Wandern mit Kindern: Pilatus via Nauen


Published by D!nu , 4 February 2017, 12h52.

Region: World » Switzerland » Luzern
Date of the hike:31 July 2009
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-NW   CH-OW   CH-LU 
Time: 5:00
Height gain: 927 m 3041 ft.
Height loss: 225 m 738 ft.

Heute habe ich zufälligerweise "alte" Photos gefunden: Photos der allerersten "Wanderung" meiner zwei Söhne (Dazumal 4 und 3 Jahre) mit einer Steigung von über 900 Höhenmeter. Der Wanderweg ist schnell beschrieben: Via  Panoramabahn fuhren wir hinauf zur Alpgschwänd. Hinter dem Restaurant beginnt der Wanderweg im kühlen Wald. Zick Zack schreitet man hinauf, bis man stetig steigend den Nauen hinauf, über ein grosses Geröllfeld zur Klimsenkapelle gelangt. Von der Klimsenkapelle geht's im kurzen Zick Zack hinauf zum Chriesiloch und von da hinunter zum Pilatus Kulm. Vom Pilatus Kulm nutzten wir die Seilbahn hinunter zur Fräkmüntegg, von wo wir dem breiten Naturweg zurück zur Alpgschwänd folgten. Dort angekommen nutzten wir wiederum die Panoramabahn, um die restlichen Höhenmeter zu tilgen.

Interessanter als der Bericht selber dürfte meine Passion zum Wandern sein. Eine Passion, welche ich mit meinen Kindern teile. Doch wie kriegt man dies als Eltern hin ohne die Kinder zu überfordern? Wie kriegt man es hin, dass die Kinder auch noch in der Pupertät gerne wandern? ich persönlich mag mich noch gut an meine Kindheit erinnern. Hier ein paar Tipps für "Wandern mit Kindern":


  • Aller Anfang ist schwer. Viele Orte bieten Erlebniswanderungen an. Beispiele findet man HIER. Solche Erlebniswanderungen bestehen aus kurzen Etappen mit kreativen Pausen. Es sind somit Ideale Starter-Kits ;-)
 
  • Genügend Pausen mit einberechnen. Die Kinder sollen entscheiden, WANN sie eine Pause einlegen wollen. Das kann und darf bei den ersten Wanderungen auch schon mal alle 5-10 Minuten sein :-D
 
 
  • Plane verschiedene Ausstiegspunkte. Jeder hat seine Tageskonform, beachte bei der Planung, dass die Wanderung zu bestimmten Etappen abgekürzt oder abgebrochen werden kann. Sei es mit dem Öv oder via Kindertrage.
 
  • Sonnenschutz für Haut und Augen. Die Resultate von zuviel Sonne sieht man erst Jahre später.
 
  • Die richtigen Kleider. Es gibt Wanderschuhe, Softshelljacken und all die Sachen für Kleinkinder! Es ist wichtig, dass die Kinder gutes Schuhwerk tragen, somit keine Blatern an den Füssen kriegen und sich nicht vertrampen können. Es ist wichtig, dass auch die kleinen im Herbst bei Nebel oder Regen trocken bleiben und dass sie genügend warm haben. Handschuhe und Kappen können da einen guten Dienst erweisen. Das Wetter in den Bergen kann schnell wechseln.
 
  • Wandern kann durstig & hungrig machen. Genügend Essen & Trinken ist ein wichtiger Bestandteil des Erfolges. Oft helfen auch "Goodies" wie zB: Sugus ;-) Grilliert man das Essen an einer Feuerstelle, so macht das den Kindern doppelt Spass
 
  • Abwechslung ist ein gutes Mittel zur Ablenkung. Baut man Sachen in die Wanderung mit ein was den Kindern gefällt und was sie kennen, so kann man auch schnell ihre Motivation gewinnen. Beispiele: Kinderspielplatz, Aussichtsturm, Zugfahrt, Postautofahrt, Schifffahrt, Pause am Grillplatz, Begleitung mit Kickboard etc. Auch zusätzliche Ausrüstung kann interessant werden. Beispiele: Feldstecher, Funkgerät, Schlitten etc.
 
  • Wenn die Kinder älter werden, ist es wichtig, dass man sie in die Entscheidungen mit einbezieht. Dies betrifft unter anderem die Art der Wanderung, das Ziel, die Dauer etc. Sind die Kinder noch klein, ist es wichtig, dass man ihnen erklärt, was das Ziel ist und wo es hin geht. Niemand läuft gerne ohne Ziel und Grund umher.
 
  • Die Natur schenkt uns eine grosse Vielfalt. Warum muss mein Achtjähriger Sohn mit auf einen K5 Klettersteig? Warum muss meine zehnjährige Tochter mit auf eine Skitour? Man muss den Kindern nicht ALLES bieten und sie überfordern, sei es physisch oder psychologisch. Vieles sollen sie als Erwachsene noch entdecken dürfen. Wir Erwachsenen "Bergsteiger" sollten unsere Kinder nicht in unsere "Erwachsenenwelt" entführen, in welcher sie noch "überfordert" sind. Die Grenze ist schwierig zu ziehen, aber es ist gut, wenn es diese gibt.  
 
  • Wenn es dann trotzdem etwas abenteuerliches sein soll ist es absolut Notwendig, sich mit dem richtigen Material und einer soliden Ausbildung auf den Weg zu machen. Sicherheit als oberstes Gebot! Wir sind verantwortlich als Eltern für unsere "Gäste"! Eine T4 Wanderung kann für eine Familie bereits schon ein Risiko darstellen, warum nicht angeseilt Wandern? Kindern agieren gerne mit Seil und lernen schnell wichtige Regeln.
 
  • Die Kinder können ab der ersten Wanderung einen Rucksack tragen. er muss nicht reichlich gefüllt werden: Das Lieblingsplüschtier und der Schnuller wird meistens freiwillig getragen ;-) Mit der Zeit wird sich der Inhalt automatisch ändern.
 
 
Das ganze schreibt und liest sich vermutlich ganz einfach. Es ist keine Doktorarbeit. Lediglich Punkte, auf welche ich achte. Trotzdem habe ich mich jedoch schon ertappt, der einten oder anderen Regel zu widersprechen. Vielleicht habe ich noch einzelne Punkte vergessen aufzuschreiben? Oder mir sind gewisse Punkte heute noch nicht bekannt? Das wichtigste ist: den Kindern gefällt das Wandern noch heute: Vielfach ist der Wunsch bei den Kindern da, etwas in der Natur zu machen.

Hike partners: D!nu, Al3star


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Comments (1)


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Linard03 says:
Sent 4 February 2017, 17h56
sympathischer Text mit déjà-vu's ... ;-). Obwohl meine Kinder inzwischen erwachsen sind und für mich die Themen nicht mehr so aktuell sind, kann ich Deinem Inhalt voll und ganz zustimmen!

Das Wichtigste ist, dass man die Kinder nicht überfordert, dass sie Freude an der Sache haben und dass sie dann und wann auch mal belohnt werden; z.B. mit einem feinen Zvieri ... ;-)

Weiterhin viel Spass!


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