Skitour Triglav


Published by Matthias Pilz Pro , 12 April 2018, 18h49.

Region: World » Slowenien » Julische Alpen » Triglav
Date of the hike: 6 April 2018
Mountaineering grading: D
Via ferrata grading: F
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: SLO 
Height gain: 2085 m 6839 ft.
Height loss: 2085 m 6839 ft.

Der Triglav ist nicht nur der höchste Gipfel Sloweniens, er zählt im Sommer wohl auch zu den meistbesuchten Bergen im Alpenraum. Im Winter hingegen ist es deutlich ruhiger rund um diesen Gipfel, für geübte Winterbergsteiger ist der Gipfel jedoch auch als Skitour erreichbar. Doch der Anstieg ist sehr lang, mehr als 2000Hm müssen im Aufstieg bewältigt werden. Und wenn wie heuer sehr viel Schnee liegt, verlängert sich die Tour noch einmal um den sieben Kilometer langen Anmarsch im Krma-Tal. Der eigentliche Anstieg bis zur Triglavhütte ist technisch recht einfach und weist nur einige kurze steilere Passagen auf. Dennoch ist auch hier Aufmerksamkeit gefordert, denn vielerorts ist das Gelände stark gegliedert und immer wieder versperren Steilaufschwünge den Weiterweg, das gilt vor allem, wenn keine Spur vorhanden ist. 
Ein Großteil der Tourengeher beendet den Anstieg auf der Hütte, denn einerseits lockt nach rund 1700Hm schon das Bier (welches man auf der auch im Winter besetzten Wetterwarte kaufen kann) und andererseits erfordert der weitere Aufstieg zum Gipfel noch einmal vollen Einsatz. Schon der Start ist extrem steil (>50°), gefolgt von einer Querung entlang der meist freien Stahlseile. Dann folgen drei nicht selten sehr heikle Querungen in der sonnenbeschienenen Südflanke, hier sind Stürze immer fatal. Der Übergang vom Mali Triglav in den Sattel ist in der Regel problemlos, dann aber muss man am höllisch scharfen Firn- oder Scheegrat noch einmal größte Vorsicht walten lassen, bevor man den Gipfel erreicht. 
Oft gibt es eine gute Spur, in meinem Fall kam ich in den Genuss, den Anstieg ab etwa 1500m spuren zu dürfen, am Gipfelgrat ein äußerst spannendes Unterfangen!

Eine nicht nur lange, sondern auch landschaftlich großartige Winterbesteigung mit luftigem und nicht einfachem Gipfelanstieg! Sicher eine der erfüllendsten Bergtouren der Julischen Alpen auf einen krönenden Gipfel. Schneller Aufstieg und früher Aufbruch bieten die erforderliche Sicherheit in den sonnenexponierten Gipfelhängen und garantieren eine schöne Abfahrt!

AUFSTIEG: Von Mojstrana ins Krma-Tal. Bei Schnee kann man nur bis zum Geh. Kinja Vas fahren, geg. mit 4WD etwas weiter, wobei nachmittägige Staus wegen hängengebliebener Fahrzeuge garantiert sind. Nun das gesamte Krma-Tal 7km taleinwärts, dabei vorbei an der Kovinarska Koca bis zum Sommerparkplatz Pri lesi. Nun immer durch das Tal unter den Draski-Wänden nach Südwesten, bis man nach einigen kurzen Stufen erstmalig nach rechts abbiegen kann. Hier folgt man nun dem Weg des geringsten Widerstandes und erreicht so eine im Winter tief verschneite Hütte. Entlang der sehr weiten Böden nun nach Nordwesten, immer wieder und ganz besonders am Anfang müssen Steilaufschwünge umgangen werden. Ein markanter Felskopf kann sowohl links als auch rechts umgangen werden, wobei die rechte Variante etwas flacher ist. Ein letzter Hang leitet hinauf zur erst ganz zuletzt sichtbaren Triglavhütte.
Von hier steigt man nun (meist schon ohne Ski) hinab in den kleinen Sattel. Ein extrem steiler Schneehang (50-60°) führt nun linkshaltend hinauf zur Kante, wo man für einige Meter auf das Stahlseil trifft. Eine erste Querung leitet nach links zu einem Felsband, auf diesem ist das Stahlseil in der Regel frei. Es folgen nun weitere drei Querungen im Schnee, unterbrochen durch einen kurzen Klettersteig in einer Verschneidung und durch eine steile Schneerippe. Diese Querungen umgehen einen Steilaufschwung in der Südflanke und sind absolut absturzgefährdet, Seilsicherung wegen der weiten Abstände nur bedingt einsetzbar. Zuletzt quert man zurück nach rechts auf den Grat und erreicht wieder den Klettersteig. Hier nun immer am Grat aufwärts zum Mali Triglav. Der weitere Ausstieg ist meist problemlos und erst beim Aufstieg zum Hauptgipfel müssen wieder einige heikle Passagen auf dem höllisch scharfen Schneegrat gemeistert werden (evtl. Wechten in beide Richtungen!). Die letzten Meter zum Gipfel sehen abschreckend aus, sind aber dank Stahlseil meist gut machbar.

ABFAHRT: Wie Aufstieg, gut gewachste Ski von Vorteil!

LAWINENSITUATION / SCHNEE: Gut gesetzte und dank nächtlicher Abstrahlung bestens gefrorene Schneedecke. Wegen Regen teils vereiste Oberfläche, ab 1500m ca. 5cm Neuschnee. In Kammlagen teils kleinräumige Verfrachtungen, jedoch gut erkennbar. Südseitige Gipfelhänge gegen Mittag schon heikel durchfeuchtet.

MIT WAR: -

WETTER: Traumtag!

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Hike partners: Matthias Pilz


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Geodata
 39678.gpx Track der Tour

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