz trivial und nur mit Pickel und Steigeisen zu bewerkstelligen. Den Abstieg bewältige ich rückwärts, was ich nur selten (und ungern) mache.

Ohne Pause ziehe ich weiter zum Bärenhorn (2932m). Ab Chüefadpass über den verwächteten, breiten Rücken ist das fast geschenkt. Erstaunlich deshalb, dass es nicht häufiger "mitgenommen" wird. Oben am Kamm bläst ein kalter Südwind, so mache ich es  mir etwas unterhalb gemütlich und geniesse den Blick auf Titlis, Engelberg, Spannort etc. Von Süden drückt übrigens viel Gewölk ins Gotthardgebiet und darüber hinaus. Mit der Abfahrt warte ich zu, um die Hänge noch etwas "reifen" zu lassen. Punkt 10:30 ist es dann soweit und ich erwische es für einmal gut. Man hätte selbst bis 11 Uhr warten können. Zuvor bin ich nochmals أجنبي mit Begleiterin über den Weg gelaufen. Nur der kalte Wind unterbricht den netten Schwatz; es hat mich gefreut, Euch mal kennenzulernen. Die grosszügigen Hänge des Chüefadfirns bieten bei Firn oder Pulver tollen Abfahrtsgenuss. Ganz unten steilt das Gelände dann bis gegen 40° auf und engt zunehmend ein. Es ist wichtig, die Rinne links (Ost) aussen zu erwischen, sprich direkt neben dem Südgrat vom Juzfadstock. Man gerät sonst zwingend in Felsbänder. Von oben ist das nicht überall ersichtlich.

Die Rinne läuft in die Rotgand aus, wo ich wieder auf die Aufstiegsroute treffe. Die Hänge runter in den Kessel sind mehr gleich lohnend wie zuvor, weil recht ruppig. Anschliessend mit wenig Stockeinsatz zurück zum Auto und - eben leider - ohne Umtrunk in der Besenbeiz zurück nachhause. Das hätte sogar noch für einen halben Tag im Büro gereicht... ;-)


Zeiten
3:05  Falkentürmli
0:30  Bärenhorn
0:40  Färnigen

Hike partners: Bergamotte


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